Immerhin, es gibt Widerstand (Keiner hat das Recht, zu gehorchen/Hannah Arendt)! Das groteske Epos, das sich vor unser aller Augen im amerikanischen Raum abspult, damit man wisse, wie furchterregend simple-minded das Vernichtende oft ist, braucht nur einen einfältigen, habgierigen Geist, (wenn man das dann noch Geist nennen kann), um riesige Schatten über die Weltebenen zu jagen. Alle, die das Script als Labor des Wahnsinns interessiert, wissen jetzt, wie das geht. Obwohl es George Orwell auch schon gesagt hat, eben, dass es einem Diktator nur gelingen muss, das Vertrauen der Menschen in das, was sie hören und sehen, zu zerstören, dann kann man sie kontrollieren. Nur jetzt, wo dieses niedrigschwellige Zeug öffentlich sichtbar ist und dadurch überprüfbar gemacht werden kann, ja, da sieht zum Beispiel Habgier auf einmal ganz klein und pobelig aus. Und ja, wer hängt denn da so nahe am Pobelmeister, und haben ihm doch für ein paar Kröten das lechzende Ich gereicht. Es ist eine große Show, von der man einiges lernen kann. Auf der anderen Seite geht es auch weiter. Andere Materialien, andere Handhabung, auch Schockverarbeitung, wer hätte das gedacht. Aber wir haben es ja gedacht, es hat sich schon lange angedeutet, dass etwas aus dem Gleichgewicht geraten ist. Zu viel brauchen, zu viel haben. Andere verlieren alles und werden allein gelassen. Und hallo, ihr gruseligen Nerdbrothers, kann man das Menschengeschlecht nicht optimieren, indem alle genug zu essen haben undsoweiter. Wie geht das, an euren technischen Gemütern nicht zu ersticken? Undsoweiter.
Ein weiteres Opfer im Minneapolis Horror, über das bewusst und strategisch Lügen verbreitet wird. Und dann merkt man, dass auch siegessicheren Diktatoren der Teppich unter den Füßen weggezogen werden kann, zumindest soweit, dass das Stolpern beginnt. Um präzisere Informationen zu erhalten, öffne ich einen Kanal, wo eine patent wirkende Frau (Dr. Laura M. Whitfield heißt sie) äußerst nachvollziehbar über den nahenden Absturz von Trump referiert. In mir nickt es öfters mal, ja, sehe ich auch so: J.D. Vance distanziert sich von Trump, was auch nix Besseres verheißt, aber zumindest Bewegung in die Sache bringt. In Dallas, erzählt sie, sei eine Kirche von Ice Agenten gestürmt worden undsoweiter, die dunkelrote unüberschreitbare Linie also…und da fange ich schon an, den Mund der Frau zu beobachten, aber jedes Wörtchen stimmt mit der Lippenbewegung überein. Ich denke, schau mal nach, die muss es ja im Netz geben. Ihren Namen gab es, aber nichts über sie, das fand ich auffallend, denn wie könnte man heutzutage (mit einem Doktortitel) dem Netzauftritt entgehen. Dann habe ich mir die Kommentare angeschaut, viele sehr begeistert und danke! für den großartigen Beitrag, genauso sehe ich’s auch!, und dann die zwei Buchstaben mit Ausrufezeichen: K.I.! Diesem User fiel vor allem auf, dass sich der Körper kaum bewegt hat, und das ist mir auch schon an den beiden anderen Beispielen aufgefallen, dass man eher auf den Mund oder die Hände achtet, auch wenn man Verdacht überprüft. Und es ist so, dass ich bis jetzt nicht weiß, ob es diese Frau und ihre Beiträge s o gibt oder nicht. Auf jeden Fall hing ich kurz an der Angel, auch weil die weiblich programmierte Vernunftsschiene in meine Richtung lief. Und wenn es nun tatsächlich K.I.-generierte Aussagen wären, wie steht es zum Beispiel mit dem Wahrheitsgehalt. Und geht es velleicht gar nicht darum, sondern eher darum, dass mir das, wenn auch nur flüchtig, passiert ist, dass ich das Authentische vom Unauthentischen, sprich: Technischen nicht unterscheiden konnte. Es braucht wohl neue Übungsfelder. Attention, traveler!
Januar 26, 2026
Es ist ja (auch) so, dass das eine Auge geradewegs in die globale Hölle starrt und erzittert ob der als höllisch wahrgenommenen Szenarien, und das andere sich das ’sapere aude‘ in die stocknüchterne Erkenntnis des menschlichen Zustandes und seiner Auswirkungen meißelt. Nun soll es ja noch ein inneres Auge geben, gerne das dritte genannt, es ergänzt die zwei anderen zu einem Dreieck. An diesem auch selbstständig aktiven Steuerrad sitzt das, was wir sind, und navigiert durch die Wogen der Schicksalsstrudel, begleitet von der Ahnung der Möglichkeiten, was für eine Art Leben (z.B.) uns erstrebenswert scheint. Doch selbst wenn es mir gelingt, den Freundschaftsgarten meiner Idealvorstellung umzusetzen, gibt es dann immer noch Gaza und den todbringenden Winter in der Ukraine. Und selbst wenn man berechtigterweise meditative Praktiken als Beitrag zum Weltfrieden sehen kann, so bleibt doch das tiefe Erschrecken über menschliches Tun und Lassen. Insofern ist gerade die Absage an alle menschliche Vernunft ein Weckruf, der alle Bewohner:innen trifft. Manchmal trifft man in sich selbst einen Punkt, der über das, was man kann, hinausweist.
Der höchste Grad der Nähe zum absoluten Guten besteht darin, seine Erscheinung in ihrer höchsten Realität zu erkennen, das heißt auf die möglichst vollkommene Art und Weise. Das ist es, was die Sufis Vereinigung nennen. In seiner Erhabenheit begehrt das absolute Gute, dass seine Erscheinung erfasst wird. Davon hängt geradezu die Existenz der Dinge ab. Da die Liebe des Vollkommensten gegenüber der eigenen Vollkommenheit die höchste Liebe ist, besteht der wahre Gegenstand dieser Liebe darin, von anderen in seiner Erscheinung erkannt zu werden.
