Auch ich bin
ein gefährlicher Faktor,
hochgradig subversiv!
Ich schreibe heimlich
Verse und bin ganz
schön häufig zufrieden.
Ob sich das aushalten
lässt? Was wird aus den
Waffenschmieden, wenn
das ‚Wäre‘ auf Erden
überwunden würde, und
das Dahinter angstlos
eintreten könnte. Doch
mit wem sich einigen
darauf, was das Dahinter
ist, und wodurch wird es
vorwärtsgeboren? Oder
habe ich mich jetzt in den
labyrinthischen Gängen
meines eigenen Geistes
verloren?

good news

Es gibt sie, die guten Nachrichten aus einem der Dunkelreiche, die gerade unsere Nervensysteme zu ermüden drohen, indem die Herren, es gibt allerdings auch Damen, die auf den morschen Thronen sitzen und, irgendeinem Trieb oder einer massiven Traumatisierung zufolge, nun einen Hunger auf die Welt entwickeln, der nicht mehr gestillt werden kann, wenn das Maß überschritten ist. Das überschrittene Maß hängt eng mit der Bereitschaft einer bestimmten Anzahl von Menschen zusammen, sich bewusst oder unbewusst und aus vielerlei Gründen und Abgründen heraus in die Hände eines ‚Grifters‘ zu begeben, also einer ganz offiziell zum Betrüger oder zur Betrügerin gewordenen Person, die es versteht, so überzeugend zu lügen, dass es mühelos zum Glauben werden kann und die Vergötterung des Unauthentischen religiöse Züge annimmt. Nun wollte Elon Musk neulich nochmal eine Wahl kaufen (in Wisconsin) und hat dafür einige Millionen Dollars dahinfahren lassen, wohl wissend, wie käuflich der Mensch ist, bzw. sein kann, wenn sein Maßstab im Bedeutungslosen versickert. Aber siehe da, wieder hat er sich verrechnet, und nun kommt Schwung in die Sache. Die von Korruption triefende Geldgabe wird abgelehnt, das Gegenlager gewinnt. Senator Cory Booker hält eine wahrlich historische Rede im Kongress, die 25 Stunden und 4 Minuten dauert. Er muss die ganze Zeit reden, darf nicht auf die Toilette und bekommt nur durch gestellte Fragen im Senat eine Redepause. Eine Rede gegen die Vorgänge im Weißen Haus, eine Rede gegen Donald Trump und Elon Musk, ein Weckruf an das ganze Land. Das ist gut, das ist erfreulich, das zeugt von einem Erwachen und einem erforderlichen Widerstand gegen die selbstherrlichen Diktatoren. Das erzählt noch nicht die Story von Donald Trumps Downfall, aber die Symptome der schrecklichen Krankheit werden sichtbar und können im besten Falle eine abschreckende Wirkung entfalten. Die Originalität des Scriptes liegt ganz aufseiten der unergründlichen Realität, der das Ganze ganz offensichtlich unterliegt.

All-Tag

Und weiter geht’s. Wenn man das Wort All-Tag (so geschrieben und verstanden) wie eine geschenkte Zeitspanne, also als einen weiteren wundersamen Tag im All sieht, ist das sicherlich anregender als den Alltag als eine Überlebensleistung wahrzunehmen, die mit viel Druck und Überforderung zu tun hat, und deren Anforderungen man entweder immer hinterherhetzt oder aber ihnen voraus ist. Mit Arbeit, mit Medien, mit Ideologien, mit Ferienplänen, aber ohne die direkte Erfahrung der Reise, die sich ständig ändert durch müheloses Dahinweben von dem, was gerade da ist. Eben eine immense Freiheit, die das Ganze bestimmt, aber oft nicht wahrgenommen wird in ihrem Ausmaß. Vermutlich, weil es Angst macht, so ’schrecklich‘ frei zu sein, sodass man das Alleinssein zu spüren bekommt und erschrickt. Vor was erschrickt man. Man erschrickt vor sich selbst, denn nun ist man zwar immer noch Teil des Spiels, aber als eine Figur, die sich selbst durch sich selbst bewegen muss. Ja, es gibt Anlagen und Begabungen und Einschränkungen durch die genetische Erbschaft, aber so what? Es ist trotzdem meins und ist, was ich als Spielart zur Verfügung habe, und ist an jedem Alltag meines Daseins genau d a s, wofür ich verantwortlich bin. Und wenn ich selbst in dieser unruhigen Zeit z.B. Frieden und Liebe und Freundschaft erfahren kann, dann ist es nicht, weil ein allmächtiger Gott mich nett fand, sondern ich weiß zu schätzen, was hier geboten wird in einer allumfassenden Vernetzung, die im Smartphone ihre niedrigste Stufe erfährt. Im direkten Austausch mit dem Menschsein an sich aber erleben wir im kosmischen Aufgehobensein die gleichzeitig tiefste und höchste Variante seiner Möglichkeiten, verkörpert durch uns, die Wundersamteilchen.

Wieder ein Montag, so regelmäßig, und doch so unerwartet. Es soll wieder wärmer werden, aber noch ist es kalt und sonnenlos. Irgendwo in der Welt liegen eine Menge Menschen unter Trümmerm begraben, heldenhafte Geschöpfe buddeln Überlebende aus. Ein dunkles Ei bewegt sich langsam durch den Äther, man weiß noch nicht, was es für uns alle bedeutet. Man hat das Gefühl, sich irgendwie vorbereiten zu müssen, und sollte vielleicht endlich das Köfferchen unauffällig dastehen haben, falls Flucht sich als Notwendigkeit zeigen würde. Auf jeden Fall muss man damit umgehen, denn die Zeiten, wo man schwerelos der Welt den Rücken kehren konnte, sind auch vorbei, und konnte man wirklich? Ist man nicht immer drin, irgendwo mittendrin und insofern immer Beiträger oder Beiträgerin, das ist es ja eben. Es gibt keine Pause, beziehungsweise muss man im Pausenlosen selbst für erweiterte Räume sorgen, damit es so richtig still werden und man sich fragen kann, wer man gerade ist. Schließlich gibt es auch da Überraschungen. Wie ganz natürlich überall, wo man ganz zufällig genauer hinschaut. So habe ich heute früh das Weltenei (siehe Bild oben) in einem meiner Farbtöpfchen (II) entdeckt, und da war schon ein Bild, das passte zu meinem Monday-Blues.

haben (wollen)

Spiegelung im Farbtopf

Jaja, natürlich soll jede/r (alles) haben wollen können, was das Herz begehrt. Das verspricht auch der unselige Dämonensohn Elon Musk seinen Tesla-Aktien verscherbelnden Mitarbeiter:innen mit der Bitte, durchzuhalten, bis alle irgendwann alles haben können werden, was das jeweilige Herz begehrt. Doch was begehrt das Herz. Wenn dieses Wunschzentrum sehr viel Materielles will, kann es schnell zum Überdruss kommen, denn es muss geschüttelt, gewaschen, abgestaubt, versorgt und entsorgt werden, sodass wegen dem vielen Tunmüssen das Sein sich zurückzieht und die Notversorgung einsetzt, der Schein. Der Schein kann dann weiterhin vieles haben wollen, denn es fällt gar nicht auf, weil gar keine Zeit zur Verfügung steht, um die zugegebenerweise finzelige Arbeit an der Rasierklinge zwischen Schein und Sein zu kontemplieren, und das noch im Kontext des sinnvollen Spruches aus Delphi: Alles in Maßen. Herausfinden, was das bedeutet, alles in Maßen, was Kleiderschrank und Essen betrifft und Bewegung an sich, und fremde Länder und Arbeit, und alles, was sonst noch gemäßigt gehandhabt werden kann, damit man den Mitmenschen nicht auf den Wecker geht mit entgleisten Suchterscheinungen. Es ist schon seltsam, dass viele Menschen hierzulande so krank sind, dabei war doch Schlaraffenland. Schnell gewöhnt man sich an das Haben. Und Donald Trump denkt sich das Haben von Grönland zurecht, und will auch Canada dazuhaben, und d a s am Ende eines armseligen Daseins. Und will nochmal 4 Jahre Regierungszeit haben. Es ist die historische Unsterblichkeit, die er haben will, und vielleicht wird man noch lange über ihn lästern und lachen. Aber das Sein so ganz zu verpassen, das ist nicht schön, und es ist auch nicht lebenswert. Die schwarzen Schwingen des Habichts streifen die Haarspitzen.

