düster

Erotik des Gemüseanbaus

Auch wenn Tomate, Aubergine und Succini in ihrer volkommenen Eigenart im Garten sprießen, täuscht es nicht darüber hinweg, dass die Zeit in ihrer uns umfassenden Relativität etwas Düsteres mit sich bringt. So, als wenn man sich auf einmal selbst beweisen möchte, dass Menschsein nicht am Boden liegt. Noch ist der Kampf nicht entschieden, und eine der beliebten indischen Alltagsfragen (kya baat hai) also was denn los ist, können wir zur Zeit nicht zufriedenstellend beantworten. Nur, dass da draußen, wo wir ja auch alle auf gewisse Weise drin sind, Ungeheuerliches tobt und das Ganze sich nur noch in epischen Formeln ausdrücken lässt. Dabei sind wir noch nicht einmal darauf vorbereitet, dass es heißer ist als sonst, owehoweh, da sterben ja überall sehr viele Menschen. An unkontrollierbaren Waldbränden, an bösartigen fake news, die die Macht haben, tausende von Lebenstraumsuchenden auf eine Insel zu locken, wo keiner davon eine Ahnung hatte. Das alles und mehr kann sich nur steigern, denn nach der einen geflickten Stelle kommt schon die nächste zum Vorschein, wo die menschliche Weltschöpfung doch schon seit Langem einem Flickenteppich gleicht. Kann das gutgehen, wenn der Abgrund zwischen Hungernden und Billionären immer größer wird. Und dass es den reichen Weltordnungsverschiebern vollkommen egal ist, dass die meisten von uns keine Rechenzentren brauchen. Hat man ihnen erlaubt, die Welt zu pachten? Gut, dann muss auf unserer Seite eben auch tiefer gegrübelt werden, vielleicht sogar s o tief, dass man unvermittelt auf eine Quelle stößt. Gute Räumlichkeit, klares Wasser. Hier kann es vom Grübeln ins Kontemplieren gehen. Der Mensch allein mit sich und seinem Schicksal. Frische Gedanken wehen herein in die Zuflucht. Zuflucht bei sich, wo Antworten sich sogar aus dem Wortlosen gebären. Hilfloses Mitmachen hat hier sein Ende gefunden. Alles ist Anfang, Schöpfung und Zuversicht. Dann dankt man auch mal dem finsteren Dämonentum, nämlich dass es einen auch fördern kann und unwillentlich darin unterstützen, ganz neue Wege zu finden, bei denen man sich unter Umständen wieder bei Sokrates vorfindet. Oder bei Epikur undsoweiter.


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