Da ist er also, der letzte Tag des Jahres 2025, der genau wie alle anderen Tage und Jahreszahlen nie wieder kommen wird, der Tag des Rhinozerosses (Scherzlein), und Mittwoch, an dem in Indien Ganesh, der Elephantengott, die Rolle des Logos übernimmt, um Unbegreifliches sichtbar zu machen. Das hilft noch nicht dabei, zu fühlen, und wer’s nicht fühlt, der kann’s ja nicht erjagen. Nicht, dass Erjagen eine Option wäre, denn (z.B.) der Frieden lässt sich nicht einfach ins Bockshorn jagen. Das überreizte Auge starrt in die Kriegsruinen. War schon immer Dunkelheit so finster, und das menschlich herumirrende Etwas so schlecht versorgt von der Gerüchteküche!? Und wir, auch viele, auch erschreckt, aber eher von der Wahrnehmung unseres guten Lebens, wachgeworden durch Akzeptanz des Leidens, das Reifung und Liebe voranbringt. Warum hier so viel Nahrung, und dort verhungern den Müttern das Kind auf den Armen. Daher der Hang zum unermüdlichen Einsatz in schwierigen Zeiten, wenn es nicht nur um Leben geht, sondern um Qualität des Menschseins. Und nicht vergessen: das Wichtigste steht schon geschrieben: Erkenne dich selbst – und – Alles in Maßen.
Man beachte den goldenen Stab, der nur scheinbar trennt.
Wieder einmal, und d a s alle Jahre, hat die christliche Welt das berühmte Fest der Liebe bewältigt, vermutlich mehr oder weniger. Denn wem das Geheimnis der Liebe am Herzen liegt, muss sich auf Mühen gefasst machen, für die sich keine/r freiwillig melden würde, wüsste man vorher bescheid. Wer wächst schon gerne freiwillig über sich selbst hinaus, nein, tief hinein in die Wurzel, die Gebeine, die verborgenen Korridore und in umgeahntes Gewirr von Schluchten muss er treffen, der Ton, damit man, wenn es sich günstig entwickelt, etwas in sich selbst zum Schwingen bringen kann, damit die Neigung zum Ungewissen sich verwandelt in den heldenhaften Kampfgeist, den Liebe braucht, um zu blühen. Nun schauen wir kurz in die Weltpolitik. Auf dem Bild sehen wir so einen Kampf in der politischen Arena. Selenskij, dem Liebe nicht fremd, hat sich für die kindliche Arglosigkeit entschieden, um im letzten Schlachtfeld dem Diktator doch noch klarzumachen, dass ein Mensch in ihm sei, also in Trump, daher nicht verloren muss er unbedingt sein, oder ist er es schon, ich meine natürlich: sich selbst verloren gegangen. Nie hat er Liebe erfahren, der kleine Donald, aber reicht das aus zur Vergebung? Man sieht Trump an, dass er möchten könnte, denn eigentlich ist d a s, was Selenskij ausstrahlt, genau das, was er möchte. Er wäre gerne so liebevoll und im besten Sinne heldenhaft wie dieser kleine Mann vor ihm, den die Welt bewundert für eine Größe, die nur wenige haben. Aber wie kann er, Donald Trump, das handhaben, was da vielleicht sekundenschnell in ihm aufflackerte, hat er sich doch schon entschieden für die leere und letztendlich selbstvernichtende Variante der Macht. Dabei hat das große Marionettentheater ihm, dem finsteren Möchtegerndiktator, Selenskij geschickt, aber o weh o weh o Weh! Ob das Spiel, immer für Wunder bereit, d a s noch ermöglichen kann, ich meine: Berührung in freiem Fall!?
Es ist ja erstaunlich, was an so einem Fest wie diesem, dem vorüberziehenden Fest, energetisch alles aufgewirbelt wird. Die Bedürfnisse, die Wünsche, die Ängste, die Enttäuschungen. Das alles hängt an der Bedeutung, die wir Menschen in Ideen hineinstecken. Oder in die Erinnerung an Gewesenes, zum Glück nicht mehr ganz Überprüfbares, damit Phantasie und Berechnung ihre Blüten treiben können. Ob sich Maria und Josef tatsächlich vor Kälte zitternd an die warme Kuhhaut geschmiegt haben, oder wieweit Hermann Hesses Siddharta dem wahren Buddha entsprach. Und gibt es überhaupt einen Ausweg aus den Geschichten, und warum sollte man nach einem Ausweg suchen? Der/die Erzähler/in greift hinein in tote Materie, denn ständig ist ja (auch) Vergangenheit, und haucht dann günstigerweise der Idee oder dem Wort oder der Form Leben ein. Es ist eine Art Mutterschaft, die zu verschiedenen Resultanen führt, ganz wie im äußeren Leben. Denn da erscheint das dann alles: als Mensch, als Musik, als Bild, als Schauspiel. Und ja, da gibt’s gräßliche Szenen, man möchte nicht glauben und nur zögerlich wissen, dass Menschsein doch ein großes Mysterium geblieben ist, ein Rätsel, das sich schwer lösen lässt, und vermutlich geht’s gar nicht um erlösende Lösungen. Es kann schon erschrecken, wenn man merkt, dass man einen Faden in der Hand hält, der einem bei der Navigation durch das Labyrinth behilflich sein soll, und siehe da!, also doch!: ein Exit.
