einfallen

Gestern habe ich einen Film über fünf afghanische Frauen gesehen, denen es auf sehr abenteuerlchen Wegen gelungen ist, sich vom Regime der Taliban zu befreien und in einem anderen Land, hier vor allem in Kanada, ein neues Leben zu beginnen. Ich hänge nicht an dem Wort ‚Heimat‘, zu unheimlich klingt es noch in meinen Ohren, aber das ist für die meisten Menschen doch ein sehr großer Schmerz, wenn sie akzeptieren müssen, dass sie mit großer Wahrscheinlichkeit gar nicht mehr in das Land zurückkehren können, in dem sie geboren und aufgewachsen sind. Auch jüdische Menschen kamen zurück in das Land, das sie im Damals als Heimat empfanden, das hat auch erstaunt. Doch was ist mit denen, die nicht herauskommen? Hat man das Geld nicht gehabt, um auszureisen, bevor es zu spät war? Dachte man, sooo schlimm kann’s doch nicht kommen?, wobei es oft noch schlimmer kommt. Wieviele in einem Land sind eigentlich immer dafür, also zum Beispiel dafür, dass, wie neuerdings in Afghanistan, die Stimme der Frau nicht mehr gehört werden darf. Es könnte ja jemand kommen und sie hören. Das wiederum erinnert mich an einen indischen Haushälter, der mir bereitwillig erklärte, warum es seiner Meinung nach den Frauen in Indien so gut ginge, denn, meinte er, sie leben im Haus und wir beschützen sie. Vor wem, fragte ich ihn, beschützt ihr sie? Und ich erinnerte mich auch daran, dass ich noch lang vor dem jetzigen Talibanhorrorszenario durch Afghanistan gereist bin und zum Glück (z.B.) noch die Buddhastatuen in Bahmian unversehrt betrachten konnte. Doch es war damals schon gefährlich. Beim Zuschauen bei einem Lieblingsmännersport mit rasenden Pferden und Reitern, die hinter einem großen Stück Schweinekörper herrasten, brannte auf einmal mein Haar, und man machte mir Zeichen, dass Dabeisein Frauen nicht erlaubt ist. Undsoweiter. Und wie geht’s den Frauen (und Männern) im Iran, wenn sie wieder nur ein lächerlicher Spielball bleiben im Getriebe der Machtgier? Oder kann man wirklich von Glück reden, wenn man als Frau keinem Frauenhasser in die Quere gekommen ist, oder einem im richtigen Moment das Richtige einfiel.


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