lügen

Lügen ist einfach. Jeder kann es, und wendet es auch an. Es gilt im gesellschaftlichen Umgang das gemeinsame Verständnis, dass man nicht immer die (sogenannte) Wahrheit sagen kann und muss, zum Beispiel, wenn man gefragt wird, wie es einem geht. Bei ernsthafter Nachfrage müsste man selber nochmal gründlich nachforschen, wie es einem denn tatsächlich geht, ist ja nicht immer so leicht zugänglich, oder nicht immer gleich wichtig, die eigene Befindlichkeit. Viele unserer Eltern oder Großeltern waren noch an ein System gewohnt, wo es klar wurde, dass man bei bestimmten Einstellungen entweder lügen oder besser schweigen musste, wenn einem das Leben lieb war, was es meistens ist. Oder die Position ist einem wichtiger, oder der Machthunger, oder der Grad der Verführbarkeit und der darauffolgenden Verkäuflichkeit an Systeme und Ideologien und an ihre Spitzenvertreter nimmt überhand, wie wir es zur Zeit in Amerika in höchst verblüffender Weise vorgespielt bekommen. Und das ist wohl die dahinterliegende, infame Idee, die leider zu wirken scheint, nämlich so viel zu lügen, und mit so penetranter Gleichgültigkeit auf diesem infamen Lügenbrett zu spielen, bis wirklich niemand mehr wissen kann, wo alles einstmal als wahr Empfundene im Staub des Vergessens zu versinken droht. Es kann zudem sehr peinlich sein, beim Lügen ertappt zu werden, und ist grotesk, wenn es offensichtlich aus Angst vor dem Herrn Diktator geschieht, wie es vielerorts der Fall ist. Viele sind wegen ihres Mutes, die Wahrheit zu sagen, gestorben, al-Halladsch nannte es die niederste Stufe der Mystik. Vielleicht lohnt es sich, immer mal wieder darüber nachzudenken, wie wichtig einem die Nähe zu dem, was ich selbst als ‚wahr‘ empfinde, wirklich ist. Wie in jeder ‚guten‘ Ordnung, in der es auch dunkle, chaotische Flecken geben muss, so gibt es beim Lügen eine gewisse Toleranzgrenze, die man selbst für sich entdecken muss und möglichst den Anderen auch zugesteht. Aber es ist doch angebracht, wenn eine Klarheit vorherrscht über den Umgang mit Lügerei, damit man im Ernstfall die Ambivalenz vermeiden kann.

Es war einmal

Es war einmal ein Nussknacker,
der lebte in einem Baum.
Und als die Nuss den Kopf
erreichte, sieh da!,
da war’s ein Luftraum.

Die Lippen sangen ellenlang,
es war wie im Libellendrang.
Die Süchtigen erschraken. Es
schlug die Zeit am Achsenpunkt.
Da endeten die Fragen.

Die Elemente frohgestimmt
im bürdelosen Glück
in die Abstrakte eingerückt.
Das Opfer und der Opfernde
ein lückenloses Stück.

Zeit überquert
den Widerstand.
Am Treffpunkt
finden Treffen statt.
Der lange Tag fängt an.

Es ist erstaunlich, dass Menschen sich um Posten reißen, die für einen selbst der pure Alptraum wären. Doch es gibt sie, die Karriere-Hunter, die sich als Kanzler oder Präsident oder Premier Minister vorantreiben und hochträumen, und schließlich ist es da oben auch ganz angenehm, leicht verliert sich der Blick auf das Unten. Unten leben natürlich auch welche, die für hochkarätige Jobs geeignet wären, hätte das Schicksal sie nicht in eine falsche Kaste geschleudert oder mit der ungünstigen Hautfarbe versehen, oder waren nicht zur richtigen Zeit aus dem Ei geschlüpft usw. Aber was ist richtig, und was ist gut. Wir, also wir alle, werden ja gerade geschult an lebendigen Beispielen, die einen zu Wachsamkeit anregen können. Wir lernen also, und wussten’s schon vorher, dass (z.B.), wenn mehr als die Hälfte eines Landes einen Verbrecher wählt, dies nicht zur Steigerung des Wertesystems dieser Person beiträgt. Nein, es sind die Werte, die im Treibsand der allgemeinen Meinungen versiegen würden, gäbe es nicht die Wächter und Wächterinnen an den unsichtbaren Toren, die den Zugriff auf das Wesentliche behüten. Auch Hüter:innen erhalten Signale, wenn Unvorhergesehenes sich ungut zusammenbraut und den Hang zur Vernichtung in sich trägt. Daher gilt es, dem Überschaubaren Raum zu machen und sich die tiefe Verbindung zwischen Mikro-und Makrokosmos noch einmal vor Augen zu führen.

Das Bild wurde mir unterwegs irgendwo gezeigt und gefiel mir vor allem wegen des Auges im Faltenwurf. Ansonsten kein Photo. Pause. Es ist das neunte Jahr, dass diese Blogbeiträge von mir ins Leben gerufen wurden. Unsere Performance-Zeit als ‚Yoganauten‘ war auf natürliche Weise zu Ende gegangen, und ich nahm das geschöpfte Wort in die neue Praxis als ‚Yoganautik‘, der ‚Kunst, im Ungewissen sicher zu navigieren‘. Diese Eingebung erfreut mich noch heute, denn sie ist immer eindeutiger und aktueller geworden. Es ist die tägliche Ausrichtung mit der dazugehörigen Konzentration, die mir die Herausforderung ermöglicht, ein Fenster in das Weltgeschehen hinein zu öffnen. Ich bemühe mich, keine Lücken zu lassen, muss aber dann doch passen und wahrnehmen, so ganz mein eigener Boss, beziehungsweise meine eigene Chefin zu sein, die zuweilen entscheiden muss, ob Gespräche und tiefe Verbindungen im Freundeskreis nicht doch den wesentlicheren Raum einnehmen können mit ihrem nährenden Effekt, der Bereicherung, der Achtung, der Nähe, das nur durch die Bemühung des Zusammenkommens Reifende also. Sind wir nicht d i e, die die Gesänge durch die Zeiten tragen!? Wir nehmen einen Stift oder einen Pinsel zur Hand und lassen aussagen, was sich bewegt in den Weiten, den Welten, den Schluchten, den Sphären, den Höllen, in denen wir wandern mit forschenden Leidenschaften und Ausschau haltend nach dem, was nicht Hölle ist. Und das ist schon die unermessliche Last, die wir tragen, ohne dass sie sichtbar wird an unserem Gebaren. Manchmal sorgte auch nur ein Welanausfall in der Fremde, um die Zeichen der potentiellen Selbstversklavung als Gefahr zu erkennen. Man vergisst zuweilen das Maß an Freiheit, das uns zugesteht im Sinne einer radikalen Selbstverantwortung. Das kann auch erschrecken. Ich melde mich also (bei mir) zurück.