Es war einmal ein Mensch, der rief die Götter um Hilfe an, da er seinen Ausdruck suchte und ihn nicht fand. Die Götter staunten. ‚Aber du bist der Ausdruck!‘, riefen sie ihm zu. Es gibt keinen anderen Ausdruck von dir, es gibt nur e i n e n, und der bist du.‘ Doch obwohl die Götter die Stimmen der Engel einsetzten, leuchtete es dem Menschen nicht ein. Und wenn ihr ihn trefft, erinnert ihn daran. Unbedingt!
Die meisten Weihnachten meines Lebens habe ich nicht in Deutschland verbracht, aber die Weihnachtsblitzerinnerungen an kindliche Freuden und Aufgeregtheiten sind schon noch da. Die Weihnachtsgeschichte so rührend. Das kann schon jedes Kind verstehen, wie gruselig es ist, da draußen rumzuirren, und dann endlich: ein Stall, die warme Haut der friedlichen Kühe, das besondere Kind, das da heranwächst mit edler Gesinnung und einer unerschütterlichen Leidenschaft für Wahrheit. Und ja, dass sie leiden macht, diese Wahrheit, und dass dadurch das Leiden verstanden wird als ein Weg zu geistiger Freiheit. Daher sind auch Religionen meist nur Erhalter des Skriptes, und je strikter die Gehorsamslisten und ihre brave Durchführung, desto begrenzter die Möglichkeiten direkter Wahrnehmung. Aber hin zum Punkt, der wird umkreist vom Fest, dem Fest der Liebe immerhin. Manchmal hilft es, die Dinge ernster zu nehmen, als man gewillt ist. Kostüme können irritieren wie Glaubenssätze. Aber die ganz alten Geschichten haben immer was mit dem Licht zu tun, mit der Geburt des Lichtes. Darauf kann man sich einigen. Licht als Bewusstsein.
‚Die Eigenschaft des Hintergrundes ist Liebe‘, sagte der Quantenphysiker, und er schien zu wissen, von was er redete. Also ein Dahinter, auf das man sich verlassen kann, günstigerweise auf sich selbst. Das ändert nichts an der Tatsache, dass die menschliche Erlebnisskala geradezu unbegrenzt ist, und weist ganz offesichtlich d a die Grenzen auf, wo sie zu finden sind, meist in der Selbsteinschätzung. D i e beruht ihrerseits auf dem Interesse, sich selbst kennenzulernen, wobei es hier das Gerücht gibt, man könne sich selbst auch verpassen. In diesem Sinne hilft vielleicht das einstudierte Zeremoniell des Weihnachtsvorgangs dabei, gewisse Aufwühlungen zu aktivieren oder zu ertragen, damit der hohe Anspruch des Festes nicht völlig baden geht. Man könnte es auch als familiäre Therapiestunden sehen, im Here and Now, mit allen möglichen Masken bewaffnet, oder auch glücklich, why not. Ganz glücklich dann auch nicht wirklich möglich, denn da draußen stirbt die Ukraine und Gaza undsoweiter vor sich hin, bei jedem Glühweinschluck kann jemand ausrasten. Jesus wird weiterhin liebgehabt, und vielleicht ist er für viele ein tröstlicher Anker in der Dunkelheit. Und klar! Komm herbei: Frieden! Shanti! Shalom! Eirini! In die Praxis!
