schon

Gestern hatte ich ein langes Gespräch mit einer Freundin aus San Diego, die dort ziemlich aktiv ist z.B. im Verstecken von Latinos, wenn sich Ice-Agenten der Regierung nähern. Viele trauen sich gar nicht mehr auf die Straße, sie bringen das Essen zu ihnen. Es ist nicht so lange her, dass Amerika für viele Menschen noch immer herhalten konnte als Symbol eines Landes, wo man sich einigermaßen frei entwickeln kann, was nie auf alle Hautfarben zutraf, und nun wieder verstärkt nicht auf alle Hautfarben zutrifft. Hautfarben werden deportiert ins Irgendwo, und alle Spuren dieser heimlichen bis öffentlichen Missbrauchsfälle verlieren sich im Wirbelsturm neuer menschlicher Missetaten. Der amerikanische Präsident hat das alles ja nur noch deutlicher zum Ausdruck gebracht, eben dass Dummheit und Selbstübeschätzung gefährliche Formen annehmen können, sodass es naiv wäre, sich nicht manchmal zu fürchten. Denn schließlich und endlich kann man nicht leugnen, dass das ganze Drama gerade aussieht wie ein Kampf um das, was wir unter ‚Menschlichkeit ‚ verstehen bzw. dachten, verstanden zu haben. Schließlich hat man selbst sehr gute Erfahrungen hier gemacht, meine Güte!, was für ein phantastischer Planet! Und ist das wirklich hilfreich, von der Marsbewohnung zu träumen, wenn die Wertschätzung für diesen kurzen Aufenthalt auf der Erdoberfläche noch gar nicht gereift ist, sodass zumindest ein großer Teil des Leidens bewältigt und geheilt werden könnte. Dann auch im ‚Könnte‘ nicht versinken. Und hast du schon mal daran gedacht, Amerika rechtzeitig zu verlassen, fragte ich sie. Wo soll ich denn hingehen, meinte sie. Hier ist doch mein Leben. Dasselbe galt für die Menschen in Gaza. Dort ist der Traum endgültig geplatzt. Und ja, nickten wir uns telefonisch zu, es wird nicht aufzuhalten sein, dass Roboter bald unter und mit uns leben. Oder ist das schon der Science Fiction Roman?


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