Vermutlich gibt es in der Menschheitshistorie wenig Zeitfenster, in denen Mord und Totschlag unbekannt waren. Auch von Kindergartenanekdoten hört man, dass es immer welche gibt, die den oder die andere/n überwältigen wollen, also ich zeig‘ dir mal, wär hier der Stärkere ist. Und dann, sagte mal eine Yogini zu mir bei der gemeinsamen Reflektion dieser Problematik, kommt es auch immer auf ‚die Anderen‘ an, also d i e, die dann entweder ja oder nein dazu sagen. Oder gar nicht wissen, um was es ihnen jetzt auf einmal gehen soll, wenn Nur-eine-Meinung-haben auf einmal so unzureichend scheint wie zur Zeit. Natürlich gibt es auch kampfbereite Frauen und Alltagsheld:innen, deren Namen genauso wenig bekannt sind wie die der vielen toten Soldaten. Aber es sind doch meistens Männer, die dieser Spielart zugetan sind. Das Schlachtfeld kann auf Ölschinken wunderbar dargestellt werden, ist aber sehr hässlich. Die Verzweiflung, die Wunden, das vorzeitliche Sterben und der Starrsinn des Todes. Doch die Leidenschaft des Mannes für Waffen ist eindeutig. Wie ein kollektiver Taubheitsanfall fällt der schwere Samtmantel über die Erinnerung. An die Raubzüge, an die Kindermorde, die Vergewaltigungen, das radikale Scheitern an sich selbst. Denn wenn er wüsste, würde er doch nicht, und doch, er würde und wird, und tut genau das immer wieder. Wie lange, das weiß man nicht. Man weiß auch nicht, ob wohl an einem bestimmten Punkt der Geschehnisse das Zerstörungsgen ausbricht, um der Erstarrung einen Impuls zu geben. Die Wahrnehmung des Weltkonzeptes als einem dem Bewusstsein untergeordneten Konstrukt überlässt immerhin genau diesem, (dem Bewusstsein), die kreative Möglichkeit, neue Ordnungen herzustellen. Allerdings braucht es auch in diesem Sinne der Darstellung trotz aller Widersprüchligkeiten noch die Kraft der gemäßigten Bezeugung.