Wenn ein Mensch merkt, dass es möglich ist, andere Menschen zu ängstigen, kann im Inneren des/r Angstauslösenden Bedeutsames geschehen. Der Mensch muss entscheiden, wie er oder sie mit dieser Fähigkeit umzugehen gedenkt. Das kann schon sehr früh beginnen und ist bereits in den Kindergärten spürbar und in den Schulen auffallend. Dass manche Angst einjagen können und andere das toll finden oder sich fügen, und wieder andere sich wehren. In Zeiten wie der, in der wir gerade leben, kommen diese Einstellungen vermehrt zum Ausdruck. Vieles macht Angst, und diese oft karg reflektierten Ängste sind bestens dazu geeignet, die Süchte der Machthungrigen zu bedienen. Bedient werden von denen vor allem die wirren Sehnsüchte nach Schutz, nach Dazugehören, nach Sicherheit. Die Suche nach dem starken Mann setzt sich in Bewegung. Einer, der retten kann und behauptet zu wissen wo’s langgeht. Einer, der das versunkene Schiff aus dem Schlamm ziehen und der Opfer nennen kann, die es gewesen sein müssen. Das sieht dann eines Tages wie eine sehr große Masse aus, die sich auf eine unheimliche Weise darauf geeinigt zu haben scheint, dass der Diktator noch derselbe ist, den sie gewählt haben, damit das Leben sich besser benimmt. Doch der Machthaber hat mit der Angst gerechnet. Nichts ist besser geeignet zur Manipulation wie die Angst. Dann geht die Falle zu und es gibt kein Entrinnen mehr. Oder doch? Vielleicht gar nicht verführbar sein? Oder nicht käuflich? Oder andere nicht sich um mich sorgen lassen, wo ich selbst gut um mich sorgen kann. Das eigene Denken schulen, das Aktionsfeld bemessen. Einen humorgetränkten Maßstab basteln, der einem die Angst nimmt, weil er sich als verlässlich zeigt. Selbst wenn ich weiß, dass es einen Teil der Angstfähigkeit zu erhalten gilt, muss es nicht zu gravierenden Ausbrüchen kommen, wenn die Verbindung mit mir selbst tragfähig ist. Und genau in diesem Vertrauen, nämlich in das Ungewisse und seine Erscheinungsformen, liegt der Punkt, wo das Wortlose seine höchste Bedeutung erreicht.