In einer Gesellschaft, in der sich trotz aller Klagelieder sehr viele Menschen ziemlich viel leisten können, was als Befriedigung der ‚Grundbedürfnisse‘ gesehen wird, ist der/die Einzelne praktisch gezwungen, sich eine eigene Vorstellung von Maß anzulegen. Wieviel brauche ich also von all dem, was mir da angeboten wird und vor allem geraten, was ein Mensch alles zu haben hat, um in der jeweiligen Gesellschaft eine Rolle zu spielen. Und man kann beobachten, dass gleichzeitig mit der ungeheuren Erweiterung der Körper sich eine Gegenbewegung gebildet hat, die durch strenges Maß an Einnahme von Lebensmitteln bewundert werden kann, bis auch da die gähnnde Leere ihre flüchtigen Skizzen zeichnet. Also der Maßlosigkeit auf beiden Seiten, wegen oder des Übermaßes, wenn etwas automatisch in seine andere Seite kippt, ohne von ihr gewusst zu haben. So kann auf einmal ein dunkler Schatten über die lebendigen Felder gleiten und sie zu lichtlosen Sphären machen. Wenn auf einmal Eigenlicht angefragt ist, damit das Maß nicht verloren geht in den unruhigen Wirbeln des Wahnsinns. Denn wenn das menschliche Maß, auf das man sich untereinander geeinigt hat, nicht mehr anwendbar ist, entgleist wie von selbst die aufgebaute, fragile Struktur der Vernunft. Und gerade ihr soll man als aufgeklärter Mensch weiterhin Vertrauen schenken. Wenn es denn sein muss, dass ich mich aufrichten muss an dem (Maß-) Stab – und Haltung zeigen.