* aus: ‚Yoga‘ von Stefan Weidner
Januar 24, 2026
unbekanntes Objekt
Am offiziellen Anfang dieser so/genannten neuen Weltordnung breitet sich wie ein magischer Teppich das Kampffeld aus, und ja, es geht um persönlichen Machtanspruch und um Supermächte. Aber es geht auch um Werte, man glaubte lange, sich über die Werteskala einigermaßen einig gewesen zu sein. Nun hat es dort in der kalten Atmosphäre einen akzeptierten Wertebruch gegeben. Was heißt akzeptiert, da blieb nicht mehr viel Entscheidungsraum. Auch die überschrittene Grenze wurde von allen wahrgenommen, eine lange Phase von überschrittenen Grenzen ging voraus. Hinter den Kulissen ziehen die K.I. Transhumanisten an den verfügbaren Strippen. Die Süchtigen und die noch Süchtigzumachenden sind die neue Masse der potentiell Lenkbaren, das kennen wir ja schon aus Science Fiction Filmen. Oder der Bösewicht, der Captain Picard durch Folter zwingen wollte, zu sagen, da wären 4 Glühbirnen, wo es doch nur drei waren. Also dich zwingen, bis du zugibst, dass du deinen Ohren und Augen nicht trauen kannst, oder gibst letztendlich zu, dass es vier sind, und hast dich verloren. Bei so einem Kampf geht es um viel, und viel ist immer Leben oder Tod, beides hat seinen Preis und seine Kostbarkeit.
Das viel belächelte Davos hatte dann doch noch den kosmischen Gongschlag zu bieten. Wenn ein Tröpchen Wahrheit sich irgendwo bildet und auf den Weg macht und etwas Gehör bekommt, und dann aus vielen unerforschbaren Gründen sich in Gesellschaften hineinbewegt und webt sich über die Bazaare in eine größere Masse, dann entsteht aus den Ahnungen und den Weissagungen und den fake News pötzlich ein Datum: das Geahnte findet seine Manifestationsmöglichkeit. Und da war viel los in Davos. Die milliarderenschweren Cybernerds waren da, ach so, ja, wegen der Ökonomie, Elon Musk und Noah Harari waren da, halt Visionäre, die sich ihrer Sache ziemlich sicher sind. Und den Traum vom Übermenschen haben sie schon gelöst durch die Maschinenverschmelzung, um Herrschaft zu erlangen über die Welten, braucht alles natürlich mehr Rechner und seltene Erden. Und so manches Tacheles wurde durch die hohe Diplomatie geschleust, denn noch hängt vieles am nackten Kaiser. Es gab Gegenspieler wie Cavin Newsom, der gerade sein Schicksalspaket trägt und einfach nur noch sagen will, wie es wirklich ist. Wirklich? Allen in Davos war klar, und wird u.a. von da aus vielen Menschen klar werden, dass eine neue Zeit begonnen hat. D.h. der Druck im Angesicht des menschlichen Wahnsinns wurde so groß, dass sich Veränderungsbedürfnis geradezu aufdrängt. Jetzt kommt es (wie meistens) darauf an, wie wir damit umgehen, vielleicht das Wir hier sehr groß gefasst.
Januar 22, 2026
Aus Lücken und aus Ritzen schaut es hervor, das Schöne und das Gute. Es baut sich Bahnen, Höhlen, Highways und Unterirdisches, damit sein Wesen sich bewegen kann: mittendurch, an ausgefeilten Randverengungen entlang leuchtet es scheu hervor und mächtig herrscht es an den Winkeln eines Mundes, bevor es weiterzieht ins Immerdagewesene. Als wär‘ ein seltener Trunk erfunden worden, den wir trinken, wenn wir ernüchtert werden beim Erwachen eines Traumes in dem Raum des Traumes. Auf einmal hier: Das Schöne und das Gute, im Offensichtlichen verborgen, wo es lebt.
Tatütata – Tatütata – der Davos-Krimi ist da! Niemand könnte sich über das Ausmaß an Vorspannung beklagen – hier will (fast) ein/e Jede/r von uns allen wissen, wie dieses Spiel ausgeht, denn es hängt viel am roten Faden der Story. Ob es den Handelnden gelingt, den sagenumwobenen Ausgang des Labyrinthes rechtzeitig zu finden, bevor das Kartenhaus der Weltordnung grundlos in sich zusammenfällt. Oder gar nicht so grundlos. Denn in Davos kommt der Angeklagte vieler krimineller Handlungen und menschlicher Abscheulichkeiten als heimlich sich selbst gekrönt habender Held ins Licht der Aufmerksamkeit, also dahin, wo er sich am pudelwohlsten fühlt. Der Kleine will ganz viel haben, und viel hat er ja auch gekriegt, aber es hat nie gereicht, weil des falschen Helden Psyche einem schwarzen Loch gleicht, in das man hineinrätseln kann, soviel man will, es bleibt, was es ist, so etwas wie das Unfassbare an sich. Nun hat diese gnadenlose Show des amerikanischen Präsidenten nicht dazu geführt, dass Europa sich untereinander zermalmt hat, wie vom Täter erhofft, sondern das Gegenteil ist passiert. Nun rasseln bei höchster diplomatischer Leistung die Säbel, und die Alarmglocken läuten, und dann ist auch manchmal Stille. Historische Momente geben sich zu erkennen, eine Frage des kollektiven Gespürs. Nach Davos kommt heute ein Wahnsinniger, der den roten Faden mit der roten Grenze verwechselt hat. Alle wissen, er darf nicht gereizt werden, er ist ein gefährliches Raubtier, wo man dem Tier noch Unrecht tut. Etwas steht auf der Kippe. Allerdings steht es da schon eine ganze Weile und wartet vielleicht auf den Punkt.