Das Xmas Festival braust wieder heran, und weit und breit kein Jesus, klar, ich warte ja auch nicht auf ihn. Es gibt immer wieder Gerüchte, dass Einer kommt, der alle wieder zur Vernunft bringt, aber das ist sicher ein langer, steiniger Weg. Schwarz vermummte Reiter rasen durch brennende Wüsten. Mehr Wüste, denkt man, kann gar nicht sein. In Indien erscheint der Gott Vishnu, Erträumer der Welt, als Avatar in zehn verschiedenen Formen und Verkleidungen. Die sagenumwobenste ist die letzte Form, da soll Kalki auf einem weißen Pferd heranreiten und das Böse besiegen ‚Sein Erscheinen markiert den Übergang von einem Zeitalter der Verwirrung zu einem Zeitalter des Lichtes und der Wahrheit‘. Wir stecken ja gerade alle in gewissen und unterschiedlichem Maße in der menschlichen Düsternis, und gerne soll herangeritten und gerettet werden, aber wie und wo und wann. Dabei kann es genauso gut die Intelligenz an sich, pura intelligenza, sein, die gerade herumgrübelt, wie man den Druck und die Atemnot durch die als ‚unmenschlich‘ erfahrenen Vorgänge erleichtern oder gar heilen kann. Scheinbar will die Wirrnis sich noch austoben, das hilft ja auch auf seine Weise mit dem Aufklären, wenn ein/e jede/r den Pfad durch die vielschichtigen Nebelschwaden bahnen muss, ohne sich auf einen direkt sichtbaren Sinn verlassen zu können. Warum sollte eine intelligente, schöpferische Kraft, an der wir alle automatisch teilhaben, sich sorgen, ob es einen Sinn macht. In jedem Spiel gibt es Anweisungen und Regeln, bevor die vielen Möglichkeiten der Spielart überhaupt auftauchen können. Es sind die sich selbst erkennenden Regeln letztendlich, die auch ohne Sinn auskommen. Jedes Wesen in diesem Spiel hat das Recht, sich bemerkbar zu machen. Es kommt auf den Spielraum an, den sich jede/r erschaffen möchte. Denn noch einmal sich selbst erinnert: wir spielen mit, und wie stet’s wirklich mit dem freien Willen, das muss noch geklärt werden.
Schon eine ganze Weile beschäftigt mich der Gedanke, warum es uns Menschen so schwerfällt, eine…na, wie soll ich‘ nennen, eine ’stabile‘ Wahrnehmung des Weltgeschehens zumindest für uns selbst zu erzeugen. Auch von Tiefgläubigen, in denen kein Restlein von Zweifel mehr Platz fand, hört man erstaunliche Dinge. Vielleicht waren sie gar der ‚Sache‘ näher als die, die den mühsamen Weg über die Vernunft bzw. das vorhandene Wissen gegangen sind und immer noch gehen. Wobei beide ja letztendlich eine ähnliche Ausrichtung haben, nennen wir es mal die gewünschte Erfahrung einer letztendlichen Realität, oder gar sich selbst als Spiel und Spieler/in zu erfahren, wie es aus den vielen Traditionen zu uns herüberschallt. Inzwischen wissen wir ja, dass wir, falls gefangen im Wasauchimmer, dieses Gefangensein nur in uns und von uns selbst konstruiert worden ist, denn es ist das einzige, für das wir selbst die Schlüssel haben. Durch die eigene Entschlüsselung kommt man auch zur Frage, wie es jetzt weitergeht. Um die illusionäre Natur des scheinbar Verständlichen zu verlassen, braucht es ein Feld, das uns empfangen kann. Hier kann man die vielen Variationen des Namens einsetzen, den man für die schöpferische Kraft hält, ob nun Kosmos, Bewusstsein oder von mir aus ‚Gott‘, wenn dieses irritierende Wort freibleiben kann von der Vorstellung des Verkörperten. Ich denke, es geht darum, von sich selbst befreit zu werden, damit man sich nicht mehr im Weg steht. Man ist ja nur e i n Ausdruck des Ganzen. aber immerhin: man kann es, beziehungsweise als Ausdruck eines universellen Bewusstseins kann ein Ich es erfahren!
Fremdes. Da war Fremdes. Es war das, was befremdete Das Befremdliche. Warum war es da. Es war Fremdliches: nix gut. No, no! Es trug keinen Zopf und hatte keine Steppdecken. Es sollte hingehen, wo es herkam. Irgendwo musste es ja herkommen, dann könnte es auch wieder irgendwo hingehen. Warum sollten gerade wir es treffen, wo es uns doch fremd war. Mit uns hat es jedenfalls nix zu tun. Wir haben selbst nix. Selbst im Nix nix Fremdes haben wir. Dann soll auch das Fremde nix davon haben. Weg soll das Nix. Wir jedenfalls wollen kein fremdes Nix. Wir haben selbst genug davon, ja. Genug jetzt aber. Das Fremde soll weg. Soll’s in die Fremde, wo Fremdes hingehört. Wer soll denn bei uns uns hören. Unerhört! Man soll Fremdes nicht stören. Unter uns stört’s schon von allem genug. Von allem genug. Von uns alles gut. Wir auch so. So weg.
