Gestern war, jedenfalls auf meinem Algorithmenstrang, nicht zu übersehen, dass aus dem tausendjährigen China ein weiteres Feuerpferd entlassen wurde, und rast dahin und verändert das Zeitgefühl, und überhaupt soll man es zügeln und beruhigen. Auf der anderen Seite kann man diesem Ungezügelten keinen Einhalt gebieten, die ganze Show läuft ja bereits. Und so kann es passieren, dass uns die scheinbar todernsten Prophezeiungen vorkommen wie Schnee von gestern, und heute: keine Flocke mehr sichtbar. Es rast also über uns hinweg und um uns herum, aber wir können nicht klagen, wir haben uns vorbereitet. Nicht in Hinblick auf das Feuerpferd, nein, eher durch Hineinhorchen in den Weltatem, das Stöhnen über die Zwanghaftigkeiten, das Schaudern über die Preise, wenn Charakter zum Verscherbeln angeboten wird, das Unaufhaltbare, das keinen Namen trägt. Oder ist es gar Kalki, der letzte Avatar von Vishnu, der mit dem Schwert der Gerechtigkeit herantobt auf einem weißen Pferd, ja, da ist es weiß. Genauso gut, und belehrt darüber von den Religionen, kann man sich ein Stück weit in den schaurigen Olymp von Peter Thiel hineinversetzen, der dort auf seinem faken Thron sitzt und ‚Yeah!‘ zu dem Teufelsritt sagt, ‚denn genauso habe ich es mir vorgestellt‘. Darüber, was er sich vorstellt, weiß man inzwischen genug, um Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Was steht uns zur Verfügung, was dort drüben, also im Feld der selbsternannten Halbgötter, nicht zur Verfügung steht, obwohl auch hier noch auf beiden Seten Ausnahmen die Regel sein können. Wer will schon ‚böse‘ sein, obwohl es auch diesen Heldentypus gibt. In der Ramayana ist es Ravana, ein Herrscher des dunklen Stils, aber Rama, der König von Ayodya, zollt ihm dennoch Respekt. In jedem guten Drama muss es verirrungen und Verwirrungen geben. Wenn diese jedoch zu einem unüberschaubaren Spektakel ansteigen, verlieren sie ihren kosmisch genehmigten Unterhaltungswert. Es gibt Stockungen, Überschneidungen und Risse im Matrixgewebe. Es gibt Aufruhr und Unruhe. Große Menschenmengen erkennen den Grad ihrer gemeinsamen Versklavtwerdung. Der Drang nach Freiheit wird größer. Die Wertschätzung des gelingenden menschlichen Abenteuers führt durch den Aufschrei zur Handlungsfähigkeit. Das ist das Gute an diesem Durchgang. Es bedeutet, die Kunst des Zügelns zu aktivieren, um sich bei Bedarf dem Wohlbefinden des Menschen und des Tieres undsoweiter widmen zu können.