Wunde/r

Wo ist das Wunder?
Gab es ein Wunder?
Ist es ein Wunder?
Ein verwundetes Wunder,
oder ein verlorenes Wunder?
Von Wunder zu Wunde
und wieder zurück?
Wie kam es dazu?
Ging etwas verloren?

Trias

Es gibt sie, diese Momente im Zeitenablauf, wo eine ganz bestimmte Erkenntnis, gewonnen auf der Basis unleugbarer Tatsachen, eben dadurch gleichzeitig allen zur Verfügung steht. Eine Zeitenwende ist eingetreten, nichts wird mehr sein wie vorher. Es ist, als ob im Kollektivgehirn eine Bombe eingeschlagen hat, und nun sind alle auf einmal einzeln unterwegs im Ozean der Verunsicherung und suchen nach Richtung, wo keine mehr ist. Für einen langen Augenblick sorgen die Erschütterungen für eine Freiheit, die als solche bewusst erfasst werden kann, aber nicht muss. Der Drang nach Ordnung, bzw. nach ‚Normalität‘, ist übermächtig. Wer bestimmt und formt also die sogenannte ‚Neue Weltordnung?‘ Sehe ich einfach alles, was mir was bedeutet hat, den Bach runtergehen, oder kann ich selbst die Chance eines neuen Anfangs ergreifen? Und was heißt schon Anfang. Ist nicht immer Anfang? Und Ende zugleich? Daher: vielleicht mehr Wachheit dem direkt Lebendigen gegenüber, also weg von dem, was wir zu kennen glauben, und weg mit dem Geglaube an sich. Aus morsch wirkendem Ast drängt die Kirschblüte. Überall Wunder. Vielleicht ist es auch sonst immer so.

18.3.2025

Von mir aus kann es ewig dauern,
das Urprogramm Liebe. Ich fühle
mauernlos, schmerzlose Last, ohne
Körper zu sein, als ein du-freier,
zärtlicher Stern. Von mir aus kann
es genau so weitergehen: im Ganzen
durchflutetes Spiel. Prinz auf dem
Brut-Ei der Formen. Ich frage mich
jetzt durch die Wirklichkeiten hindurch
nach Tatsachen im Dickicht der Normen:
Wenn die Schale zerbricht, das heißt,
wenn die Illusion sich entspannt in den
Tod: was entsteht dann aus meinem
Zittern, dem Nicht-Sein,  dem unbefragten
Erscheinen. Nur gebunden an Himmel,
nur Wohnung Essenz, weit, mit Tagen
wie Blumen am Fenster des All. Wenn
das Rätsel der Welt langsam aufgeht
in Flammen, in Flammen: beim Tanzen,
beim Tanzen denkt sich der Mensch
heraus aus dem Zustand der Zeit.

man

Der Golem *

Man kann sich fürchten, aber man muss nicht. Hier fällt eher das ‚Man‘ auf. An einem bestimmten Punkt habe ich mich dafür entschieden, weil aus dem ‚Es‘ durchaus ein ‚Ich‘ werden soll, aber das Ich ist auch nicht immer die vollendete Lösung. Es geht auch beim ‚Man‘ nicht um eine Weltumarmung, also wen meint man. In der englischen Sprache kann ‚man‘ zu berechtigten Irritationen führen, heißt es doch ‚Mensch‘ und ‚Mann‘ zugleich, was in der Übersetzung des Filmtitels ‚Du bist mein Mensch‘ (von Maria Schrader) zu ‚You are my man‘ führte, ein kleiner, bemerkenswerter Unterschied. ‚Man‘ heißt in Hindi ‚Geist‘, das kann man dann auch noch dazunehmen. Und sich weiterhin fragen, wen man eigentlich damit meint. Kann ich zum Beispiel bei einem Satz wie ‚Man wehrt sich dagegen, dass Menschsein am Boden ist‘ damit rechnen, dass eine unbestimmte Anzahl von Menschen das auch bekümmert? Und wer sind sie? Und wann ist es angebracht, ‚wir‘ zu sagen, oder davon ausgehen, dass es einem ‚Uns‘ gerade geschieht, dass wir bedroht werden vom erschütternden Ausmaß einer diktatorischen Phase des Wahnsinns, deren Akteure ‚uns‘, in dem Falle uns Europäer, aber ganz besonders uns Deutsche, gerne am Angelhaken baumeln sehen würden, gäbe es nicht ein paar Überraschungseinlagen. Man prophezeit ja ungern dieser Tage einen wahrscheinlichen Kurs, denn ganz im Gegenteil zu Hitlers durchtrainierten Massen ist das amerikanische Volk im Aufruhr gegen das offensichtlich illegale Handeln des psychisch unstabilen Führers. Wenn der Führer nicht merkt, dass er gar nicht mehr führt, kann man davon ausgehen, dass Scheitern im Anflug ist. Doch wer und was wird scheitern. Man sucht einen Ausweg aus dem Teufelskreis der Gedanken. Nichts bietet mehr eine halbwegs verlässliche Sicherheit, und das ist vielleicht das Gute an der Sache. Man ist ja stets beides: allein und zusammen. Jetzt muss der Geist, alleine im Gehäuse des Menschseins, entscheiden, wie es um ihn, und sie, und alle drumherum, steht. Und auf einmal trägt man, also ich und wir und uns, die volle Verantwortung für d a s, was wir sind. Es könnte einen schaudern, aber siehe da, man ist ja nicht allein, sprach der Glückskeks.

* Lithographie von Hugo Steiner-Prag

Was sich in der Atmosphäre gerade so regt, ist auch der Geist derjenigen, die ansonsten lieber ihre Ruhe und den Raum und die Zeit und die Talente und Anlagen für d a s zur Verfügung haben, was ihnen bzw. uns wirklich am Herzen liegt. In schwierigen politischen Phasen hilft es, keinen Boss, göttlich oder weltlich, über sich zu haben. Man muss nur die Einsamkeit so lange aushalten können, bis man merkt, dass es ein Tor zur Freiheit ist, und zur Fähigkeit, Verbindung zum Lebendigen aufnehmen zu können weit über die Sprachfähigkeit hinaus. Allerdings bleibt es immer schmerzhaft, auf Dummheit zu treffen, denn sie ist ihrer Natur entsprechend unberechenbar. Das Große Theater setzt uns nun so ein Beispiel vor Augen, und man kann und muss die Erfahrung dieses Phänomens je nach Fachgebiet durchkontemplieren, um zu einer potentiellen Einschätzung der Weltlage zu gelangen, von mir aus aus purem wissenschaftlichem Interesse. Auch das durch Dummheit verursachte Leid ist ja immer präsent, um der erschreckenden Möglichkeit des Gefühllosen entgegen zu wirken. So kann der bombastische Satz des Augustinus ‚Liebe, und tu was du willst‘ sehr lecht missverstanden werden, denn wer würde schon gerne von sich behaupten, keine Liebe zu haben. So muss gemeint sein, dass der Mensch, der liebt, keinen Schaden anrichten kann, also nicht den Menschen oder den Tieren, dem Wald, dem Meer und dem Weltall undsoweiter, und man müsste dann darüber nachdenken, was ’schaden‘ bedeutet, und wie weit die Fähigkeit, ihn anzurichten, im Menschen verankert ist. Und so ist es schon ein Schock, einen Weltherrscher zu erleben, der so gut wie keine Fähigkeiten mit sich bringt, das ganze Spiel kontemplativ zu durchdringen und die jeweils besten Entscheidungen zum Wohl des Ganzen zu treffen. Leider glaubt das auch der Diktator von sich. Da hilft dann nur noch, sich abzuwenden vom Unlösbaren.