Dass ausgerechnet Donald J. Trump in dieser Runde die Meisterschaft des aktiven Finsterlings als Rolle bekommen hat, kann schon erstaunen. Aber was heißt hier ausgerechnet. Immerhin waren und sind eine noch unüberschaubare Menge an Erdlingen daran beteiligt, ihn zu wählen. Genau ihn wollten und wollen sie, weil er auf eine bedrückende Weise einen Ton der Zeit trifft, der sich gerade auf niedrigster Ebene pompös durchsetzt. Würde man nun einmal zur persönlichen Unterhaltung den Kosmos, was auch immer man darunter versteht, aber vor allem das unbegrenzt Bewusste, als Seinsvermittler begreifen, dann könnte man diese unheimliche Rolle nochmal anders verstehen. Leider spielen auch hier, also im planetarischen Spielverlauf, die Religionen eine bedeutende Rolle, und obwohl auch sie die großen Fragen wälzen, verlangen sie die Hingabe an den Glauben, der sicherlich beruhigend wirken kann, aber ein Begriff für Nichtwissen ist. Das heißt, ich halte es gar nicht für nötig oder möglich, eigene Erfahrungen zu machen, und da trennt ein sehr scharfes Schwert das zu Glaubende von der Aufklärung. Insofern ist Trumps Groteske ein Hinweis auf seine wirkliche Gefährlichkeit, nämlich die Gläubigen kontrollieren zu können, wie auch immer er es will. Allerdings muss man eben seine Erscheinung als eine Kollektivschöpfung sehen, und vielleicht müssen wir, wir alle, dieses Phänomen des vollkommen morallosen Auftritts bei gleichzeitiger Gottverklärung einmal genauer betrachten. Schließlich kann der Mensch wählen, selbst, wenn es sich herausstellen sollte, dass er vom Bewusstsein an sich bewegt wird, denn bei jedem sieht es ja anders aus, es ist unlimited. Und das als unmenschlich Erkannte muss uns berühren, denn hallo!, ist diese Variante denn auch in uns? Erscheinungen wie Peter Thiel und Elon Musk finden den Hauptteil der Menschheit ihres angeblich erhabenen und entwickelten Geistes unwürdig und sinnen auf Auslöschungen der Unwürdigen. Das kennen wir doch. Achtung, Achtung, wir befinden uns im Kampfgebiet in der Dämmerstunde. Es ist um des Leides, aber auch um des besten Spieles willen, dass wir Verantwortung tragen für die intergalaktische Seinssphäre, also vom Kochtopf bis zur Totalität des Seienden.
Dezember 15, 2025
Also wenn ich auf youtube unterwegs bin, ist meine Dosis von Versklavung noch überschaubar (denke ich mir), denn immerhin kann ich dem Algorithmus noch eine Richtung geben (denke ich), obwohl er, also es, mir bei jeder Wahl weitere Möglichkeiten anbietet, mich zu erweitern. Und so kann man bei scheinbar freier Wahl im Darknet landen oder bei einem Shaolinmönch, wobei auch das häufige Erscheinen des Mönches ermüdend sein kann. Ich habe festgestellt, dass ich (u.a.) Shorts mag, weil man nach kurzem und oft unterhaltsamem Einblick wieder weg kann, ohne ähnliche Einblicke zu aktivieren. Heute früh habe ich so ein kurzes Ding geöffnet, weil da stand ‚Werde wie Jesus‘, und da wollte ich doch mal, passend zur sich aufbauschenden Weihnachtszeit, sehen, was jemand darunter versteht, wie dieser wichtige Mensch der christlichen Welt war. Es sprach sehr sympatisch ein amerikanischer Priester, Father David, und erinnerte daran, wie wild und stürmisch und wütend Jesus war, und sein Leben einsetzte für die Gerechtigkeit und gegen die narzisstische Gaukelei der menschlichen Natur, die ihm unerträglich wurde. Ich denke, man kann nicht wirklich mutig sein, ohne sein Leben, also das eigene Leben, einzusetzen, und vermutlich verschwinden im Nichts der Geschichte sehr viele unerkannte Menschen, denen es gelungen war, ihre menschlichen Grenzen zu überschreiten. Ist das ratsam? Es gibt gar keinen Rat, denn jede/r muss für sich selbst entscheiden, welche der angebotenen Lebensgestaltungen einem stimmig vorkommt. Das Heilige, sofern vorhanden, strömt ja diese Anziehung aus, weil es vorgibt, die menschlichen Begrenzungen, unter denen wir vor allem leiden, überschreiten zu können. Die Vorbilder verschwinden, man trapst durch Wüsten oder durch Eisgefilde oder aber tiefen Nebel ohne Straßenschilder. Dann merkt man erstaunt, dass Wunder gar nicht so selten sind, ja, es wundert überall. Heiter gibt sie sich zu erkennen, die frischgebackene Wirklichkeit.
