
Vermutlich hat jede Art von Suche mit einer Sehnsucht nach Verankerung zu tun, entweder in göttlichen Gestaltungen jenseits von Erklärungsnot, oder aber in anderen Welten, sei es Tier oder Mensch oder Technik undsoweiter. Da eben, wo ein Anker in Sicht scheint, vor allem getragen von Ideen, die sich oft schwer tun in der Umsetzung. Auch gibt es im Kollektivkonstrukt der Gesellschaftsbildungen viele Verankerungsangebote, die eher lebensbedrohender Natur sind wie zu viel Rauchen oder Trinken, sodass der momentane Sicherheitskick sich als ungute Sucht entwickeln kann, vor allem bei schwankendem Lebensentwurf. Der darf natürlich schwanken, wenn mir das Freude macht und keine Angst aktiviert, die wiederum die Verankerungssucht hervorruft. Allerdings wirft ein Schiff, das unterwegs ist, schon mal den Anker aus, hält an, ruht aus, tankt auf. Dann geht’s weiter im Abenteuer. Wo also ist die Verankerung angebracht, also am günstigsten für jede mögliche Situation. Wenn wir uns einen Moment lang das Wesen eines Menschen in seiner ganz persönlichen und individuellen Verankerung vorstellen, scheint sich die ganze Erfahrung der Weltarchitektur von ihrer schwer verständlichen Magie zu lösen und einfach zu sein, was sie ist. Staunenswert, ja, aber durchaus erkennbar als das, was sie ist. In dieser Sichtweise spielt Liebe eine Hauptrolle. Denn Verankerung in mir selbst heißt, dass meine Liebe sich (auch) für mich selbst entschieden hat. Und Dank an alle, die in irgendeiner Art (Kunst) und Weise (Weisheit) dazu beigetragen haben. Die Verankerung in mir selbst also als Schlüssel zur einzig möglichen Freiheit. ‚Liebe – und tu, was du willst.’*
*Augustinus