loswerden

Schauen wir, das ausgedehnte Wir, jetzt tatsächlich auf die eine oder andere Weise einem Irren zu, der von seinen Hinterhertrapsern als kommender Erlöser willkommen geheißen wurde und teilweise immer noch wird, obwohl eine Mini-Bröckelei zu beobachten ist. Ja, so ist es. Wir sehen den Wahnsinnigen ein irres Ding nach dem anderen drehen, und das ‚Lincoln Project‘ nennt ihn einen Teufel und einen Clown und meint, am gefährlichsten sei er aber als Präsident. Und klar, Elon Musk kann man auch nicht übersehen. Wir waren uns doch so sicher, dass das nicht lange dauern konnte, dieses narzisstische Bündnis, aber die beiden armseligen Kindergeschöpfe haben sich in dem unseligen Tumult, den sie gerade auslösen, wohl eher weiter angenähert. Es ist u.a. eine entgleiste Vatergeschichte, der psychologisch geschulte Geist möchte rattern, beherrscht sich aber rechtzeitig. Indessen rattert es an der Börse, angebrachte Besorgnis tritt ein. Es ist ja schon schwer, wenn man etwas ‚loswerden‘ will, dafür einen Weg zu finden. Aber nun grübeln schon eine Menge Planetarier:innen darüber nach, wie man diesen Präsidenten wieder los wird, dessen Gehirn sich gedanklich und offensichtlich in einer Dunkelkammer befindet, aus der schwer Verstehbares dringt, das aber verheerende Wirkungen zeigt. Es gibt dringende Warnungen, aber werden sie gehört? Oder schafft es allein der steigende Eierpreis, den Meisterlügner zu enttarnen, der von Welten säuselt, die er gerade zerstört? Vielleicht muss man es erleben, dass die Dummheit immer mal wieder kurzzeitig siegt, denn das Gute ist ja daran, dass man erschrickt. Das Erschrecken kann kreatives Denken mit sich bringen, kann das Gewohnte infrage stellen, kann zu sich selbst führen und dort (inzwischen gelassen) dem Ungewissen entgegensehen.

Froh, dass ich Gast bin auf
Erden. Heimischer wird’s wohl
grad‘ nicht mehr werden,
vielleicht noch was losgelöster.
Keiner merkt’s beim fröhlichen
Tanz der Toten, dass manche
fliehen aus dem Sog der Knoten.
Man sagt, im dunklen und
eisernen Zeitalter kann man
die Wahrheit nur aus dem
Munde von Kindern hören.
Ihr Kinder!, entschuldigt die
Störung! Sprecht zu uns aus
dem Heer der Bedrückten,
dem Großteich der Fordernden, erzählt von den Lehren der Märchenerzähler!

Wahrheit, offenes Meer….

möchten.

Auch der Wunsch, sich auf einen tragfähigen Grad von Gelassenheit verlassen zu können, ist unter den Bedingungen der Wunschwelt nicht umsetzbar. Auch Mantras wie „This, too, shall pass“ helfen nicht immer, und d a s trotz ihres Tropfengehaltes an Wahrheit. Und ja, Diktatoren oder regierende Irrlichter sterben auch eines Tages bald mal, aber darauf will man nicht warten müssen. Trump zum Beispiel plant gerade seine 3. Amtszeit, wenn er den Rest der bis jetzt bestehenden Legalität auch noch entsorgt hat. Wir schauen zu. In den Träumen beraten sich die Totgeglaubten. Sie sind nicht auf dieselbe Weise tot wie die, die wir geliebt und verloren haben, sondern es sind Tote, die sich denselben Schnurrbat aufsetzen und wieder den rechten Arm heben zum Gruß. Gespenster, die verschwunden sind ins Woauchimmer, nur um dann wieder mit schwerer Maschinerie des Hasses und der Gewalt das fragil aufgebaute Spiel zu zerstören. Ich bin keine Sinn-Sucherin, weil das von allem Sinnentleerte mir persönlich nicht geschadet hat, denn es begrenzt ja nicht die kreativen Kräfte. Meine Freude am Abenteuer aber wird erschüttert, wenn den Spieler:innen entweder gar kein Talent mehr zur Verfügung steht, oder der Einsatz ihrer Begabungen ist grundsätzlich verfassungs -bzw. erfassungswidrig. Was soll man nur machen, wenn – wie sagt man doch im Volksmund – die Kacke den Zaun trifft, aber das trifft es auch nicht so genau. Nichts trifft es. Das Untreffbare und das Untreffliche hat sich ins Spiel geschlichen, und aus nun vorherrschender Kinderlogik heraus fallen einem auf einmal nur Klischees ein. Diese wiederum belehren einen, dass das alles schon einmal über die Bühne ging, nur sind wir jetzt dran, damit umzugehen. Noch leben einige von uns im philosophisch durchwehten Raum, und ja, wir tun auch unsere Arbeit, auch wenn keine selbsternannten Königsdämonen uns im Nacken sitzen – oder sitzen sie dort schon? Deshalb die Frage nach der Gelassenheit, und schon steht wieder jede/r auf dem eigenen Gleis und muss trotz des ungewissen Fahrplanes schauen wie er oder sie da hinkommt.. Wenn man es möchte.

Frauentag

Der Internationale Weltfrauentag entstand, so lerne ich, als Inititaive sozialistischer Organisationen in der Zeit vor dem ersten Weltkrieg (im Kampf um die Gleichberechtigung, das Wahlrecht für Frauen sowie die Emanzipation von Arbeiterinnen). (!)
Teilhabe an der Macht wollten sie, die Vermessenen, und ist ja auch schon eine Weile her. Ich kenne diesen 8.März vor allem aus Indien, wo die Frauen, das muss ich schon mal erzählt haben, den ganzen lieben langen Tag frei in Bussen fahren dürfen. Und ja, es werden auch Reden abgehalten, und tolle Frauen in der Politik halten flammende Reden, nur, um dann beizeiten abgesägt zu werden (wie z.B. Mahua Moitra), eben wegen dem auffallenden Grad der Intelligenz, den man ab und zu in der Welt uneingestampft von männlicher Verurteilung vorfinden kann. Und ja, natürlich sind Frauen oft nicht nur begabt mit emotionaler Intelleigenz, der Sahne unter den Führungsqualitäten, sondern sie sehen sich oft, zu oft, wie selbstverständlich im Schatten eines Mannes niedergelassen, der selten mit ähnlichem Maßstab gemessen wird, weil sie in Wirklichkeit unter sich sind und wissen, wie das Ganze läuft. Die Männer, meine ich. Immer noch nicht der gleiche Stundenlohn. Die Femizide nicht auf der Tagesordnung ganz oben. Natürlich froh sein dürfen, dass man es selbst geschafft hat, den Vergewaltigungsversuchen zu entkommen, das gibt Power und Vertrauen in die eigene Macht. Oder einfach nur Schwein gehabt? Und immer noch ein Glückskeks: guter Freundeskreis, ehrenwerte Männerfreunde, keine Gewalterfahrung. Kismet? Ah sieh an, ein Beitrag zum Weltfrauentag kommt hereingeweht, er ist von Florian. Wenn Philosophieren nichts mehr hilft und keine Antworten zur Verfügung stehen, dann hat nur noch der Humor eine Chance. Das Lächeln im Nihilo Trotzquam, das die Lage erfasst wie die Rasierklinge des Bewusstseins, das erlöst einen dann doch kurzweilig vom Ansturm der Verzweiflung. Internationaler Weltfrauentag!