Wer von uns in dieser Zeit Lebenden hätte gedacht, Zeug:innen eines solchen frontalen Zusammenstoßes des für menschlich Gehaltenen mit dem sich als unmenschlich zu erkennen Gebenden zu werden. Ja, wir ( hier als deutsches Volk) haben schon eine Hölle hinter uns, immer noch zuckt die nur langsam erlöschende Vorstellung vom Unvorstellbaren. Aber nun kann man sich’s nicht nur vorstellen, sondern es wird uns sozusagen frei Haus geliefert. Wir können zuschauen, wenn sie im komplett zerstörten Gaza-Streifen nach dem Unwetter im Schlamm waten, und wo Mütter schon eine ganze Weile ihren Kindern beim Verhungern und Sterben zusehen. Man grübelt, wie sowas geschehen kann, und weiß nun, dass es kann. Das leuchtende Nichts schreit in die Kinderohren. Irgendwo hat ein ungünstig gescheiterter Vater seinem Sohn zur Tyrannei verholfen. Weibliche Beschneidungen werden diskutiert. Einem menschlich unterentwickelten Geschöpf, das sich illegal an die Macht katapultiert hat, gewählt von Gleichgesinnten, dem wird erlaubt, von diesem Gazastreifen als einer Riviera zu träumen, na gut, undsoweiter. Was hilft mir hier meine Betroffenheit? Vielleicht gut, überhaupt noch getroffen zu sein, und unter bestimmten Umständen Konsequenzen ziehen zu können.
Ich denke, man kann es von allen weltlichen Erscheinungen sagen, dass sie zwei Seiten haben, auch wenn die Erzählungen uns manchmal anderes glauben machen möchten. Ist Tätowiertwerden oder blaues Haar oder Yoga gut für alle? Eine Antwort ist, dass man vieles willkommen heißen kann, aber wenn etwas nicht im Einklang ist mit dem Wesen der eigenen Sache, lässt man es lieber bleiben. Natürlich muss man lernen zu unterscheiden. Einmal habe ich in Kathmandu einen buddhistischen Lama gefragt, ob es ihm nichts ausmacht, dass so viele Leute einfach um den Tempel herumrennen und irgendwas vor sich hinmurmeln (natürlich nicht irgendwas, sondern ein Mantra), ohne die Tiefen dieser geistigen Anregungen zu reflektieren? Er meinte, es sei immerhin besser, als über die Nachbarn zu quasseln, auch darüber kann man getrost geteilter Meinung sein. Eine ähnliche Frage habe ich später in Indien einer Lehrerin während meiner Yogapraxis gestellt, und sie meinte, es würde sich immer um die paar wenigen lohnen, die ernsthaft bei der Sache sind. Nun kann man sich schon mal wundern, wenn man durch deutsche Dörfer fährt, dass dort auf Plakaten Yogaklassen angeboten werden. Man geht wohin, lernt mit bis zum Diplom, und macht dann eine Schule auf, klar, why not. Auf jeden Fall hilft es, die verschwurbelte Mystik um die Yogaerfahrung herum etwas zu lockern, oder schaut, was man selbst, aus uralter Schulung kommend, noch ernst nimmt. Nun ja, diese eher meditative Lebensweise scheint sich, vermutlich und hauptsächlich wegen der vielen Stunden und Tage und Wochen in Stille, also im Wortlosen, doch irgendwie bewährt zu haben. Wir haben schon Erfahrung gemacht davon, was wir unter einem guten Leben verstehen. Ich denke auch, dass es ganz viel mit der Einstellung zum Leiden zu tun hat und ‚if you know how to suffer, you suffer less‘. Vielleicht mehr innerer Raum zur Verfügung, die Freude am Licht in der Dunkelheit. Die Freiheit und Souveränität der eigenen Reisebetrachtung. Die Erfahrung des Universums als einem lebendigen Wesen, dem man die Intelligenz des Schöpfens zutraut. Schöpfung als Kunstwerk, für das Yoga eine Huldigungchance ermöglicht. Die bereitwillige Verneigung vor der Schatzkammer.
Dezember 11, 2025
Wir gehen so vor uns her, vor uns hin. Die Dinge fallen auseinander. Die blutgefärbte Flut ist losgelassen. Überall wird sie ertränkt, die Zeremonie der Arglosigkeit.
Wenn man hineingeht ohne Rückhalt, bleibt wenig Spur und wenig Spiegelung. Nur manchmal erfreuen wir uns wehmütig der Nus, wenn Gewesenes gepriesen wird. Und du?
