Grad wollte es mir (mal wieder) die Sprache verschlagen, da schenkte mir David Hugendick, ein Beitragler der ‚Zeit‘, ein neues Wort für meine Wortschatzkiste: Machtschattengewächse. In seinem Kontext meinte er damit die Söhne von Donald Trump und deren Umkreis mit den dazugehörigen Beziehungskisten, in denen dunkle Mächte ihr Unwesen treiben. Natürlich hatte ich das mit Helena schon gehört. Jetzt, wo wir wissen, dass Homer sie nie näher beschrieben hat, muss ich zugeben, dass ich auch immer sehr flüchtig dachte, dass sie aussieht wie im unsterblichen Hollywood Blockbuster. Dieses Goldband in der hochkomplizierten Frisur. Dieses aus dem Erinnerungsfetzen herausgeträumte Götterprofil, da kann man sich schon mal ertappen. Nur habe ich wahrlich gar nichts gegen eine dunkelhäutige Helena, was um Himmels Willen sollte ich gegen sie haben? Elon Musk nennt das ‚weißen Rassismus‘? Vielleicht ist es Zeit für Jeremiaden, also schöne, langsame Urklagen in Gesangsform. Und dann, wenn einem die Worte wirklich mal ausgehen sollten, könnte man immer noch schmerzlich vor sich hinsummen, nicht unbedingt im Hinblick auf das eigene, ziemlich gut gelungene Leben, sondern wegen des Gefühls der allgemein menschlichen Seinsbeschränkungen. Und weil es wohl so sein soll, wie es ist, das ist unverrückbar. Und nun, siehe da, beschenkt uns Calvino mit dem Rat, dem, was nicht Hölle ist in der Hölle, Dauer und Raum zu geben. Wie man es selber versteht und sieht, gemessen an der ganz persönlichen Werteskala.