Von der mexikanischen Präsidentin

Claudia Sheinbaum

(Dieser großartige Beitrag landete heute in meinem Signal-Account – lesenswert!Die mexikanische Präsidentin CLAUDIA SHEINBAUM schreibt im Namen des Rests der WELT an Trump und Musk:

„Also haben sie für den Bau einer Mauer gestimmt… Nun, meine lieben Amerikaner, auch wenn Sie nicht viel von Geographie verstehen – denn für Sie ist Amerika Ihr Land und kein Kontinent –, ist es wichtig, dass Sie, bevor Sie die ersten Steine ​​legen, wissen, was Sie außerhalb dieser Mauer zurücklassen.

Draußen gibt es 7 Milliarden Menschen; aber da dieser Begriff von Menschen bei Ihnen vielleicht nicht ankommt, nennen wir sie stattdessen Verbraucher.

Es gibt 7 Milliarden Verbraucher, die bereit sind, das iPhone in weniger als 42 Stunden durch Samsung oder Huawei zu ersetzen. Darüber hinaus können sie Levi’s durch Zara oder Massimo Dutti ersetzen.

In weniger als sechs Monaten können wir in aller Ruhe aufhören, Ford- oder Chevrolet-Fahrzeuge zu kaufen und sie durch Toyota, KIA, Mazda, Honda, Hyundai, Volvo, Subaru, Renault oder BMW ersetzen, die die von Ihnen produzierten Autos technisch weit übertreffen.

Diese 7 Milliarden können auch ihre Abonnements bei DirecTV kündigen. Es mag uns nicht gefallen, aber wir können aufhören, Hollywood-Filme anzuschauen, und anfangen, mehr lateinamerikanische oder europäische Produktionen anzuschauen, die eine bessere Qualität, Botschaften, Filmtechniken und Inhalte haben.

Auch wenn es Ihnen unglaublich erscheint, können wir aufhören, zu Disney zu gehen, und stattdessen den Xcaret Park in Cancún, Mexiko, Kanada oder Europa besuchen. Es gibt andere hervorragende Reiseziele in Südamerika, im Osten und in Europa.

Und ob Sie es glauben oder nicht, selbst in Mexiko gibt es bessere Hamburger als die bei McDonald’s, mit besserem Nährwert.

Hat jemand Pyramiden in den Vereinigten Staaten gesehen? In Ägypten, Mexiko, Peru, Guatemala, Sudan und anderen Ländern gibt es Pyramiden mit unglaublichen Kulturen.

Suchen Sie, wo sich die Wunder der alten und modernen Welt befinden … Keines davon befindet sich in den Vereinigten Staaten … Was für eine Schande für Trump, na ja, er hätte sie gekauft und weiterverkauft!

Wir wissen, dass es Adidas gibt und nicht nur Nike, und wir können anfangen, mexikanische Turnschuhe wie Panam zu konsumieren.

Wir wissen viel mehr, als Sie denken. Wir wissen zum Beispiel, dass es Arbeitslosigkeit geben wird, wenn diese 7 Milliarden Verbraucher aufhören, Ihre Produkte zu kaufen, und dass Ihre Wirtschaft (innerhalb der rassistischen Mauer) so zusammenbrechen wird, dass Sie uns anflehen werden, die schicksalshafte Mauer niederzureißen.
Wir wollten es nicht, aber … Sie wollten eine Mauer, Sie werden eine Mauer bekommen.

Mit freundlichen Grüßen,
Der Rest der WELT.

Bitte leiten Sie dies an 12 Personen weiter. Wenn Sie das nicht tun, wird nichts passieren; nur werden viele Menschen diese Realitäten nicht kennen.

Es war einmal

Es war einmal ein Nussknacker,
der lebte in einem Baum.
Und als die Nuss den Kopf
erreichte, sieh da!,
da war’s ein Luftraum.

Die Lippen sangen ellenlang,
es war wie im Libellendrang.
Die Süchtigen erschraken.
Es schlug die Zeit am Achsen-
punkt. Da endeten die Fragen.

Die Elemente frohgestimmt
im bürdelosen Glück: in die
Abstrakte eingerückt.
Das Opfer und der Opfernde
ein lückenloses Stück.

Zeit überquert den Widerstand.
Am Treffpunkt finden Treffen statt.
Der lange Tag fängt an.

Wer im Wo?

Ja wer ist d a s denn da oben im Bild? Meine Finger haben ihn zugelassen, aber woher kommt er? Aus den unteren Korridoren der inneren Lagerhallen?, oder eher von oben, transportiert mit dem Zukunftsblick? Oder will etwas in mir zu Elon sagen: Geh doch zum Mars und nimm‘ am besten alle mit, die da auch hinwollen, so, wie die Bürger:innen in Vermont zu J.D.Vance sagten: Geh‘ doch nach Russland zum Skifahren, was allerdings seinem Lächeln keinerlei Abbruch tat. Und wir hier schauen natürlich da hin, wo die elitäre Männerriege unsere Weltvorstellung gefährdet, und müssen uns, erstmal rein gefühlsmäßig, damit auseinendersetzen, dass auch wir automatisch Teil der neuen Weltordnung sind, oder vielmehr individuelle Darsteller:innen innerhalb des veränderten Scriptes. Die Dunkelheit des Zeitalters wird jetzt so richtig spürbar, denn der Druck wächst, das Eis schmilzt, selbsternannte Könige wollen mit den Köpfen ihrer Unterlinge kegeln gehen. Wenn es zuweilen einer zu weit treibt, dann kommt Rückstoß. Auf die Durchhaltekraft dieses Rückstoßes kommt es an, ernst wird es, wenn die Verhaftungen kommen. Und ich prophezeie: sie werden kommen. Jede/r kennt das tiefe Unwohlsein mit der eigenen Lügerei. Manche Lügen können nicht mehr korrigiert werden. Auch Trump ist mit ihnen allein. Während seine Wählerschaft schwindet, muss er bei seinem Plan bleiben. Schon ist er nackt, aber ein ganzer Kongress-Saal behauptet, sein Kostüm sei sehr, sehr prunkvoll. Angst nimmt erschreckende Formen an. Man kann es letztendlich nur als eine Zeit des miserablen öffentlichen Spiels sehen, in das man mal hineinschaut, um informiert, wach und handlungsfähig zu bleiben.