Dezember 10, 2025
Nun muss man sich von dem offensichtlich entgleisten Maß an Dummheit, mit der man zur Zeit durch die Verkörperung des amerikanischen Präsidenten konfrontiert wird, nicht zu sehr beirren lassen, obwohl die Angst vor der politischen Ansteckungsgefahr nicht gering ist. Die Frage ist viel mehr, wieweit das lose verstreute Kollektiv der Gegenkräfte sich bereits in aktiven Denk -bzw. Handlungsprozessen befindet, von denen man verlässliche Resultate erwarten kann. Da es hier um freiwillige Entscheidungen geht darüber, wo und wie sich mein ganz eigener Weg gestalten soll, und wieweit ich meine persönlichen Beitragsmöglichkeiten erwäge, so dauert es zuweilen, bis das Wesentliche bedacht it. Kann ich mich darauf verlassen, dass auf, nennen wir sie mal die subatomaren Ebenen, dass also auf diesen Bahnen die klarsten und gleichzeitig einfachsten Eingebungen am schnellsten traveln, also viel schneller selbst als künstliche Intelligenz. Oder wie ein treffliches Schwert, das den Nebel des Traumes zerteilt und den Blick frei macht auf den Raum an sich, in dem sich das alles auf wundersame Art und Weise abspielt. Also keine Angst haben müssen vor dem, was allerorts durchgespielt werden muss, damit alle von den vielen Variationen des Traumes erwachen, oder zumindest so viele, dass es den Transit ermöglicht in ein hellwaches Bewusstsein. Freischwebende Aufmerksamkeit!
Wenn eine finstere Atmosphäre vorherrscht im Welttheater, erinnert man ungern an die eher erfreulichen Aspekte des Spieltriebs, oder aber wird von sich selbst gezwungen, seine Verdunkelungen als ein Teil des Spiels zu sehen. Darüber wissen vermutlich die passionierten Gamer:innen bestens bescheid, denn dort muss viel weggeballert werden, was dem Avatar im Weg steht. Schließlich kann jeder kümmerliche Nerd hier Avatar werden. In Indien ist es zum Beispiel nicht verboten, sich ‚Gott‘ zu nennen, aber die Show muss dann auch irgendwie zusammenpassen, also der Spielermensch und der gespielte Gott. Die arglos ergriffene Chance dieser Idee und dieses uralten Spiels hat in den letzten Jahren stark gelitten, und obwohl der Spieltrieb gestiegen ist, ist das Level gesunken. Ja welches Level denn, und was ist überhaupt unter ‚Level‘ zu verstehen. Es können auch Stufen sein oder Äste des Urbaumes oder Sephiroth undsoweiter, die uns die Bestrebungen des Menschen durch alle Zeiten hindurch vermittelt, sich einen Spielplan zu basteln, der das Durchqueren des weltlichen Irrgartens erleichtern soll. Es ist auch gesund, wie alle guten Spieler:innen bezeugen werden, dass man mit den Spielregeln zumindest vertraut ist, um letztendlich selbst zu entscheiden, was man als hilfreich betrachtet und was nicht. Und obwohl helle Köpfe immer ein bisschen naiver und vorsichtiger wirken als dunkle Geister, sollten die dunklen Spieler sich nicht täuschen und unangreifbar wähnen. Wenn das klar wird, geht der Kampf erst richtig los. Hier wird mit sehr unterschiedlichen Waffen gekämpft, aber alle können einen tödlichen Ausgang haben. Daher ist es ratsam, sich im Innehalten zu üben. Das Innere also zu halten und ihm angemessenes Handeln zuzugestehen. Und somit ist es angebracht, viele der verfügbaren Ebenen freiwillig und mit genügend Übung hinter sich zu lassen, um bereit und ausgerüstet zu sein für das jeweils Daseiende.
W a s kam da auf vielen Blättern zu uns aus Amerika? Muss man versuchen, das für möglich zu halten? Dass sie uns drohen und sich einmischen möchten und finden, bei uns sei die Redefreiheit in Gefahr? Eine derart unverschämte Verdrehtheit muss man aushalten können. Und muss nun doch, 50 Jahre seit Hannah Arendts Weisheiten aus dem Todesreich tönen und uns daran erinnern, dass niemand das Recht hat, zu gehorchen. Jedenfalls niemand, den diese Aussage anspricht. Und überhaupt, wann wurde das getrennt, in diesem Falle die Philosophie und die Politik, sind wir doch schon wieder Menschen in finsteren Zeiten, die bereit sind zum Austüfteln dieser menschlichen Abgründe. Vor allem ist das schmerzhaft, wenn man erfahren hat, dass es auch anders geht, also gut geht, und dass bei aller scheinbaren Widersinnigkeit des Spiels sich doch gezeigt hat, dass das Spiel weiß, was auf dem Spiel steht. Und dieses Ringen um die zuweilen offensichtliche Unvereinbarkeit zwischen Dunkel und Hell, das spüren wir doch auch innen. Oder kann es uns tatsächlich gelingen, in dieser versinkenden Sonne der demokratischen Idee tatsächlich genug menschliche Intelligenz abzurufen, um dem Unheil selbst die Stirnen zu bieten. Also Widerstand zu leisten gegen die erdrückende Hoffnung, alles möge gutgehen, wo es doch schon mächtig entgleist ist, das sogenannte Gute, und die Fäden bereits in künstlichen Händen liegen. Und wir müssen aufhören mit dem großen Fürchteln, denn noch sind die Würfel nicht gefallen, und die Süchtigen an den Spieltischen sind in den letzten Runden selten die Gewinner. Auge, sei wachsam!
