winterlich

Der Schnee macht alles so still und bringt die Kunst der Verzauberung. Schneit es tatsächlich mal länger, so wie dieses Jahr, dann ist man froh, das Notwendige im Haus zu haben, um die schöne Einmummung zu genießen, dafür sind ja schließlich die Feiertage da. Das natürliche Licht im Raum wird tiefer. Es ist erfreulich, ab und zu mal irgendwo hineinzustarren, ohne dass man es Denken nennen könnte. Man lernt nicht nur die Anderen besser kennen, sondern die Vertiefung der Beziehung zu sich selbst bietet sich förmlich an. Inzwischen ist es ja durchgedrungen, dass man nicht das Gesicht im Spiegel ist. Die Erdsphäre fordert gewisse Anpassungen an den Organismus des Ganzen, aber was ist das Ganze? Da wir an bestimmten Grenzen im Vermuten stecken und Irren auch an Wissenschaftlern menschlich ist, tut es weiterhin gut, sich die eigene Wahrnehmung zuzutrauen und erst dann mit dem und den Anderen abzuchecken. Sollte es sich nun aber tatsächlich herausstellen, (auch das noch im Raum der Vermutung), dass selbst die von uns so hochgeschätzte Individualität gar nicht so persönlich gespielt wird, wie wir denken, sondern vielleicht entscheidet da noch etwas ganz anderes außer uns über den Zustrom in unseren Kanälen. Ich meine jetzt nicht heimlich Gott, nein, sondern das Bewusstsein an sich, d a s, was d a ist, und alles, absolut alles ein Ausdruck davon. Das Bewusstsein also nicht in uns, sondern wir im Bewusstsein. Das wärmt doch so richtig durch, und draußen, sehe ich gerade, suchen 3 Rehe unter dem Schnee nach Äpfeln, und finden sie auch.

munkeln

Aus welcher Perspektive man auch immer das Weltgefüge betrachtet, so lassen sich nicht nur komplexe Zusammenhänge sehen, die meist schwer zu erkennen sind, sondern man sieht auch das eigene Schicksal mit den Entscheidungen, die in den politischen und wissenschaftlichen und sozial gepolten und philosophischen Arenen getroffen werden, stark verwoben. Das stimmt vor allem in unruhigen Zeiten, wo die Schachzüge so kompliziert werden und es tatsächlich dazu kommen kann, dass nicht nur eine fehlende Intelligenz die Grenze des Vorstellbaren ist, sondern effektiv keine/r mehr wissen kann, was als nächstes kommt. Und in welcher Gestalt. In Amerika sehen wir eine radikale Enthebelung der einst vereinbarten Gesetze, dann geht die Diktatorenpost ab. Im Hintergrund wird viel geheim telefoniert. Ach, du willst das Land mit den besten Butterbrezeln, gut, dann nehme ich mir das mit den Schokotrüffeln. Diese Lebensvernichter sind alt und man fragt sich am Rande des Gemunkels, was sie davon haben, anderen Menschen das Leben zu zerstören. In Caracas ’nur ein paar Tote‘? Wenn die Preise zu hoch werden, entsteht Gegenwind. Aber auch da weiß man nicht, wie stark der sein wird, das alles braucht tiefere Ebenen. Ende des Gehorsams. Selbstbestimmung. Tun, was man kann.