Die tiefgründige Hinterfragung der Dinge wurde uns schon durch die sogenannte sokratische Gesprächsführung vermittelt und ist eine weitere Aufforderung an die jeweils anwesende Menschheit, das eigene Denken zu kultivieren, um den zahllosen illusionären Schleiern dieser Kollektivschöpfung gewachsen zu sein und ihre duale Natur zu durchforschen. Und, wenn das Schicksal einem hold ist, sich zu mühen, damit das Resultat all dieser Mühen in der ebenfalls sokratischen Einsicht münden möge, dass man weiß, dass man nichts weiß. Halt außer dem Wissen, das immerhin zur Verfügung stand und immer noch steht, und dass man um die Wahl an den Kreuzwegen nicht herumkommt. Man dann erst einmal eine Richtung einschlägt, die dennoch das gänzlich Ungewisse verkörpert, uns selbst also, die wir uns erst einmal begegnen und kennen lernen müssen, um die Hinterfragung überhaupt in Gang zu setzen. Nun braucht es für langsame und gründliche Prozesse sehr viel Atem und Geduld und Zeit, denn es geht ja ständig um Leben und Tod und Götter und die Welten. Und kann dieser Planet wirklich von Menschen beherrscht und ausgebeutet werden, und warum kommt keine Antwort. Ich meine außer den Milliarden von Beantwortungen des Irgendwas, die täglich durch die Netze geistern und gerne die nackte Wahrheit wären, wenn es die gäbe. Und wenn es in Zeiten großer Verwirrungen und des Nachlassens kritischer Denkfähigkeiten dazu kommt, dass eine große Narretei ausbricht, die sich selbst überschlägt wie bei einem grotesken Purzelbaum, und das neue Normal alles vorher Denkbare aushebelt, dann…dann..ja dann…dann schauen wir alle mal, wo das hinführt. Ham dekhenge. Wir werden sehen.
Wie wir alle so auf dem Grönlandeis herumsitzen und Ahnungen erzeugen, was im Iran wohl wirklich mit den Menschen passiert, und wann sie, also d i e, die bei diesen Entscheidungen präsent sind, die Ukraine endgültig aufgeben müssen, und den Gazastreifen, und den Anspruch auf erwartetes menschliches Verhalten im Kontext unausgesprochener Selbstverständlchkeiten, die gesenkt müssen. Wir also müssten aus der Beobachtung heraus den Maßstab senken, und von welchem Maßstab reden wir hier. Bei Boesner, dem Ausflugsparadies der Kunstschaffenden, hielt ich einen Maßstab in der Hand, 1 zu 10, das reicht, dachte ich, um wichtige Fragen an sich selbst zu beantworten. Oder auch politisch, philosophisch oder psychologisch zu erkunden, an welcher Stelle ein Preis zu hoch wird für alle Beteiligten. Und ob noch genügend Kraft verbleibt in den auf höchster diplomatischer Ebene Handelnden, um in einem mit Gefahren aufgeladenen Moment doch noch die angemessene Entscheidung zu treffen. Angemessen an dieses untrügliche Gefühl, das im Menschsein wohl auch verankert ist, aber bewusst oder unbewusst verschüttet werden kann, sodass ein Mensch z.B., ohne dass er es merkt, zu einer leeren Hülle werden kann und gleichzeitig glaubt, reiche Gewänder zu tragen. Die Vielseitigkeit von Erfahrung, die einem auf diesem Planeten geboten wird, ist unermesslich. Zum Glück gibt es Bedingungen, die unausweichlich sind und es einen dann vielleicht in die Nähe des Geheimrezeptes drängt, das unermüdlich von der realen Möglichkeit eines guten Lebens auf der Erde erzählt, bis man dazu bereit ist.
Es ist für ‚uns‘ Augenbewohner:innen im Zentrum des Wirbelsturmes schon klar, dass diese Art Ruhe, die uns ermöglicht ist, bzw wir uns ermöglicht haben, nicht zu wildem Trommelwirbel ausarten oder zu praller Selbstüberschätzung führen sollte, denn niemand von ‚uns‘ hat ahnen können, wohin das Ganze führt. Yuval Harari meint, die ‚Weisen‘ werden leiden, weil es jetzt auf jede Frage eine schnelle Antwort gibt, was leider die Denkprozesse immer mehr einschränken wird bis zur bereits diagnostizierten Kollektiv-Verdummung, alle Spieler:innen verkleidet in Meisterimitationen. Nur die Weisheit, tja, die wäre dann ja nicht, wer sie wirklich ist, wenn sie da unnötig rumhängen würde, wo nur noch vorgedacht wird. Aber man kann vom Auge aus erkennen, dass es kein Schlaraffenland mehr ist, dafür ist das Leiden in dieser Welt zu groß und zu tief und zu beschwerlich. Immer möglich ist das Mitleiden, das Mitfühlen, und das alles aus Räumen heraus, in denen Menschen in vollem Bewusstsein den planetarischen Glückcode geknackt haben: ‚Simple living, high thinking‘. Unschlagbar. Daher kann es auch weiterhin die beste Idee bleiben, a truly royal idea, die in allen Zeiten ihren Glanz nie verloren hat. Und bewusst sich von vielem zurückzuziehen ist nochmal anders als wenn man nicht weiß, wie man Zutritt bekommt zum lebendigen Vorgang. Und man kann immer mal dem zeitlosen Rat folgen und schauen, wer man ist, wenn keiner zuschaut.
Es zittert innen wie außen das Bild wie Espenlaub. Ich reihe mich ein in die Schmerzen der Dichter und ihren Worte-Staub. Nur die wahren Töne können den Toten das Leben entlocken, das sie führen. Hört auf sie! Sie führen den Tod in das Leben! Ich selbst lasse mich nicht mehr zurück, sondern fasse mit tiefer Berührung das mir zugestandene Glück.
Nicht neu, aber m.E. zu wenig beachtet ist die nackte Tatsache, dass wir uns auf einem Ball durch das All bewegen. Und natürlich kann man sich schnell daran gewöhnen, denn man kennt ja nichts anderes als dieses Hereinplumpsen in eben diesen Aufenthaltsort. Eine Welt, die es scheinbar nur einmal gibt, denn noch hat sich nichts vergleichbar Ähnliches gemeldet aus den unermesslichen Tiefen des Alls, obwohl darüber viel nachgedacht worden ist. Alle Bücher, die auf diesem Planeten herumliegen, handeln in irgendeiner Art und Weise vom Versuch des Einzelnen, das offene Geheimnis, in dem wir uns bewegen, zu ergründen. Es sind hier die Fragen, die einen Unterschied machen, seltener die Antworten. Denn bei allen Ähnlichkeiten, die dieses Raumschiff mit anderen Raumschiffen haben kann, so verblüfft die Mannschaft der Erde doch durch ihre Vielfalt, die allerdings gemeinsam am Gestalten des als Ganzes empfundenen Bild mitgestaltet, und das im gleichen Maße bewusst und unbewusst. Wir hängen ja mittendrin wie eine Leuchtkugel, und anscheinend ist das, was hier los ist, nirgendwo anders los. Es ist das, was Menschen miteinander auf einem kleinen Planeten machen, während sie durch die Gegend transportiert werden. Keiner wird zurückgelassen, es gibt ja auch kein Zurück, und aussteigen ist eine Option, aber meist nicht die wohlige Lösung. Hier wird viel gesucht und einiges gefunden, und obwohl überall sehr gute Lösungen angeboten werden, werden sie oft nicht genutzt. Das Wort verliert durch ungeübten Gebrauch seine Manifestationskraft. Wenn Dämonen das Steuerrad kapern, gehen viele Lichter aus. Wo noch kein Krieg ist, schwimmen Botschaften an die Ufer der Flüsse. Dort sitzen manchmal die Dichter:innen und treiben den überforderten Geist hinein in die Sprachlosigkeit. Dann befreit sich das Wort von den weltlichen Pflichten und versteht, dass auch es nur sein kann, was es ist.