Allerdings sollte das Schreckliche, dessen Wahrnehmung man in gewissen Kontexten verpflichtet ist, einen nicht davon abhalten, weitere Perspektiven der Weltbetrachtung zu bedenken, auch wenn die Grenze des Denkens bereits akzeptiert ist. Was führt darüber hinaus? Es ist dieses Gefühl, dem man, wenn auch unter viel Mühen, lernen muss zu vertrauen, der eigenen Wahrnehmung also und dem, was mich anspricht aus der verwirrenden Vielfalt der 10 000 Dinge. Um diese Klarheit mir selbst gegenüber zu(rückzu) gewinnen, muss ich für das Gelingen dieses Transits meine geistigen Finger aus der Matrix ziehen. Denn ja, es gibt ihn, den Exit, und das Gemunkle um diesen scheinbar verborgenen Ort ähnelt sich auf verblüffende Weise. Keine/r weiß mehr, wer draußen ist und wer drin. Oder wer gar beide Strecken bewegt und belebt, bedingt durch die freiwillige Amtsausführung. Und auch wenn wir gerade gleichzeitig durch das Wurmloch getragen werden, kommt es darauf an, wer wir sind für uns selbst und die engeren Mitreisenden. Und worum geht’s überhaupt? Und muss es was geben, um was es geht?
Manchmal ist es wohltuend, sich kurz von scheinbar ganz simplen Gedanken aufwühlen zu lassen, denn mit der Zeit gewöhnt man sich ja einigermaßen an das Leben und denkt, es sei normal. Am Leben ist nun aber gar nichts normal, obwohl das Wort ‚Normalität‘ eine beruhigende Wirkung auf einen ausüben kann. Denn wer will es fassen können, dass jedes menschliche Wesen, dem ich begegne, eine völlig andere Story hinter sich herwehen hat als die anderen, daher jeder einzelne Blick auf das Ganze ein anderer. Ein absolutes Meisterwerk also an Komposition, und dass wir uns überhaupt verständlich machen können, ist ein reines Wunder. Und wenn d a s nicht so gut gelingt, kann man Workshops besuchen und vermittelt bekommen, wie das geht, sich hier zurechtzufinden auf diesem Planeten mit seinen komplexen Gesetzmäßigkeiten. Denn es kommen ja Resonanzen von dieser Erde, wenn man ihr was antut. Und wenn man sich gut verhält und lernfähig ist, kann man mit dem Schicksalsboot gut navigieren. Sinn und Ziel kann man auch unterwegs beiseite lassen. Und weder schadet es, bei Expert:innen Rat zu suchen, noch sich selbst zu fragen, wie man die Dinge sieht. Doch wer kann mir letztendlich das von mir als wesentlich Gesehene erklären, bewege ich mich doch für diesen einzigartigen planetarischen Ausflug nur in dieser Haut, und von einem bestimmten Punkt an löst sich der unwiderstehliche Wunsch, verstanden zu werden, in Luft auf. Da fällt einem natürlich die große Salto-vivante-Akrobatin ‚Liebe‘ ein, und doch, da lauscht’s schon tiefer hinein, und da, wo Dunkelheit und Helle aufeinandertreffen, da kann sie Anklang finden und sein
Dezember 4, 2025
Wenn Schicksal eintritt in die Zeit hält Sprache den Atem an. Schreckliche Engel treten hervor, unbestechlich, frei von der Bürde der Meinung. Glauben Sie nicht, dass es einen gibt, der keinen Standpunkt vertritt? Man sieht einen Radius aus Licht, durch den ein Vogel fliegt, der die Grenzen des Geistes durchbricht.
Die globalen Ereignisse dieser Zeit sind verstörend und es ist empfehlenswert, sich selbst diese Empfehlung zu mehr Gelassenheit zu geben, wohl wissend, dass es eine Art Training erfordert, um diesem bdeutsamen Wort (Gelassenheit) gerecht zu werden. Ich persönlich bin dafür, Freundschaften zu pflegen, wo ich außer der Beteiligung an guten Gesprächen auch mal Dampf ablassen kann, denn man darf sich bei der Zeugenschaft des Unvorstellbaren im menschlichen Verhalten nicht verschlucken am Unvorstellbaren. Auch darf man beim Aufregen über laufende Weltgeschäfte die Selbstbetrachtung nicht vergessen, wo man unterscheiden lernen kann über angemessene Kritik an der Handhabung des sich enthüllenden Dramas, und der eigenen Befindlichkeit, wenn deren Ignorieren das wilde Herumtreiben in den Medien (zum Beispiel) nur noch ein Flüchten ist vor dem, was eigentlich Sache sein müsste. Wenn man nun von künstlicher wie verständlicher Aufregung etwas Abstand gewinnen möchte, kann man sich mit den Methoden beschäftigen, bei denen Gelassenheit schwerpunktmäßig eine Rolle spielt. Man verliert ja als Zeugin nicht das Fühlen, man verliert nicht die Liebe. Man schaut nur und sieht, wie etwas ist. Es ist gut zu wissen, wo man helfen kann und wo nicht. Und was geschieht mit mir, wenn ich etwas mache oder mitmche, was mir nicht entspricht. Und vielleicht verlangt auch diese Zeit automatisch ein Gegengewicht, für das wir uns immerhin entscheiden können.
