In Indien gibt es, wie auch bei uns im Abendland, das Konzept der Jahreszeiten, Yugas genannt. Auch wenn wir von der Benennung der Jahreszeit (das Kali Yuga), in der wir uns gerade bewegen, nichts wüssten, würden wir dennoch unschwer erkennen, dass hier zur Zeit eine geballte Dunkelheit vorherrscht. Und ja, es gibt wie immer auch die Lichtoasen, überall gibt es Inseln und Orte, an denen Schönes und Kluges und Wertvolles erhalten und weiterentwickelt wird. Nur bewegt sich gleichzeitig ein dunkler Schatten unruhig hin und her über unseren Köpfen. Die große, unbedachte Freiheit hat zu Stöhnen und Ächzen geführt, und die meisten von uns haben mehr, als sie brauchen. Doch wie erfährt man von sich, was man selbst tatsächlich braucht, oder ist ‚brauchen‘ gar nicht das richtige Wort. Vielleicht muss man sich dem Schatten direkt zuwenden, seinem Zittern und seinem Beben, seiner Angst, in der phallisch geprägten Welt nicht der Zuchthengst zu sein, und ja, die Stute ist auch immer dabei. Das gerät leicht in Vergessenheit bei all dem übermächtigen Penetrationsdrang. Es gibt aber den Punkt, an dem Brauch/en zum Missbrauch wird und zum globalen Phänomen, als eisernes Zeitalter gefürchtet, mit dem Kälte und Tod verbunden wird, das muss man nicht nur in den Epen nachblättern. Nun baut sich die Gegenkraft auf. Es ist ein zähes Ringen. Schwer fällt der Menschheitsmantel in den kosmischen Urgrund, als gähnende Leere erfahren. Geschichtslos erhebt sich aus dem zertrümmerten Feld das Unzertrümmerbare, die Kraft (Shakti) an sich genannt. Hier wird weder Anspruch noch Begehren erfüllt. Es wird dem Seienden Rechenschaft abgelegt.