Januar 13, 2026
Es wird sich sicherlich eines schönen Tages in ungewisser Ferne einer oder eine der dann noch Daseienden die Stirn reiben und sich fragen hören, wie das sein konnte. Also nicht nur ein Trick der kosmischen Komödie, der die hochbegabten Spieler:innen durch die Exzesse ihrer Fähgkeiten treibt, sondern auch ihr Scheitern an meisterhafter Ausführung darbietet, sodass die obdachlose Beschämung ihren Gegenspieler im Diktator hat, ohne dass eine Begegnung hier überhaupt noch möglich ist. Und während die Ankunft der Aufklärung immer noch recht mühsam wahrgenommen wird, wächst auf der anderen Seite der Follower-Wahn. Und es gibt tatsächlich diese Geschöpfe, die dafür sorgen, dass aufsteigendes Licht (als Erwachen) den ausgleichenden Schatten bekommt. Verblüffend ist in der Tat, dass sich der Gedanke, dass Maschinen den menschlichen Geist überschreiten werden, großflächig durchgesetzt hat. Man beschränkt sich also freiwillig selbst durch den Einsatz der Prothese. Denn um Himmelswillen, wieviel Wissen muss denn jede/r haben. Ich bin, klaro, für ständiges Dazulernen, das ist ja frei. Aber ich nehme auch wahr, dass ich darauf achten muss, dass ich die mir gemäßen Instrumentarien beieinander habe, mit denen ich mich selbst am Vorgang beteilige. Immer ist Beteiligung, und daher leuchten die großen, in stillen Stunden empfangene Sätze der Grübler:innen aller Zeiten wie freundliche Laternen, nachts, in der Wüste. Und siehe da: eine Herberge, und willkommen, Wärme des Daseins, willkommen.
Das Jahr ist klein und liegt noch in der Wiege, Der Weihnachtsmann ging heim in seinen Wald, Doch riecht es noch nach Krapfen auf der Stiege. Das Jahr ist klein und liegt noch in der Wiege, Man steht am Fenster und wird langsam alt.
Die Amseln darben und die Krähen frieren, Und auch der Mensch hat seine liebe Not. Die leeren Felder sehnen sich nach Garben, Die Welt ist schwarz und weiß und ohne Farben und wär so gerne gelb und grün und rot.
Umringt von Kindern wie ein Rattenfänger tanzt auf dem Eise stolz der Januar. Der Bussard zieht die Kreise eng und enger, Man sagt, die Tage werden wieder länger, Man merkt es nicht. Und es ist trotzdem wahr.
Die Wolken bringen Schnee aus fremden Ländern Und niemand hält sie auf und fordert Zoll. Silvester hörte man’s auf allen Sendern, Dass sich auch unterm Himmel manches ändern Und – ausser uns – viel besser werden soll.
Das Jahr ist klein und liegt noch in der Wiege, Und ist doch hunderttausend Jahre alt. Es träumt vom Frieden – oder träumt’s vom Kriege? Das Jahr ist klein und liegt noch in der Wiege, Und stirbt in einem Jahr. Und das ist bald.
Wenn ich von meiner eigenen Beobachtungsposition ausgehen darf kann muss soll und Wesentliches bedacht und gelernt und wieder entdacht und entlernt habe, bin ich nun ganz klar voller Wertschätzung für den glanzvollen Balanceakt, den das Universum, bzw. das kosmische Spiel uns Erdlingen darbietet. Denn, das muss man schon zugeben, sind nicht nur die finsteren Schicksalsschwaden des Mensch-und Tier- (und Pflanzen)-reichs von ausgeklügelter Schärfe gezeichnet, sondern es hat sich immer wieder bestätigt, was Nelson Mandela meinte, nämlich dass das Gute und Schöne zu erkennen und wertzuschätzen viel, viel mühsamer ist. Je genauer man hinschaut, desto schwieriger wird es. Auch das Genug und das Zuviel spielen eine wichtige Rolle. Das Genug vom Missbrauch des Vorgefundenen, das Zuviel des sogenannten Guten. Das Ausbrüten menschlicher Pläne an geheimgehaltenen Orten gilt immer noch als Garant für Schweigeschwüre. Aber immer sickert was durch, auch das Zurückgehaltene strebt zum befreienden Exit. Nicht Exit vom Leben, nein, sondern Befreiung von den Plagegeistern der Habgier, dem irrlichternden Fishing nach dem Irgendwas, wo doch Intelligenz vom universalen Prozess zur Verfügung gestellt wird. Sodass d a s, was wir sehen, Resultat und Beweisführung des menschlich Entschiedenen ist. Daher ist auch hier beides gleichermaßen beliebt: das Erschrecken vor dieser immensen Inszenierung, in der wir scheinar willkürlich auf das Schachbrett gesetzt werden, und die tiefe Freude darüber, daran teilnehmen zu können.
