Es gibt ja diese Entwicklungen oder Erfindungen, die uns alle betreffen wie das Erscheinen des Fernsehens oder der Espressomaschine oder der künstlichen Intelligenz, wo uns etwas ungefragt angeboten wird und wir Entscheidungen fällen müssen im Kontext der Zusammenhänge. In der Zwischenzeit muss es eine wahrlich unüberschaubare Menge an Pragrammproducern geben, die Tag und Nacht mit Rachenfütterung zu tun haben und auf sehr vielen Kanälen geliked oder abgewertet werden für ihre Nahrungsauswahl. Und selbst die ‚Besten‘ bitten darum, subscribed zu werden. Kanalmitglied zu werden. Doch in vielen einigermaßen funktionierenden Gesellschaften hat sich die Gewohnheit eingebürgert, zu vielem Zugang zu haben, was den persönlichen Geschmack betrifft. Wird auch hier, auf der Haben-Seite also, eine Grenze erreicht an verdrängter Ausbeutungstendenz, meldet sich auf der anderen Seite wie automatisch eine Neigung zur Genügsamkeit. Auf den Titelseiten der Tageszeitungen bilden sich stoische Urfragen nach dem Wesen des Seins, das sich erhebt aus der kollektiven Verschleierung. Da stehen sie sich auf einmal gegenüber, die als unvereinbar empfundenen Gegensätze, und die Einen hören nicht auf zu reden, und den Anderen verschlägt es die Sprache. Die Begriffe verlieren ihre ursprüngliche Eindeutigkeit. Hungrige Geister ergreifen die Deutungshoheit. Von klugen Köpfen hat man schon gelernt, dass das Böse nicht nur banaler ist als das Gute, sondern auch profitabler umzusetzen ist. Aber das Gute muss eben auch immer mal wieder frisch verstanden werden, und das ist gar nicht einfach. Überall Fallen und Wegkreuzungen, und dann ist man plötzlich ganz allein auf der Straße, barfuß in Richtung Flughafen. Oder doch nur ein böser Traum, aus dem sich erwachen lohnt. Zum Beispiel zum inspirierten Justieren des Blickfeldes, damit das Ausweichen vom lebendigen Vorgang eingeschränkt werden kann.