Wir waren gestern bei der Ausstellungseröffnung einer kosovanischen Künstler:innengruppe, und dieses Bild oben gefiel mir wegen seiner präzisen Buchstabensetzung auf lebendigem Schwarz, und ja, der schwarze Spiegel, aus dem der Tod lugt. Aber klar, auch während des eigenen Lebendigseins stirbt außen und innen so einiges, geht einfach dahin. Neue Impulse werden generiert und prallen zusammen und formen neue Muster und neue Gesellschaften. Die Übergänge sind oft schmerzhaft. Tief sind die Wunden des unfreiwilligen Verstehens, und wenn wir dann mit dem Unvorstellbaren umgehen müssen, kommt es für jedes lebendige Wesen auf sehr viel an. Ob die geistige Nacht noch dunkler werden kann, oder gar schwärzer? Oder hat’s schon ins Schwarze getroffen, und wir hielten es für aushaltbar. Die Häuser voll von getriebenen Menschen, die keinen Ausweg mehr sehen? Aber es gibt ihn, das muss man unbedingt wissen. Man sollte sich wegen der Dunkelheit des Spiegels vom Sehen nicht abhalten lassen. Der Lufthauch des Dahinter ist ja schon spürbar. Jetzt habe ich fast vergessen zu erzählen, dass nämlich in dem obigen Bild von Artin Ymeri kein Lichtstrahl angelegt war, der kam dazu über die Reklektion des Glases. Dafür hat sich m.E. der Kunstgriff selbst eingeschaltet und hat einen Nu der lebendigen Fusion festgehalten, in dem das scheinbar undurchdringliche Dunkel belichtet wird.