freischwebend

An keinen Gott whatsoever zu glauben, muss nicht heißen, dass jemand Atheist:in ist. Nur die Figur muss weg, der Patriarchenumhang. Das entlassene Wort tanzt befreit aus den Labyrinthen und weist hin, gemäß seines Amtes, auf die immense Vielfalt des Sich-selbst-geschöpften. Das ist auf geheimnisvolle Weise sehr einfach. Es ergibt sich von selbst, wenn man es lässt. Wo hier der Begriff ‚göttlich‘ tauglich wäre, ist, wenn einem die vollkommene Struktur des Ablaufs klar wird. Das muss nicht notgedrungenerweise mystifiziert werden, wenn man die Angst überlebt, Teil dieses unheimlichen Thrillers, Leben genannt, zu sein . Oder Teil eines Märchens vom nur guten Gott, der alles besser weiß und einen ganz besonders lieb hat. Dabei ist das Göttliche an dem Script gar nicht so weit entfernt, es erklärt sich nur nicht. Der Mensch erklärt es, weil er oder sie selber wissen will, was hier los ist. Wer soll mir denn die Welt erklären. Ich brauche ja vor allem die Werkzeuge, die Instrumente, das Knowhow, um hier durchzukommen, wo so ziemlich jede/r es anders sieht, sich aber darauf geeinigt hat, es auch gemeinsam auf eine bestimmte Art zu sehen und zu erleben. Wo z.B. absolut niemand den Mann mit dem weißen Bart getroffen hat, oder brauchten wir ihn (meisten ‚ihn‘) doch dringend eine ganze Weile, den Allesbesserwisser, damit Schulung überhaupt auf allen Ebenen stattfinden kann. Dass der Mensch sich selbst im Weg steht, ist ein interessantes Phänomen, oder ein scheinbarer Widerspruch, bis er sich auflöst. So können Stocknüchternheit und freischwebende Aufmerksamkeit auf beste Weise miteinander sein.


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