Zeiten

Es gibt diese Zeiten, in deren Verlauf die Schreiberlinge in längere Grübelpausen verfallen, Künstler:innen und Philosoph:innen und Wissenschaftler:innen ihr Amt neu bedenken, ein kollektiver Shift im Bewusstsein der Weltbevölkerung stattfinden kann, ganz so, als würde die Erde auf ein neues Geleis gehievt und müsste sich nun neu erfinden. Es sind meistens Zeiten, in denen eine eindeutge Bedrohung dessen, was als lebenswerter Alltag erfahren wird, im Gange ist. Wenn (wie ich es in Indien erlebt habe) Wanderwege der Eremit:innen für den Tourismus asphaltiert werden, stirbt die Wissenschaft des Yoga langsam aber sicher aus. Ein paar Ausläufer finden sich noch in fernen Ländern, wo man das letztlich Unlernbare praktiziert hatte, aber die Bedingungen ändern sich, und es braucht frische Sichtweisen für den Umgang mit dem Welterleben. Nun zum Here and Now. Vom dramaturgischen Standpunkt aus sitzt ein altbekannter Narr auf dem (noch) mächtigsten politischen Stuhl des Momentes. Toxische Männeraugen weiden sich an der gelungenen Unruhe, die in die Weltmaschine gesät werden muss, um vom krankhaft begrenzten Ich weitere Machtgelüste zu befriedigen, ohne in unangenehmen Rechtfertigungszwang zu geraten. In diesen Zeiten werden bestimmte Randfiguren in die Mitte des Auges befördert, wo noch das Tosen des Wirbelsturms zu hören ist. Im Auge selbst aber ist Stille. Hier halten wir mit unseren Schreibwerkzeugen und Pinseln und Gedanken und Unterstützungen aller Art (Kunst) auf einmal ein Gegengewicht. Wir müssen und können uns nicht alle kennen, aber wir arbeiten im Gemeinsamen, in das das Wort ‚einsam‘ in seiner reifsten Bedeutung eingebettet ist. Jetzt kommt es darauf an, sich auf andere, aber vor allem auf sich selbst zumindest soweit verlassen zu können, dass die Unfähigkeit, klare Entscheidungen zu treffen, nicht zur Behinderung wird. Wir brauchen den politischen Raum als Möglichkeit, unser Leben frei zu leben, with due respect.

Während irgendwo im Draußen das Rosenmontagstreiben vor sich hinrauscht, ist es anderswo eher still. Immerhin wird in der Gesellschaft der Narretei und dem nachfolgenden Erholungsbedürfnis viel Raum gegeben, sodass freie Tage daraus entstehen, die man nach eigener Art und Weise durchnavigieren kann. Das Thema mit den Masken und der Kostümierung ist ja hochspannend, weil der Geist, also der Geist, der sich in einem und durch einen selbst ausdrückt, weil dieser Geist angesprochen wird und berührt von ganz bestimmten Dingen und Farben und Formen, und nur, weil man das im Karnival ins Extreme rücken kann, heißt das nicht, dass wir alle täglich unsere Kostümierungen durch die Szenen tragen. Die Tatsache, dass das oft so gleich aussieht, hängt mit dem Trieb der Anpassung zusammen, der einfacher umzusetzen ist als die Anstrengung, eigene Resonanzen wahrzunehmen und sie zu manifestieren. Dann gibt es auch Donald Trump(s), der so weit entfernt ist von seiner potentiellen Substanz, dass Substanz an sich nicht mehr zu finden ist. Um ihn herum ist nun eine große Hohlheit, die Anzüge trägt und Krawatten. In der Eklatszene im Weißen Haus sagte ein Mann zu Selenskij, er solle doch einen Anzug und eine Krawatte tragen. Sie hassen die Souveränität eines Helden, der zum Klischee nicht gezwungen werden und sich leisten kann, das für ihn angemessene Kostüm zu tragen. Und so ist sicherlich jede/r gerne mal ein jeckes Ich mit der Aschenschale in Reichweite, nach all dem ‚ausgelassenen‘ Miteinander. Und dann wird das wieder in eine Kiste gepackt und zu der Kiste mt den Weihnachtskugeln gelegt. An unserem Ahornbaum hängt immer noch die Lichterkette, alle finden es angenehm. Wir brauchen den Schmuck und die Reflektionen des Feuers in der Fensterscheibe. Immer kann alles zum ersten oder aber zum letzten Mal erlebt sein. Attention, Traveller, for it is late.

Alexander Solschenizyn

The strength or weakness of a
society depends more on the
level of its spiritual life than on
its level of industrialization.
If a nation’s spiritual energies
have been exhausted, it will
not be saved from collapse by
the most perfect government
structure or by any industrial
development. A tree with a
rotten core cannot stand.

À propos Masken und Carnevale und dem Gaukelspiel an sich unter Menschen, was wir dann normal nennen, weil wir alle was davon haben und hoffen, dabei gesehen zu werden…à propos also von all diesem Getue bis hin zu höchsten Normen und Formen der Diplomatie. So konnte man das auch betrachten im Oval Office, wo der selbstgstylte Diktator europäische Führungspersönlichkeiten empfing, und wer weiß schon dieser Tage ganz genau, wo Kriecherei anfängt und Diplomatie aufhört. Endgültig aufhört, wie es ja auch zu sehen war, als dem ukrainischen Gast der Kragen platzte, oder die Entrüstungswelle ihren Kipppunkt erreichte, oder die tiefe Erkenntnis, dass es Wichtigeres gibt als das Leben sich instinktiv durchsetzte, who knows. Und so kann man Selenskij hier als einen Verlierer, oder als einen verwundeten Helden sehen. Bei ihm setzte die dipomatische Bemühung nach dem Scheitern ein, das war des Volkes wegen, dem er Rechenschaft ablegen muss. Und während diese Wolke dunkler Unüberschaubarkeiten auf uns alle zurollt, arbeitet der andere Teil (wie immer) an den potentiellen Lösungsmöglichkeiten, was die Erhaltung des menschlichen Lebens betrifft. Der geistige ‚Plan‘, wenn man es mal so nennn möchte, kreirt sich ja selbst, und wir sind die Puzzleteile. Das, was wir sind und wie wir es sind, passt immer hinein in den dazugehörigen Leerraum, den wir dann okkupieren bis zum Aschenrand. Eine furchtbare Freiheit weht durch dieses gewaltige Drama, man muss schon gewappnet sein für den Ansturm, für das Unfassbare in seinem ganzen Ausmaß. Und doch!, man erlebt es selbst und ist als solches das Resultat der persönlichen Entscheidungen. Der Eintritt ist frei, aber trotzdem muss man achten auf den Preis, der verankert ist in den Gesetzmäßigkeiten.

carnevale

Wenn man einmal irgendwo hingezogen ist, wo zum Beispiel die Sprache anders ist, oder der Dialekt, oder der Humor, oder die Feste, oder die Bekleidung usw., dann kann das einem ziemlich fremdartig vorkommen. Was ja vollkommen in Ordnung ist, denn was befremdet einen auf dieser Erde nicht alles. Denn unerschöpflich ist die Fundgrube des menschlichen Ausdenkens, und noch ist keine Grenze in Sicht. So kann auch der Karnival verblüffen, wenn die sogenannten Jecken sich in die ‚rauschhafte Gemeinschaftung‘ stürzen und dort jemand sein können, wer sie sonst nicht sind. Klar, das ist reizvoll, mal bewusst und offen sichtlich die Maske aufzusetzen, oder aber abzulegen, denn es sieht da, wo alle jeck sind, ja keiner die Ausnahmen, also in dem Falle die, die auch sonst so sind, und nun auf einmal im Taumel der vorübergehenden Gleichgesinntheit einen Durchschnaufer genießen können. Allerdings kann ich aus Erfahrung nur in meine Kindheit zurückschauen, wo man an ‚Fasching‘ (in Berlin) wählen durfte, wer man sein wollte, und so konnte man sich in die gewünschte Form hineinversetzen und man hatte natürlich Glück, wenn das alles von Haus aus wunschgemäß angefertigt werden konnte. Aber man sieht ja Bilder und kann sich mal eine Stunk-Sitzung anschauen. Es gibt da im Publikum einen Ausgelassenheitszwang, aber auch authentisch fröhliche Naturen, die so etwas wirklich feiern können, das Schunkeln und das Mitsingen, und das Glitzern ihrer Kostümierung, und sich selbst als närrisches Wesen, und die Anderen als närrsches Volk. Dann die Talente, die dazugehören, um so eine Show auf die Beine zu bringen. Da ist schon der eine oder andere Witz dabei, und jetzt habe ich mich da in etwas hineingewurmt, worüber ich eigentlich (Harald Welzer mag das Wort ‚eigentlich‘ nicht) gar nichts sagen kann, weil ich das Ganze ja rätselhaft finde, so, wie wenn ich mal bei einer WM ein Fußballspiel sehe und weder die Gesänge der Fans kenne, noch ihre Kostümierungen nachvollziehen kann. Aber gerade d i e sind vielleicht der Schlüssel dieser Faszination, eben: wer will vor allem gar nicht sich selbst sein, und wer endlich mal so, wie er oder sie wirklich ist. Und wie würde denn das Kostüm aussehen, wenn man tatsächlich ’nur‘ als sich selbst gehen und feiern wollte (etcetera).

