erscheinen

Das Xmas Festival braust wieder heran, und weit und breit kein Jesus, klar, ich warte ja auch nicht auf ihn. Es gibt immer wieder Gerüchte, dass Einer kommt, der alle wieder zur Vernunft bringt, aber das ist sicher ein langer, steiniger Weg. Schwarz vermummte Reiter rasen durch brennende Wüsten. Mehr Wüste, denkt man, kann gar nicht sein. In Indien erscheint der Gott Vishnu, Erträumer der Welt, als Avatar in zehn verschiedenen Formen und Verkleidungen. Die sagenumwobenste ist die letzte Form, da soll Kalki auf einem weißen Pferd heranreiten und das Böse besiegen ‚Sein Erscheinen markiert den Übergang von einem Zeitalter der Verwirrung zu einem Zeitalter des Lichtes und der Wahrheit‘. Wir stecken ja gerade alle in gewissen und unterschiedlichem Maße in der menschlichen Düsternis, und gerne soll herangeritten und gerettet werden, aber wie und wo und wann. Dabei kann es genauso gut die Intelligenz an sich, pura intelligenza, sein, die gerade herumgrübelt, wie man den Druck und die Atemnot durch die als ‚unmenschlich‘ erfahrenen Vorgänge erleichtern oder gar heilen kann. Scheinbar will die Wirrnis sich noch austoben, das hilft ja auch auf seine Weise mit dem Aufklären, wenn ein/e jede/r den Pfad durch die vielschichtigen Nebelschwaden bahnen muss, ohne sich auf einen direkt sichtbaren Sinn verlassen zu können. Warum sollte eine intelligente, schöpferische Kraft, an der wir alle automatisch teilhaben, sich sorgen, ob es einen Sinn macht. In jedem Spiel gibt es Anweisungen und Regeln, bevor die vielen Möglichkeiten der Spielart überhaupt auftauchen können. Es sind die sich selbst erkennenden Regeln letztendlich, die auch ohne Sinn auskommen. Jedes Wesen in diesem Spiel hat das Recht, sich bemerkbar zu machen. Es kommt auf den Spielraum an, den sich jede/r erschaffen möchte. Denn noch einmal sich selbst erinnert: wir spielen mit, und wie stet’s wirklich mit dem freien Willen, das muss noch geklärt werden.


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