Ich lebe am Rande eines Waldes, und wenn ich am Computer sitze und die Augen davon weghebe, schaue ich durch die geöffnete Weite des Fensters auf Bäume. Alles sehr grün, heute auch windstill. Still, aber lebendig. Irgendwo anders, doch ebenfalls zeitnah, rast ein vollkommen entgleistes Programm auf diese Art der Lebendigkeit zu. Ich dachte früher auch, dass die Natur überwunden werden muss. Also die eigene Natur so zu gestalten, dass sie einem selbst bekömmlich vorkommt. Dass ich mit mir unter allen Umständen gut leben und kooperieren kann und mich darauf verlassen, dass ich jeweils bemüht bin, das Beste beizutragen, das mir gerade möglich ist. Und vielleicht hat der Mensch sein höchstes Potential noch gar nicht erreicht. Selbst wenn er beim ‚Tellerwaschen, Holzholen‘ (vor und nach der Aufklärung) landen würde, was dann. Klar, man könnte wie der Baum sein, stabil und lebendig. Dem Ganzen gewachsen. Und doch rast etwas schier Unausweichlices auf uns zu. Es schwingt die Flaggen einer neuen Lebensvollkommenheit. Einer neuen und entwickelteren Spezie Mensch entgegen. Es verkündet die Erlösung von den Übeln Enttäuschung und Angst. Es muss nur mit der Technik verschmolzen werden. Man muss steinreich sein, denn es braucht Rechenzentren. Dann entgleitet auf einmal das Ding seinem Schöpfer, was wiederum unrechtmäßige Schöpfung beweist. Liebe, und tu, was du willst. Vermutlich die einzige Freiheit, die es hier auf diesem Planeten gibt: die Liebe in ihrem Unbeirrbarkeits-Gewand. Kann frei sein, wo sie nicht schadet. Und wo sie schadet, ist sie weder frei noch sich selbst. Und da schauen wir dem Gespenst jetzt mal mutig ins Auge. Künstliche Intelligenz also gegen das Unbeirrbare? Beides greift zu den verfügbaren Instrumenten und Waffen. Du kannst, sagte der Gott der Liebe zu seinem Menschenfreund: Du kannst deinem Schicksal nicht ausweichen.