Wer ist diese furcherregende
Frau in uns, dunkel wie ein
Mitternachtshimmel.
Wer ist sie, diese Frau, die auf
ihrem eigenen Schlachtfeld
tanzt. Ihr Name allein entfernt
die Angst vor dem Tode,
denn unter ihren Füssen liegt
er, der Große Tod, und lächelt
in ihr flammendes Auge!

performen

So, da ist er nochmal, der große Gegenspieler, hier im passenden Kostüm beim Immobiliendeal, bzw. busy mit dem Zerstörungswerk der demokratischen Kultur. Sagt man nicht irgendwo, dass, wenn ein Clown den Thron besteigt, er kein König wird, sondern der Palast sich in einen Zirkus verwandelt, was zur Zeit beobachtet werden darf. Ja, eine Tragödie bzw. Komödie auf dem einfachsten Level der Darbietungen, aber Achtung, auch ‚einfach‘ muss immer wieder mal neu definiert werden. Denn zum Beispiel dieser simple Clown, mit dem sich der neue Kanzler viel wird auseinandersetzen müssen, ist ein Gehäuse, in dem bedrohliche Pläne geschmiedet werden, die wiederum unsere Freiräume gefährden. Freiräume aber sind genau das, was Diktatoren bekämpfen müssen, damit sie sein können, was sie zu sein glauben. Dazu gehört, dass viel Angst geschürt werden muss, denn dieser Typus von Gegenspieler sitzt im selbstgestrickten Netz und weidet seinen Irrsinn an der Angst der Beute. Daher muss man sich um die Angst kümmern, und um welche genau, und vor was und vor wem, und kommt sie aus der persönlichen Geschichte, oder erreichen einen Warnsignale aus dem Underground oder dem Unterbewusstsein, hallo, die Sache ist ernst, es muss kreativ gedacht werden. Und kein Zweifel, wir haben jedes Recht, allein die Fluten zu durchkreuzen, aber es ist dennoch ein Ozean, von dessen Zustand wir abhängig sind, und sei es auch ’nur‘ für das Atmen. Und so betrachten wir einerseits die weltliche Lage mit einem wachen Blick, und lassen uns andrerseits nicht vom eigenen Übungsfeld abbringen, denn woher sollen wir sonst wissen, wie es geht, wenn sich das ungeschriebene Buch der fünften Veda öffnet und wir dem schleierlosen Jetzt direkt gegenüberstehen.

Ich weiß, ich habe die Wahl, nicht über die Wahl zu reden, und sie ist ja auch vorbei. So manches ahnte man schon, anderes konnte erschrecken. Das blutrünstige Geiergespenst flattert über den Köpfen, unseren Köpfen, ein Hin und ein Her. Und was Herrn Merz betrifft, fragt man sich natürlich: wird er das fassen, der glückselige Friedrich, hat er doch endlich, was er schon so lange wollte, wenn auch nicht ganz den trunkenen Tanz des Siegers, überall Einbußen, niedere Sympathiewerte, die blonde Frau im Nacken, und dort drüben über dem Wasser der selbsternannte König, dem das Deutschland ein Dorn ist im Auge. Ganz offensichtlich gibt es Menschen, die sich um solche Posten reißen, bis zum unvermeidlichen Schachmatt, oft auch als Possenreißer. Das müssen Kindertriebe sein mit stählernen Nerven, die sich aufs Brett begeben, um zu zeigen, ja, was wollen sie denn jeweils zeigen? Wie sie einstehen können für das Wohl, das Gemeinwohl, des Menschen, und für Gerechtigkeit und Freiheit, für wen nochmal war das gedacht. Und wessen Gemälde hängen noch immer herum in Museen, und wem wurden sie vor (verhältnismäßig) Kurzem noch weggenommen? Und leben die noch, denen das einst gehörte, als noch niemand nach ihrem Stammbaum fragte. Ach so, ja, Herr Merz, viel Glück beim Durchblicken der Zusammenhänge, Sie sind nicht zu beneiden, die Sache läuft. Ein paar Figuren werden sich aus dem Spiel zurückziehen, das tut manchen sicherlich gut, es warten Biographien und Ölgemälde. Da gibt es auch so eine Rasierklinge zwischen Selbstüberzeugung und Mangel an Einsicht, eben wie sehr man sich doch immer mal wieder verrechnen kann, und nie gibt es ein Zurück, nur einen weiteren Auftrag, mit der Hinterlassenschaft der Verschwindenden irgendwie umzugehen. Das Land muss ja kein Schlaraffiahimmel bleiben, aber es muss dennoch lebenswert sein, sich darin aufzuhalten. Ohne Frau Weidel an der Spitze.

üben

Es ist eine erfahrbare Tatsache, dass das gelebte Leben erst in einem Nachhinein gründlich reflektiert werden kann, denn man hat einfach mehr Überblick über Zusammenhänge, gefällte Entscheidungen und die daraus hervorgehenden Resultate. Man kann mit einem inzwischen geübten Blick das Übungsfeld begutachten, auf dem man die diversen Prüfungen abgelegt hat, die man als Mensch freiwillig oder unfreiwillig durchlaufen hat. Denn es ist doch ein einziges Übungsfeld, auf dem man von Anfang an lernen muss, wie das alles geht, was in der eigenen Vorstellung zum Menschsein gehört. Zuerst übt man mit den Eltern, die auch noch mitüben, denn nun haben sie das Kind, wer weiß schon, wie das geht. Wenn man das überlebt, wird es nicht einfacher. Alles ist immer neu, bis man merkt, dass einiges sich wiederholt. Darüber gibt es dann tausende von Büchern und Filme, die einem zeigen, wie andere aus diesen Verstrickungen und Blasen, in die sie sich renmanövriert haben, wieder herauskommen oder aber darin gefangen bleiben und scheitern. Vielleicht muss man mal mit etwas scheitern, damit man weiß, wie das ist, aber grundsätzlich muss man nur weiterüben, bis man die Idee des Seins umwandeln kann in die Erfahrung des Seins. Aber was bedeutet das, das Sein zu erfahren, oder ‚es‘ zu sein, damit der Schein wegfällt, also die Illusion über all das, was man gelernt zu haben glaubte, dabei hat man das alles nur geübt. Denn wenn man glaubt, etwas wiederhole sich, hat man nicht darauf geachtet, dass jedes Ei und jedes Ich und jedes Auge täglich etwas anderes ist, und nur ich muss darauf achten, dass es am Leben gehalten wird. Durch Lernbereitschaft, durch Üben wird es am Leben gehalten. Das gilt für das morgendliche Erwachen ebenso wie für das tiefe Gespräch. Man muss für gute Ergebnisse immer auch die Bedingungen kennen, deren Kenntnis (unter Umständen) ein gutes Ergebnis gewährleistet. Dann sammelt sich natürlich auch was an in der Fundgrube, und man hat Zugang zu Qualität und Vielseitigkeit. Gibt es die Meisterschaft im Menschsein? Ich denke schon. Früher (wann immer das war) war das hohe Alter dafür gedacht. Man traute den Alten noch Weisheit zu. Auch dafür gibt es Bedingungen. Im Schlaraffenland hängen die Früchte niedrig, und es entsteht der Eindruck, alles sei habbar. Aber der Preis ist sehr hoch. Verwirrt stolpern Schlaraffenländler durch das selbstkonstruierte Labyrinth gefälschter Versprechen. War nicht immer Krieg? Nein! Frieden war’s, und auf einmal zuende. Und ist es nicht gerade der/die Meister/in, die am meisten beim Üben beobachtet werden können?, denn ja!, es gibt ihn ja schon, den Satz, der das alles vorzüglich zusammenfasst: Übung macht den Meister.