Es gibt eine Dokumentation dieses einen Tages in Island, als tausende von Frauen von anderen Frauen überzeugt werden konnten, massenweise dagegen zu protestieren, dass Frauen überall z.B. für gleiche Arbeitsfähigkeit schlechter bezahlt werden als Männer, und überhaupt für die Erhaltung des lebendigen Geistes unerlässlich sind und ersetzbar wiederum nur von Frauen mit weiblichem Kaliber, die Vorgänge zu meistern wissen, von denen der Mann nur träumen kann bei einem Schluck Wodka. Als Frau kann man sich leicht beunruhigt fühlen, ob wohl niemand denken wird, man möge Männer nicht, denn es gibt sie ja, die mögeable men. Unsere Freunde nämlich und alle hochrespektierten Beibringer wichtiger Wissensdinge, wer von uns würde vieles von diesem gut Durchdachten unnötigerweise beklagen. In der isländischen Dokumentation ging es darum, dass Frauen einen einzigen Tag lang alle übliche Arbeit liegenlassen und nach draußen auf die Frauendemo ‚Ein Tag ohne Frauen‘ gehen, also alle allein und ohne Mann und Kinder. Viel musste organisiert werden und wurde ein Bombenerfolg, der angeblich auch das männliche Bewusstsein der Isländer veränderte. Dass wir gerade weltweit von einer Überdosis männlicher Selbstverherrlichung bombardiert werden, hat mir gezeigt, dass wir eine sehr gute Idee brauchen, um der männlichen Zerstörungswut eine Grenze zu setzen. Da mit Eintritt der künstlichen Intelligenz , wenn man das unbedingt ‚Intelligenz‘ nennen muss, der Einsatz des menschlichen Geistes in die freie Versklavung noch unheimlicher geworden ist, fragt man sich natürlich, ob der vorprogrammierte Zusammenprall zwischen menschlicher und künstlicher Inteligenz überhaupt noch aufzuhalten ist. Aberaberaber, was bewegt sich da zielsicher und selbstbestimmt durch die Maschen des Netzes, das sind sehr viele Frauen, die das männliche Machtspiel der Männer satthaben und nicht mehr einsehen, dass für diese erbarmungslosen Egos ständig gestorben werden muss. Die Kinder verwundet, das Leben verpfuscht, oder einfach namenlos verschwunden auf diesen öden Schlachtfeldern. In der lebendigen Wirklichkeit hat die weibliche Kraft das nach rückwärts gerichtete Sehnen überwunden.
Die Frau ist Selbst. Essenz und Asche der Weisheit. In der Fremdheit findet sie Ewiges. Sie geht mit dem Begriff ‚Freiheit‘ fachmännisch um und erkundet die Protokolle des Sichtbaren. Sie weiß, dass das ‚Geheiligte‘ Frauen liebt. Sie akzeptert die Grenzen des Machbaren. Sie sucht Menschen und Plätze auf, um zu wissen, wie sie wurden, was sie jetzt sind. Unermüdlich schöpft sie aus dem Grund ihrer eigenen Wahrnehmung, genau an der Quelle, wo sie auf das Andere trifft. Sie steht auf der Schwelle des Tores und verbleibt des Rätsels Losung.
(Berlin). Nicht schön bis unvorstellbar: kein Licht und keine Wärme in der gerade noch alles bereitstellenden Wohnung, und das alles bei minus 8 Grad. Ein paar Leute haben sich was Düsteres ausgedacht, und weil es so prima geklappt hat, muss man damit rechnen, dass es wieder passiert. (Noch mehr) Unruhe zieht ein in die Gemüter. Man, das heißt wir, können nicht mehr damit rechnen, dass alles gutgeht im Rahmen des persönlichen Managements, es kann auch anders. ‚Es‘ steht hier für das entgleiste menschliche Verhalten, das darauf aus ist, so viel Schaden wie möglich anzurichten. Seine Vertreter kichern auf der untersten Stufe der Geistgruften. Sie haben sich entschieden für die Rache am Nichtsichtbarwerden, also die Rache an der Welt, die ihnen nicht gibt, was sie brauchen bzw. fälschlicherweise für ihr Recht halten. Und wer weiß schon wirklich, warum man diesen oder jenen Weg einschlägt, wenn schon ein Windhauch das ganze Bild verändern kann. Und entweder man hört nicht auf, die unbegrenzte Vielfalt der Erscheinungen zu bewundern, oder man bleibt mit zäher Geduld bei der Frage, was man sich unter Menschsein vorstellt. Ein Mensch sein. So, als wäre das automatisch jede/r, der hier herumläuft auf dem Planeten. Viele wollen es sein, aber können nicht, umgekehrt kommt es weniger vor. Neulich habe ich aus Neugier ein Video Short geöffnet wegen der Frage: Trump ist der Antichrist? Der sehr menschlich und klug wirkende Pastor antwortete diesen Fragenden mit einem Nein, und man solle Trump nicht so viel Wichtigkeit geben, das würde ihn ja eher befeuern. Und so scheint es, als schleiche eine Entgeisterung um die menschenerschaffene Welt, und tief im Dunkel der Korridore wird an Drohnen und Waffen gebastelt, und seltsam Zwerghaftes erfreut sich am gelungenen Unbehagen der Anderen. Allerdings sind die Anderen auch da, die Gegenwehr beginnt sich zu mobilisieren, und ja!, auf beiden Seiten kann man sich gründlich verrechnen. Attention, traveller!
Der Schnee macht alles so still und bringt die Kunst der Verzauberung. Schneit es tatsächlich mal länger, so wie dieses Jahr, dann ist man froh, das Notwendige im Haus zu haben, um die schöne Einmummung zu genießen, dafür sind ja schließlich die Feiertage da. Das natürliche Licht im Raum wird tiefer. Es ist erfreulich, ab und zu mal irgendwo hineinzustarren, ohne dass man es Denken nennen könnte. Man lernt nicht nur die Anderen besser kennen, sondern die Vertiefung der Beziehung zu sich selbst bietet sich förmlich an. Inzwischen ist es ja durchgedrungen, dass man nicht das Gesicht im Spiegel ist. Die Erdsphäre fordert gewisse Anpassungen an den Organismus des Ganzen, aber was ist das Ganze? Da wir an bestimmten Grenzen im Vermuten stecken und Irren auch an Wissenschaftlern menschlich ist, tut es weiterhin gut, sich die eigene Wahrnehmung zuzutrauen und erst dann mit dem und den Anderen abzuchecken. Sollte es sich nun aber tatsächlich herausstellen, (auch das noch im Raum der Vermutung), dass selbst die von uns so hochgeschätzte Individualität gar nicht so persönlich gespielt wird, wie wir denken, sondern vielleicht entscheidet da noch etwas ganz anderes außer uns über den Zustrom in unseren Kanälen. Ich meine jetzt nicht heimlich Gott, nein, sondern das Bewusstsein an sich, d a s, was d a ist, und alles, absolut alles ein Ausdruck davon. Das Bewusstsein also nicht in uns, sondern wir im Bewusstsein. Das wärmt doch so richtig durch, und draußen, sehe ich gerade, suchen 3 Rehe unter dem Schnee nach Äpfeln, und finden sie auch.
