So schleicht sich dann die Gewohnheit ein, das scheinbar Unvermeidliche als die neue Norm zu aktivieren. Auf von kreativem Denken unberührten Ebenen wird entschieden, die Erforschung der Kernursachen zu vermeiden. Nämlich, dass auch wir alle an der Superoberhitze mitgebastelt haben. Die Zusammenhänge der Katastrophen epischen Ausmaßes sind immer erkennbar, doch es ist gerade die Sichtbarheit dieser Zusammenhänge, die gewisse Signale in menschlichen Systemen auslöst wie Ängste und Verdrängung und das Gefühl, irgend jemand anderes als man selbst müsse entscheiden. Die da oben. Doch wer weiß schon, ob es ein Oben und ein Unten nur deswegen gibt, weil der Geist des Menschen sich selbsr definiert und einreiht in die vorhandenen und vertrauten Strukturen. Bei 30 Grad ist hitzefrei, viel höher ging’s (früher) nicht. Jetzt ist auch da die Grenze durchbrochen worden. Allerdings habe ich bei meinem ersten Aufenthalt in Indien, sehr lange her, einmal 56 Grad erfahren, viele indische Menschen sind gestorben, aber offensichtlich kann man es unter günstigen Bedingungen auch überleben. Und plötzlich werden beneidete Wohnungen zu wahren Höllen, in denen das Atmen schwerfällt. Vielleicht bewegt sich tatsächlich ein Gong durchs Weltall und weist mit ihrem theatralischen Klang auf die Tatsache hin, dass wir schon mittendrin sind im Übergang, im (eher kurzen) Zeitalter des Übergangs, und darin wird niemand jemanden treffen, der weiß, wie es weitergeht. Attention, traveller!!!