geschehen

In gewisser Weise war die Jahreswechselkurve ganz gut angelegt, und dass der erste Tag auf einen Donnerstag fiel, wäre oder wird in Indien als ein besonders günstiges Zeichen gesehen. Donnerstag als erhabenste überweltliche Idee, und beim Zeus, es war auch sein Tag der göttliche Einmischung. Dann hinein in die kalte Flutung des Vollmondes, ich lese nach, er wird ‚Wolfsmond‘ genannt. Durch all das Ungefähre streckt sich der Freiraum in die erste Woche hinein, und wie Feste es so an sich haben, erwachen Menschen auf sehr unterschiedliche Weisen davon. Es schneit, und Menschen gleiten durch die Zeit, die so schwer zu fassen ist, weil sie ja nicht das ist, was durch Daten und Termine und Besuche und Feste vergeht, sondern sie ist immer bei allem dabei und webt sich ungesehen durch die Schicksale und über die Wochenenden hinaus. Denn es schlägt auch zu, dieses Kismet, und dumme menschliche Fehler führen zu verheerenden Resultaten. Und es muss uns zu Herzen gehen, wenn junge Leute wegen einer ungehörigen Nachlässigkeit ihr Leben verlieren oder gebrandmarkt sind für den Rest ihres Daseins. Fakt ist auch, dass im Krieg zwischen Russland und der Ukraine über 200.000 russische Soldaten und schätzungsweise 500.000 ukrainische Soldaten gefallen sind, ein seltsames Wort: gefallen. Alle weben ständig mit (hat auch die Quantenphysik bewiesen) an diesem kostspieligen Teppich, ob das nun bewusst ist oder nicht. Wir lernen also, dass jederzeit alles völlig anders oder aber ganz vorbei sein kann, das Spiel tatsächlich aus, während andere zu einem Schlückchen Wein nach Hause gehen, oder sich am nächsten Tag bei der Behörde melden, um, wenn einer kommen sollte, fürs Vater- oder Mutterland in den Krieg zu stapfen. Das Weltgefüge hängt in einer Pattsituation. Die menschliche Fähigkeit, Dinge selbstbestimmt zu entscheiden, gerät ins Wanken, denn es gibt kein Gewinnen und kein Verlieren mehr. Etwas muss geschehen, um die Lage in Bewegung zu bringen. Und es wird geschehen, das ist sicher.

vorbereiten

‚Sonst‘, meinte der Sprecher, war alles meist friedlich. Im ‚Sonst‘ und im ‚Meist‘ sind dann zwischendurch viele junge Leute gestorben oder mit Verbrennungen nicht glimpflich davongekommen. Viele lockere Handhaber gefährlicher Zündstoffe oder Betreiber:innen von Unterhaltungsorten denken immer, es wird sie niemals treffen. Aber das Unerwartete trifft immer, es kann auch schön und bereichernd sein. Wobei es hilfreich ist, vorbereitet zu sein, wenn die Vorbereitung der wachen Anwesenheit im Nu nicht hinderlich ist. Aber wenn die Zeichen s o stehen, dass es keinen Exit mehr gibt, dann ist der Exit selbst da. Diese Tragödie in der Schweiz hat auf jeden Fall dazu geführt, dass der erste Tag im Jahr darauf hinweist, dass wir, so kommt es mir jedenfalls vor, dass wir im nächsten Jahr oder d e n nächsten Jahren vor allem emotionale Stabilität brauchen, um das alles auszuhalten, was sich im großen Dramaskript zusammenbraut. Das ‚So war’s doch schon immer‘ wird mühelos ausgehebelt durch den Auftritt des neuen Spielers, künstliche Intelligenz genannt. Jaja, er ist schon unter uns, ich weiß, ich schlendere ja auch etwas herum auf dem Sklavenmarkt, halbherzig um Kontrolle bemüht. Aber das ist alles noch in den Startlöchern, denn das wirklich Unvorstellbare kommt noch. Das muss nicht zwangsläufig etwas Schlimmes heißen, kann aber durchaus noch schlimmer werden, als es schon ist. Politisch gesehen muss zB. Selenskij am Leben bleiben, um dem dumpfen Vernichtungstrieb von Putin Widerstand leisten zu können, Trump muss in seinem freien Fall beobachtet werden, damit der Finger nicht aus Rachegelüsten zu nahe an den roten Knopf kommt, und was den Herren noch so alles einfallen sollte. Es ist verblüffend, was Menschen mit ihrem potentiellen Vorschuss an Intelligenz alles anrichten. Wenn sie, die Intelligenz, dann aber im Verlauf ungenutzt verkümmert, bahnt sie gleichzeitig den Pfad des Unmenschlichen. Und auf diesem Weg geschieht es, dass Gehirne die Maschine als authentische geistige Verbesserung des menschlichen Geistes sehen können, was sie nie sein wird und auch nicht sein kann. Das alles könnte einen stark beunruhigen und kann es auch manchmal, aber zum Glück gibt es andere Optionen. Die wiederum sind schon seit Jahrtausenden bekannt, und sind schon von vielen praktiziert und überprüft worden. Sie sind (u.a.) ein Garant für diese innere Stabilität.