Aus welcher Perspektive man auch immer das Weltgefüge betrachtet, so lassen sich nicht nur komplexe Zusammenhänge sehen, die meist schwer zu erkennen sind, sondern man sieht auch das eigene Schicksal mit den Entscheidungen, die in den politischen und wissenschaftlichen und sozial gepolten und philosophischen Arenen getroffen werden, stark verwoben. Das stimmt vor allem in unruhigen Zeiten, wo die Schachzüge so kompliziert werden und es tatsächlich dazu kommen kann, dass nicht nur eine fehlende Intelligenz die Grenze des Vorstellbaren ist, sondern effektiv keine/r mehr wissen kann, was als nächstes kommt. Und in welcher Gestalt. In Amerika sehen wir eine radikale Enthebelung der einst vereinbarten Gesetze, dann geht die Diktatorenpost ab. Im Hintergrund wird viel geheim telefoniert. Ach, du willst das Land mit den besten Butterbrezeln, gut, dann nehme ich mir das mit den Schokotrüffeln. Diese Lebensvernichter sind alt und man fragt sich am Rande des Gemunkels, was sie davon haben, anderen Menschen das Leben zu zerstören. In Caracas ’nur ein paar Tote‘? Wenn die Preise zu hoch werden, entsteht Gegenwind. Aber auch da weiß man nicht, wie stark der sein wird, das alles braucht tiefere Ebenen. Ende des Gehorsams. Selbstbestimmung. Tun, was man kann.
In gewisser Weise war die Jahreswechselkurve ganz gut angelegt, und dass der erste Tag auf einen Donnerstag fiel, wäre oder wird in Indien als ein besonders günstiges Zeichen gesehen. Donnerstag als erhabenste überweltliche Idee, und beim Zeus, es war auch sein Tag der göttliche Einmischung. Dann hinein in die kalte Flutung des Vollmondes, ich lese nach, er wird ‚Wolfsmond‘ genannt. Durch all das Ungefähre streckt sich der Freiraum in die erste Woche hinein, und wie Feste es so an sich haben, erwachen Menschen auf sehr unterschiedliche Weisen davon. Es schneit, und Menschen gleiten durch die Zeit, die so schwer zu fassen ist, weil sie ja nicht das ist, was durch Daten und Termine und Besuche und Feste vergeht, sondern sie ist immer bei allem dabei und webt sich ungesehen durch die Schicksale und über die Wochenenden hinaus. Denn es schlägt auch zu, dieses Kismet, und dumme menschliche Fehler führen zu verheerenden Resultaten. Und es muss uns zu Herzen gehen, wenn junge Leute wegen einer ungehörigen Nachlässigkeit ihr Leben verlieren oder gebrandmarkt sind für den Rest ihres Daseins. Fakt ist auch, dass im Krieg zwischen Russland und der Ukraine über 200.000 russische Soldaten und schätzungsweise 500.000 ukrainische Soldaten gefallen sind, ein seltsames Wort: gefallen. Alle weben ständig mit (hat auch die Quantenphysik bewiesen) an diesem kostspieligen Teppich, ob das nun bewusst ist oder nicht. Wir lernen also, dass jederzeit alles völlig anders oder aber ganz vorbei sein kann, das Spiel tatsächlich aus, während andere zu einem Schlückchen Wein nach Hause gehen, oder sich am nächsten Tag bei der Behörde melden, um, wenn einer kommen sollte, fürs Vater- oder Mutterland in den Krieg zu stapfen. Das Weltgefüge hängt in einer Pattsituation. Die menschliche Fähigkeit, Dinge selbstbestimmt zu entscheiden, gerät ins Wanken, denn es gibt kein Gewinnen und kein Verlieren mehr. Etwas muss geschehen, um die Lage in Bewegung zu bringen. Und es wird geschehen, das ist sicher.
‚Sonst‘, meinte der Sprecher, war alles meist friedlich. Im ‚Sonst‘ und im ‚Meist‘ sind dann zwischendurch viele junge Leute gestorben oder mit Verbrennungen nicht glimpflich davongekommen. Viele lockere Handhaber gefährlicher Zündstoffe oder Betreiber:innen von Unterhaltungsorten denken immer, es wird sie niemals treffen. Aber das Unerwartete trifft immer, es kann auch schön und bereichernd sein. Wobei es hilfreich ist, vorbereitet zu sein, wenn die Vorbereitung der wachen Anwesenheit im Nu nicht hinderlich ist. Aber wenn die Zeichen s o stehen, dass es keinen Exit mehr gibt, dann ist der Exit selbst da. Diese Tragödie in der Schweiz hat auf jeden Fall dazu geführt, dass der erste Tag im Jahr darauf hinweist, dass wir, so kommt es mir jedenfalls vor, dass wir im nächsten Jahr oder d e n nächsten Jahren vor allem emotionale Stabilität brauchen, um das alles auszuhalten, was sich im großen Dramaskript zusammenbraut. Das ‚So war’s doch schon immer‘ wird mühelos ausgehebelt durch den Auftritt des neuen Spielers, künstliche Intelligenz genannt. Jaja, er ist schon unter uns, ich weiß, ich schlendere ja auch etwas herum auf dem Sklavenmarkt, halbherzig um Kontrolle bemüht. Aber das ist alles noch in den Startlöchern, denn das wirklich Unvorstellbare kommt noch. Das muss nicht zwangsläufig etwas Schlimmes heißen, kann aber durchaus noch schlimmer werden, als es schon ist. Politisch gesehen muss zB. Selenskij am Leben bleiben, um dem dumpfen Vernichtungstrieb von Putin Widerstand leisten zu können, Trump muss in seinem freien Fall beobachtet werden, damit der Finger nicht aus Rachegelüsten zu nahe an den roten Knopf kommt, und was den Herren noch so alles einfallen sollte. Es ist verblüffend, was Menschen mit ihrem potentiellen Vorschuss an Intelligenz alles anrichten. Wenn sie, die Intelligenz, dann aber im Verlauf ungenutzt verkümmert, bahnt sie gleichzeitig den Pfad des Unmenschlichen. Und auf diesem Weg geschieht es, dass Gehirne die Maschine als authentische geistige Verbesserung des menschlichen Geistes sehen können, was sie nie sein wird und auch nicht sein kann. Das alles könnte einen stark beunruhigen und kann es auch manchmal, aber zum Glück gibt es andere Optionen. Die wiederum sind schon seit Jahrtausenden bekannt, und sind schon von vielen praktiziert und überprüft worden. Sie sind (u.a.) ein Garant für diese innere Stabilität.