Es ist schon ein Paradox, wenn man sich immer mehr genötigt fühlt, im Angesicht der wirklichen bis scheinbaren Menschenweltedrohungen gute Entscheidungen zu fällen. Und jeder, der damit einmal beschäftigt war, kann bestätigen, wie schwer das ist. Zieht man sich ganz raus?, und gibt’s überhaupt sowas wie ein Raus. Also nicht drin im Gewühle mitrangeln, sondern sich einen schönen antiken Steinsbrocken suchen und dort im Stillsitzen den anregenden, aber nicht mehr aufregenden Ablauf des ungeschriebenen Scriptes verfolgen, so, als wäre man von sich selbst angestellt als Palmblätterbetrachterin – und ja, ach so, d a sind wir gerade. Denn man hat sich ja in so einem Leben mit irrsinnig viel Zeug beschäftigt, und manches ist zweifellos hängengeblieben. Vermutlich, weil es einen wie vertraut angemurmelt hat. Wie Sokrates, als er gesagt hatte, was er sagen wollte, sich den Giftbecher hat reichen lassen, oder Diogenes, als er den wissensdurstigen Feldherrn bat, ihm nicht das Sonnenlicht zu verstellen. Und natürlich vieles mehr, was exzellente Entscheidungen in der Menschengeschichte betrifft, und man ist ja nicht von der Möglichkeit bester Entscheidungstreffer im eigenen Schicksal ausgeschlossen. Doch die medialen Zugänge, unbegrenzt verfügbar, erschweren die Lage. Soll man nochmal auf Gaza starren (ja!!!) oder auf Putins medikamentös aufgeblasenes Gesicht (nein), oder nochmal bei Dr.Hüther reinschauen, weil er grad bei einem vorbeischwimmt, obwohl man doch eigentlich nachschauen wollte, ob bei der amerikanischen Bomberei des angeblich drogenschweren venezulanischen Bootes doch zwei Überlebende fälschlich erschossen wurden. So, als gäbe es im globalen Polit-Drama noch ein gemeinsames Verständnis von ‚fälschlich‘. Dabei ist alles nur lebendig und findet statt auf seine eigene, unerklärbare Weise. Denn es grassiert auf der Erde ja das große Mutmaßen gerade w e i l es nicht erklärt werden kann. Beim Mitspielen lernt man, wie es geht. Man lernt sich selbst kennen, vor allem durch klare Entscheidungen. Hier geht es nicht um Sinn, sondern um die Freude am Dabeisein, immerhin ein aufwendiges Abenteuer. Mit sich selbst dabei zu sein.
Auch wenn zum Beispiel irgendwo durch Entgleisung menschlicher Handlungsweisen eine mentale Sturmwelle ausgelöst wird, können wir, wenn wir das wollen, jetzt in intensivster Weise an diesem Geschehen teilnehmen. Oder auch nicht. Das durchs All gleitende Raumschiff, Erde genannt, kann über längere Zeiten hinweg das ihm zugemessene Gleichgewicht halten, Turbulenzen mühelos durchkreuzen, und trotz allem Ungewissen sicher seine Bahnen ziehen, wir merken es ja kaum. Dann kommt auf einmal (oder war es schon lange da?) ein Zittern in die Sache, ein Flüstern, ein Räuspern, ein Unwohlsein, das sich im Kollektiv bemerkbar macht. Und obwohl vielerorts viele Menschen alles haben, was der Mensch zu einem verhältnismäßig guten Leben braucht, wird dieses Flüstern zu inneren oder äußeren Schreien. Das große Flicken an den Zauberteppichen beginnt, und Seelenschmerzlösungen für neue Krankheiten werden vorangetrieben. Bis man merkt: aha!, das ist eine der ganz großen Veränderungen, da kommt man nicht mehr so einfach heraus aus dem Strudel. Dann treibt es einen auf einmal durchs Wurmloch, und man weiß nicht wirklich, was auf der anderen Seite auf einen wartet. Und nur das oder der oder die Entbundene kann weiterreisen. Dadurch ist auch gesichert, dass neue Ordnungen entstehen können, fragt sich nur welche und wann. Reisen wir also aufmerksam weiter, sage ich da, denn it is not, not yet too late.