Wenn man das Glück hatte bzw. hat, Indien zu lieben (denn viele sind auch vor Entsetzen geflohen), dann hat man gleichzeitig vieles automatisch gelernt, was einem sonst nie in den Sinn gekommen wäre. Schöne Götter mit blauer Haut oder blugrüner Kehle (vom freiwilligen Gifttrunk des menschlichen Zuviel) zum Beispiel, oder die Wertschäzung der Wochentage, an denen bestimmte Rituale durchgeführt werden, die sich im öffentlichen Alltag manifestieren, und man dadurch einen Zugang hat zum sonst schwer Verständlichen. So ruht auch der Samstag immer mal wieder in meiner herzlichen Erinnerung, denn innerhalb seineer Zeitspanne füllte sich dort die Atmosphäre mit dunkler Erotik. Eingebaut in eine passende Seite des palastartigen Tempels der Nathyogi Bruderschaft war der Shanitempel des schwarzen Gottes, zu dem die Vertreter der Familienclans an diesem Tag Öl brachten und Hibiskusblüten, die nach den Gottesdiensten herumlagen auf dem tiefschwarzen Marmor wie der verbotene Ausdruck der sonst eher verschleierten weiblichen Kraft. Am Samstag wurde gestritten und viele legten auch mal ein paar Cents auf das Bild des finsteren Magiers, damit er einen nicht vernichten würden täte. Beim Vorübergehen muss man dann nicht unbedingt an den Gott glauben, sondern kann sehen, wie klug menschliche Triebe gelenkt und therapeutisch behandelt werden können. Auch fühlte ich keinen Impuls, mich vor der Macht des Dunklen zu verbeugen, nein. Aber da, wo Macht ist, muss man es erst einmal zugestehen. Nun kommt es darauf an, wie ich damit umgehe. Handhabung und Umsetzung sind immer das Ausschlaggebende. Dann gibt es die praktische Meisterprüfung, die immer etwas mit gut angewandter Intelligenz zu tun hat. Und wenn man die dunklen Kräfte nicht kennt, dann kommt man mit dem Aufklären nicht sehr weit.