Da ist er also, der letzte Tag des Jahres 2025, der genau wie alle anderen Tage und Jahreszahlen nie wieder kommen wird, der Tag des Rhinozerosses (Scherzlein), und Mittwoch, an dem in Indien Ganesh, der Elephantengott, die Rolle des Logos übernimmt, um Unbegreifliches sichtbar zu machen. Das hilft noch nicht dabei, zu fühlen, und wer’s nicht fühlt, der kann’s ja nicht erjagen. Nicht, dass Erjagen eine Option wäre, denn (z.B.) der Frieden lässt sich nicht einfach ins Bockshorn jagen. Das überreizte Auge starrt in die Kriegsruinen. War schon immer Dunkelheit so finster, und das menschlich herumirrende Etwas so schlecht versorgt von der Gerüchteküche!? Und wir, auch viele, auch erschreckt, aber eher von der Wahrnehmung unseres guten Lebens, wachgeworden durch Akzeptanz des Leidens, das Reifung und Liebe voranbringt. Warum hier so viel Nahrung, und dort verhungern den Müttern das Kind auf den Armen. Daher der Hang zum unermüdlichen Einsatz in schwierigen Zeiten, wenn es nicht nur um Leben geht, sondern um Qualität des Menschseins. Und nicht vergessen: das Wichtigste steht schon geschrieben: Erkenne dich selbst – und – Alles in Maßen.
Man beachte den goldenen Stab, der nur scheinbar trennt.
Wieder einmal, und d a s alle Jahre, hat die christliche Welt das berühmte Fest der Liebe bewältigt, vermutlich mehr oder weniger. Denn wem das Geheimnis der Liebe am Herzen liegt, muss sich auf Mühen gefasst machen, für die sich keine/r freiwillig melden würde, wüsste man vorher bescheid. Wer wächst schon gerne freiwillig über sich selbst hinaus, nein, tief hinein in die Wurzel, die Gebeine, die verborgenen Korridore und in umgeahntes Gewirr von Schluchten muss er treffen, der Ton, damit man, wenn es sich günstig entwickelt, etwas in sich selbst zum Schwingen bringen kann, damit die Neigung zum Ungewissen sich verwandelt in den heldenhaften Kampfgeist, den Liebe braucht, um zu blühen. Nun schauen wir kurz in die Weltpolitik. Auf dem Bild sehen wir so einen Kampf in der politischen Arena. Selenskij, dem Liebe nicht fremd, hat sich für die kindliche Arglosigkeit entschieden, um im letzten Schlachtfeld dem Diktator doch noch klarzumachen, dass ein Mensch in ihm sei, also in Trump, daher nicht verloren muss er unbedingt sein, oder ist er es schon, ich meine natürlich: sich selbst verloren gegangen. Nie hat er Liebe erfahren, der kleine Donald, aber reicht das aus zur Vergebung? Man sieht Trump an, dass er möchten könnte, denn eigentlich ist d a s, was Selenskij ausstrahlt, genau das, was er möchte. Er wäre gerne so liebevoll und im besten Sinne heldenhaft wie dieser kleine Mann vor ihm, den die Welt bewundert für eine Größe, die nur wenige haben. Aber wie kann er, Donald Trump, das handhaben, was da vielleicht sekundenschnell in ihm aufflackerte, hat er sich doch schon entschieden für die leere und letztendlich selbstvernichtende Variante der Macht. Dabei hat das große Marionettentheater ihm, dem finsteren Möchtegerndiktator, Selenskij geschickt, aber o weh o weh o Weh! Ob das Spiel, immer für Wunder bereit, d a s noch ermöglichen kann, ich meine: Berührung in freiem Fall!?
Es ist ja erstaunlich, was an so einem Fest wie diesem, dem vorüberziehenden Fest, energetisch alles aufgewirbelt wird. Die Bedürfnisse, die Wünsche, die Ängste, die Enttäuschungen. Das alles hängt an der Bedeutung, die wir Menschen in Ideen hineinstecken. Oder in die Erinnerung an Gewesenes, zum Glück nicht mehr ganz Überprüfbares, damit Phantasie und Berechnung ihre Blüten treiben können. Ob sich Maria und Josef tatsächlich vor Kälte zitternd an die warme Kuhhaut geschmiegt haben, oder wieweit Hermann Hesses Siddharta dem wahren Buddha entsprach. Und gibt es überhaupt einen Ausweg aus den Geschichten, und warum sollte man nach einem Ausweg suchen? Der/die Erzähler/in greift hinein in tote Materie, denn ständig ist ja (auch) Vergangenheit, und haucht dann günstigerweise der Idee oder dem Wort oder der Form Leben ein. Es ist eine Art Mutterschaft, die zu verschiedenen Resultanen führt, ganz wie im äußeren Leben. Denn da erscheint das dann alles: als Mensch, als Musik, als Bild, als Schauspiel. Und ja, da gibt’s gräßliche Szenen, man möchte nicht glauben und nur zögerlich wissen, dass Menschsein doch ein großes Mysterium geblieben ist, ein Rätsel, das sich schwer lösen lässt, und vermutlich geht’s gar nicht um erlösende Lösungen. Es kann schon erschrecken, wenn man merkt, dass man einen Faden in der Hand hält, der einem bei der Navigation durch das Labyrinth behilflich sein soll, und siehe da!, also doch!: ein Exit.
Es war einmal ein Mensch, der rief die Götter um Hilfe an, da er seinen Ausdruck suchte und ihn nicht fand. Die Götter staunten. ‚Aber du bist der Ausdruck!‘, riefen sie ihm zu. Es gibt keinen anderen Ausdruck von dir, es gibt nur e i n e n, und der bist du.‘ Doch obwohl die Götter die Stimmen der Engel einsetzten, leuchtete es dem Menschen nicht ein. Und wenn ihr ihn trefft, erinnert ihn daran. Unbedingt!
