wirklich

Ich traf mal vor sehr vielen Jahren im nächtlichen Berlin auf einen Mann namens Alexander, der mir die damals noch weitgehend unbekannte Droge LSD ans Herz legte, zu dessen feinster und reinster kristaliner Laborsubstanz er sich Zugang verschafft hatte. Er bestand darauf, dass ich diesen ersten Trip inmitten der brodelnden Abendgesellschaft einwerfen sollte und meinte, dass ich nun sehen würde, ‚wie es wirklich ist‘. Und dass genaues Hinschauen unerlässlich sei zum Verstehen des menschlichen Auftritts. Die Erfahrungen, die ich später in eher stark getakteter Meditations -und Schweigedisziplin gemacht habe, waren allerdings ebenso staunenswert, auch wenn man nicht hinter Phänomenen her war. Jetzt staune ich eigentlich eher darüber, oder ist es dasselbe Staunen in neuem Mantel, dass es uns Menschen quasi gelungen ist, diesen Planeten, einzig bekannter Wohnort der Spezie, praktisch unbewohnbar zu machen. Wie gesagt, wenn es nicht zum Spiel, also dem Tragödien/Komödienspiel gehört. Und wenn man gemerkt hat, dass es weit und breit keinen Direktor gibt, der alles besser weiß als alle anderen. Dann gibt es natürlich noch weitere Varianten der Weltwahrnehmung, also immer so viele, wie jeweils gerade hier herumgehen, beziehungsweise ständig kommen und wieder gehen. Nach so viel Übung und Anspruch und Praxis und Erfahrung und Information und der Einverleibung und Einvergeistigung des einem selbst als wissenswert Vorgekommenem, habe ich denn nun gesehen, wie ‚es wirklich ist‘? Irgendwann beginnt der Kreis, sich zu schließen. Es gibt niemanden (mehr), der einen hinweist auf Innen und Außen. Man muss nur entscheiden. Dann weiß man zumindest, wie es für einen selbst wirklich ist. Und dem Beitrag, den man zu geben bereit ist, sind nicht wirklich Grenzen gesetzt.


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