Auch wenn man eine Wahlberechtigung hat in Hinblick auf die eigenen Gedanken, kommt man nicht umhin, das von außen Hereinfließende zu sortieren und gegebenenfalls zu reflektieren. Was uns zur Zeit von der Weltpolitik geboten wird, ist allerdings eine derart krasse Mischung aus Tragödie und Groteske, deren Betrachtung einen immer wieder zurückwirft auf sich selbst, was der durchaus positive Teil davon ist. Doch es klirren auch die Waffen um unsere noch friedlich gestimmten Ohren herum, während die Empörungen über den Umgang mit Volodymyr Selenskij brodeln. Die Tatsache, dass es in der Aufklärung vor allem um die Handhabung des eigenen Verstandes ging, geht anscheinend im Staub eines undurchschaubaren Irrsinns unter, und weg war er, der Anspruch auf das Verständliche. Ja, es gibt Gegenbewegung, und man kann immer einen Hoffnungsstrohhalm auf die Goldwaage legen, wie immer ohne Garantie. Das mit dem drohenden Krieg ist genau so wie mit dem Tod, man kann sich einfach nicht vorstellen, dass es einen trifft. Aber nicht nur wissen wir von unseren Eltern, wie dieses Betroffensein erfahren wurde und immer noch wird. Denn es gibt für keinen Krieg ein würdiges Ende, und die vielen in den Krieg hineingeworfenen Lebenden sprechen als Tote ihre eigene, unüberhörbare Sprache. Das Ganze nochmal? Nur weil ein paar machthungrige Haie ihr Zwergenwesen übersteigern wollen, denn es ist m.E. noch nicht wirklich geklärt, warum diese menschenverachtenden Vorgänge immer wieder als notwendig empfunden werden. Vielleicht ist es deshalb so erstaunlich und bewundernswert, dass es Selenskij gelungen ist, einen Großteil der Weltbevölkerung zu überzeugen, dass seine Einstellung und Handlungsfähigkeit während der letzten drei Jahre nachvollziehbar waren. Und so grübelt sich Europa durch die nächsten Schritte, und man kann zutiefst bedauern, in eine Situation geraten zu sein, wo ein ‚Nein! Wir wollen gar nicht mitmachen‘ obsolet werden kann. Was kann man Besseres tun als die Zeit zu nutzen für das, was einem wesentlich erscheint, denn wie gesagt und zuweilen auch gespürt: keine Garantie!

Dieses Bild hat ein leeres Alt-Attribut. Der Dateiname ist 20250209_152743-994x1024.jpg

Kannte dich nicht
Ich kannte dich nicht
Ich kannte dich einfach nicht
Wie konnte ich auch
Ich konnte es nicht
Ich kannte es nicht
Das Kennen von dir
O Mensch

Thema

Ein Gast kam eines Tages von irgendwoher bei uns an, und kaum hatte er die Wagentüre geöffnet, fragte er, was zur Zeit mein „Thema“ sei, was eine humorvolle Anekdote unseres Hauses wurde, also diese wie selbstverständliche Annahme, man hätte immer ein Thema parat. Hat man ja vielleicht auch, aber zuerst muss man sortieren und etwas nachdenken, was man überhaupt bei all der vielseitigen Denkerei als Thema definieren würde. Sobald man sich intensiv(er) mit etwas beschäftigt, wird es leicht zu einem Thema, das dann in Gespräche einfließt, die man damit entweder lenken oder einfach anstoßen oder dadurch sich frei entwickeln lassen kann, es wird dann interessanter. Auf jeden Fall ist etwas, auf das das Augenmerk ausgiebig gerichtet ist, ein Thema. Es gibt auch unliebsame Themen wie ‚Elon Musk‘, aber auch mich hat der immerhin als Figur faszinierende Joker schon ziemlich beschäftigt, und das reicht schon und sagt aus, dass es immer ein herausgehobenes Interesse geben muss an einem Geschehen oder Vorfall, um ‚Thema‘ genannt zu werden. Die Themenbereiche finden meistens Anklang in Räumen, wo mit einem bestimmten Interesse gerechnet werden kann und schließen immer andere aus, die das nicht als Teil ihrer Lebensgestaltung betrachten. Bei öffentlichen politschen Themen wie Wahlen brodelt die Welle des Interesses kurz hoch und zieht sich dann wieder, entweder enttäuscht oder zufrieden oder abwartend zurück, und andere Themen werden vorrangig. Es gibt auch gedankliche Zusammenstöße von Themen, die auf erstaunliche Weise entstehen. Neulich gestalteten wir im Haus einen Abend, an dem eine Erzählkünstlerin dem Freundeskreis die Geschichte des ‚Golem‘ (Buch von Gustav Meyrinck) erzählte. Diese Figur des ‚Golem‘ geisterte eine Weile bei uns herum und wurde zum anregenden Thema. Dieser Golem wird durch Buchstabenmystik gebildet und kann (u.a.) Aufträge ausführen. Er ist seinem Gestalter untergeordnet und hat keinen freien Willen. Nun passt das hervorragend zu Elon Musk, aber was sehe ich da beim Öffnen meines smarten phones? Die Royal Society hat 1.300 Unterschriften gesammelt, um Elon Musk aus dem illustren Kreis auszuschließen wegen allen möglichen Turbulenzen gegen die Arbeit der Wissenschaft, das alles unter Golem.de (IT news for profis). Na ja, das wird jetzt keinen vom Hocker hauen, denn wir basteln und brüten ja unsere eigenen Themen aus und müssen vor allem in dieser Zeit immer mal wieder nachschauen, ob das, was uns beschäftigt, auch angemessene Worte findet, und andrerseits: ob wir auch noch zuweilen in der Gegend herumsitzen und von mir aus themenlos in die reichhaltige Leere des Kosmos starren, um dann wie automatisch zu uns zurückzukehren, der einzige Ort, der einem radikal zur Verfügung steht, und in dem sich Wahr-Nehmung ermöglichen lässt. Die Ausbreitung der Themen in der Welt befähigt uns, Chaos und Ordnung in eigenem Maß zu harmonisieren, ich meine spielerisch, damit aus dem ganz eigenen Thema keine überflüssige Blase wird.