Die meisten Weihnachten meines Lebens habe ich nicht in Deutschland verbracht, aber die Weihnachtsblitzerinnerungen an kindliche Freuden und Aufgeregtheiten sind schon noch da. Die Weihnachtsgeschichte so rührend. Das kann schon jedes Kind verstehen, wie gruselig es ist, da draußen rumzuirren, und dann endlich: ein Stall, die warme Haut der friedlichen Kühe, das besondere Kind, das da heranwächst mit edler Gesinnung und einer unerschütterlichen Leidenschaft für Wahrheit. Und ja, dass sie leiden macht, diese Wahrheit, und dass dadurch das Leiden verstanden wird als ein Weg zu geistiger Freiheit. Daher sind auch Religionen meist nur Erhalter des Skriptes, und je strikter die Gehorsamslisten und ihre brave Durchführung, desto begrenzter die Möglichkeiten direkter Wahrnehmung. Aber hin zum Punkt, der wird umkreist vom Fest, dem Fest der Liebe immerhin. Manchmal hilft es, die Dinge ernster zu nehmen, als man gewillt ist. Kostüme können irritieren wie Glaubenssätze. Aber die ganz alten Geschichten haben immer was mit dem Licht zu tun, mit der Geburt des Lichtes. Darauf kann man sich einigen. Licht als Bewusstsein.
‚Die Eigenschaft des Hintergrundes ist Liebe‘, sagte der Quantenphysiker, und er schien zu wissen, von was er redete. Also ein Dahinter, auf das man sich verlassen kann, günstigerweise auf sich selbst. Das ändert nichts an der Tatsache, dass die menschliche Erlebnisskala geradezu unbegrenzt ist, und weist ganz offesichtlich d a die Grenzen auf, wo sie zu finden sind, meist in der Selbsteinschätzung. D i e beruht ihrerseits auf dem Interesse, sich selbst kennenzulernen, wobei es hier das Gerücht gibt, man könne sich selbst auch verpassen. In diesem Sinne hilft vielleicht das einstudierte Zeremoniell des Weihnachtsvorgangs dabei, gewisse Aufwühlungen zu aktivieren oder zu ertragen, damit der hohe Anspruch des Festes nicht völlig baden geht. Man könnte es auch als familiäre Therapiestunden sehen, im Here and Now, mit allen möglichen Masken bewaffnet, oder auch glücklich, why not. Ganz glücklich dann auch nicht wirklich möglich, denn da draußen stirbt die Ukraine und Gaza undsoweiter vor sich hin, bei jedem Glühweinschluck kann jemand ausrasten. Jesus wird weiterhin liebgehabt, und vielleicht ist er für viele ein tröstlicher Anker in der Dunkelheit. Und klar! Komm herbei: Frieden! Shanti! Shalom! Eirini! In die Praxis!
Das Xmas Festival braust wieder heran, und weit und breit kein Jesus, klar, ich warte ja auch nicht auf ihn. Es gibt immer wieder Gerüchte, dass Einer kommt, der alle wieder zur Vernunft bringt, aber das ist sicher ein langer, steiniger Weg. Schwarz vermummte Reiter rasen durch brennende Wüsten. Mehr Wüste, denkt man, kann gar nicht sein. In Indien erscheint der Gott Vishnu, Erträumer der Welt, als Avatar in zehn verschiedenen Formen und Verkleidungen. Die sagenumwobenste ist die letzte Form, da soll Kalki auf einem weißen Pferd heranreiten und das Böse besiegen ‚Sein Erscheinen markiert den Übergang von einem Zeitalter der Verwirrung zu einem Zeitalter des Lichtes und der Wahrheit‘. Wir stecken ja gerade alle in gewissen und unterschiedlichem Maße in der menschlichen Düsternis, und gerne soll herangeritten und gerettet werden, aber wie und wo und wann. Dabei kann es genauso gut die Intelligenz an sich, pura intelligenza, sein, die gerade herumgrübelt, wie man den Druck und die Atemnot durch die als ‚unmenschlich‘ erfahrenen Vorgänge erleichtern oder gar heilen kann. Scheinbar will die Wirrnis sich noch austoben, das hilft ja auch auf seine Weise mit dem Aufklären, wenn ein/e jede/r den Pfad durch die vielschichtigen Nebelschwaden bahnen muss, ohne sich auf einen direkt sichtbaren Sinn verlassen zu können. Warum sollte eine intelligente, schöpferische Kraft, an der wir alle automatisch teilhaben, sich sorgen, ob es einen Sinn macht. In jedem Spiel gibt es Anweisungen und Regeln, bevor die vielen Möglichkeiten der Spielart überhaupt auftauchen können. Es sind die sich selbst erkennenden Regeln letztendlich, die auch ohne Sinn auskommen. Jedes Wesen in diesem Spiel hat das Recht, sich bemerkbar zu machen. Es kommt auf den Spielraum an, den sich jede/r erschaffen möchte. Denn noch einmal sich selbst erinnert: wir spielen mit, und wie stet’s wirklich mit dem freien Willen, das muss noch geklärt werden.
Schon eine ganze Weile beschäftigt mich der Gedanke, warum es uns Menschen so schwerfällt, eine…na, wie soll ich‘ nennen, eine ’stabile‘ Wahrnehmung des Weltgeschehens zumindest für uns selbst zu erzeugen. Auch von Tiefgläubigen, in denen kein Restlein von Zweifel mehr Platz fand, hört man erstaunliche Dinge. Vielleicht waren sie gar der ‚Sache‘ näher als die, die den mühsamen Weg über die Vernunft bzw. das vorhandene Wissen gegangen sind und immer noch gehen. Wobei beide ja letztendlich eine ähnliche Ausrichtung haben, nennen wir es mal die gewünschte Erfahrung einer letztendlichen Realität, oder gar sich selbst als Spiel und Spieler/in zu erfahren, wie es aus den vielen Traditionen zu uns herüberschallt. Inzwischen wissen wir ja, dass wir, falls gefangen im Wasauchimmer, dieses Gefangensein nur in uns und von uns selbst konstruiert worden ist, denn es ist das einzige, für das wir selbst die Schlüssel haben. Durch die eigene Entschlüsselung kommt man auch zur Frage, wie es jetzt weitergeht. Um die illusionäre Natur des scheinbar Verständlichen zu verlassen, braucht es ein Feld, das uns empfangen kann. Hier kann man die vielen Variationen des Namens einsetzen, den man für die schöpferische Kraft hält, ob nun Kosmos, Bewusstsein oder von mir aus ‚Gott‘, wenn dieses irritierende Wort freibleiben kann von der Vorstellung des Verkörperten. Ich denke, es geht darum, von sich selbst befreit zu werden, damit man sich nicht mehr im Weg steht. Man ist ja nur e i n Ausdruck des Ganzen. aber immerhin: man kann es, beziehungsweise als Ausdruck eines universellen Bewusstseins kann ein Ich es erfahren!