Selbst wenn man den abstrakt herumlungernden Begriff ‚Maya‘ (als das Aktionsfeld des Scheinbaren) in seiner Abgrundstiefe erfassen kann, heißt das nicht, dass man sich zwangweise von diesem Feld zurückziehen muss. Und geht das überhaupt, denn wohin zurückziehen. Dass man darin herumläuft, heißt aber nicht automatisch, dass man ein Teil davon ist. Ein Teil von was? Wo und wodurch ist das Ganze, das für uns Wahrnehmbare, verankert? Und ist es überhaupt irgendwo verankert. Durch dieses Bedürfnis nach Verankerung sind die Religionen entstanden. Da muss, so das kollektive Bedürfnis, Einer sein, der alles besser kann als wir Erdlinge, und der das Weltgetriebe in Schwung und uns in Schach hält, denn es gibt auch Strafen. So sagen es wenigstens diejenigen, die vorgeben, es zu wissen. Und dann braucht es die, die bereit sind, es zu glauben. Und wer sich mal freiwillig in so einen Glauben hineingebohrt hat, der kann oft nicht mehr entkommen. Die Lügerei beginnt und das Rollenspiel hat Vorrang. In diesem Sinne ist die Maya das verführerische Spiel mit den unendlich vielen Möglichkeiten. Doch kein Zweifel, es muss auch gewählt werden. Meine Wahl hängt davon ab, wieviel und was genau ich von dem Spiel gelernt habe aus meiner eigenen Erfahrung und Beobachtung. Denn alle sehen es ja anders, obwohl wir davon ausgehen, dass vieles uns gleich erscheint. Dann, wenn man Glück hat, kommt der Moment mit dem Spiegel und mit der Frage, ob das, was ich da sehe, das Ich ist, das ich bin.


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