Man kann nicht (natürlich kann man) leugnen, dass diese kreativen Geister, die sich aufgemacht haben, um ihre eigenen Corona-Dampfer-Eingebungen in allerlei Videos umzusetzen, ein Sahnehäubchen auf dem mysteriösen Kuchen sind. Und ja, sie sind sehr gesund, denn sie morphen das wahrlich Spürbare, aber oft Wortlose, in einen derart dichten Zusammenhang, sodass man genau dieses herzliche Lachen lachen kann, wenn einem der gemachte Punkt die Bürde der Erkenntnis erleichtert. Da für die heldenhaften HelferInnen schon derart laut auf Blechgeschirr ( z.B.in Indien) geschlagen wurde, um die Todesmutigen zu zelebrieren, die sich dem Virus entgegenstellen, um andrer Leute Leben zu retten, alle Achtung. Trotzdem möchte ich eben auch denen danken, die den ganzen Feldzug mit diesem erkennenden Humor begleitet haben, das waren immer mal wieder dringend notwendig erfrischende Momente auf dieser Geisterfahrt. Als man noch an den großen, göttlichen Drahtzieher dachte, dem man ein paar geniale Züge auf dem Schachbrett zutraute. konnte man die Akte des Dramas oft verständlicher finden und die Instanz befragen, wenn man an seine Grenzen kam. Aber nicht wirklich. Irgendwann wurde klar, dass man das Ding in Soloperformance u n d mit den Anderen schaukeln musste, was heißt hier musste, ja durfte, und konnte! Auch der kollektive Geist schläft nicht immer nur auf einer Seite, nein. Irgendwann schmerzt es in den Gebeinen und er muss sich auf die andere Seite wälzen. Das ist noch nicht das Erwachen des schlummernden Riesen, aber immerhin eine Bewegung. So haben Krisen, wenn es keine Kriege sind oder menschliche Vernichtungsorgien, oft auch ihre Freiräume, die einen zur Gestaltung aufrufen und anregen, nicht zuletzt, um selbst, gemessen an der Empfangsnahrung, die eigene Angelegenheit in den Geist zu nehmen, um seine Möglichkeiten und Bedürfnisse auszutarieren. „Werter Herr“, rief ich scherzhaft unserem Nachbarn zu auf dem Weg zurück von der Waldrunde. „Bin ich hier richtig im Paradies?“, und weise auf unsere Holztür als Himmelspforte. Er ist schwerhörig, konnte aber das Wort ‚Paradies‘ verstehen und nickte verständig und lächelnd. Man kann diesem Rausch der natürlichen Schönheit, mit einer Supermondzugabe, mal nachgeben, dieses tiefe Empfinden, was es auch sein kann, wenn man es hütet, und ich keinen Grund habe zur Klage. Deswegen habe ich meinen Beitrag heute nicht ‚Angst‘ genannt, sondern ‚gesund‘, weil Lachen gesund ist, das weiß doch jede/r, und Lachen weiterleiten ist auch schön.
Auf Zen-La haben sich aus den Gedankentiefen Formeln herausentwickelt, die die Anwesenden auf die vor ihnen liegenden Blätter übertragen. Es sind Signaturen ihrer Wesenszüge, die die Beleuchtung der eigenen Innenwelt ermöglichen.
Bei strengen Auflagen werden die Maßnahmen gelockert. Es geht wohl auch darum, was man Menschen zumuten kann und wo man eingreifen muss, bevor das Murren zum Aufstand führt. Das geht ja nicht unbedingt um die Bedrohung der Freiheit, sondern es kann auch Wut sein gegen den Entzug von Kauflust. Ikea, sehe ich grad flüchtig beim Öffnen von Google, hat aufgemacht und hat wohl dann über den Ansturm nachgrübeln müssen, denn einerseits sollen ja die Leute wieder kaufen kaufen kaufen, und andrerseits sollen sie sich benehmen und ständig auf die Regeln achten. ‚Dürfen‘ ist zurückgekehrt in den Sprachgebrauch. Und wer kann schon entspannt und maskiert durch das erhofft Gewohnte streifen, wenn draußen weitere Maskierte auf ihren Eintritt warten. Derweilen ist zum Glück der gedanklich durchsinnierte Impfzwang wieder vom Tisch und eine weitere Petition läuft ins Leere. Das ist so tropfenweise das, was noch bei mir ankommt: der Mensch also in seiner jetzigen Verfassung mit einem fast alles überlagernden Thema vermasktet und zum Aushalten und Durchhalten verdonnert, beim Zeus, gar nicht so einfach. Wo soll man das einfühlsamsbereite Herz hinwenden, oder kann es ganz einfach da sein und schauen, wie angemessen der Umgang mit den Erforderlichkeiten des Tages gestaltet werden kann. Kein schlechtes Gewissen nähren, dass es einem so gut geht. Daher der Strom, der immer frei bleiben muss, damit sich die größeren Zusammenhänge nicht im Ozean der Gegebenheiten verlieren. In Indien bräuchte ich als Fahrgast in einem vollen Zug nur das Wort ‚Kali Yuga‘ sagen, um eine gewisse Verbindung herzustellen, ja sogar als gut informiert gelten, denn welches westliche Bleichgesicht weiß schon, dass dies das dunkle Zeitalter ist und der Covid19 nur einer der vielen Arme des zerstörerischen Prinzips, das die Aufgabe hat, die Neige des Menschlichen einzuleiten. Das Entgleiten in die Traumsphäre der Wissenschaften, die endlich auch öffentlich loslegen können mit ihren Machenschaften einer Intelligenz, die dem bisherigen Genius (Geist) des menschlichen Gehirns das weitaus Überlegene zur Verfügung stellen kann. Nur: was heißt das: überlegen. Wäre das Menschsein voll ausgereift, könnte man sich vielleicht eher in ein neues Zeitalter hineinversetzen, wenn die Bedingungen des Menschlichseins ebenfalls in vollstem Reichtum erfüllt wären, aber sie sind es nun einmal nicht. Vielleicht musste ein Donald Trump und weitere Weltführer an der Spitze der Länder erscheinen, um die regierende Dumpfheit in der Welt wahrzunehmen, und dass hinter diesen Comics Menschen agieren, die einem fast die Frage ersparen, warum es auf dieser vermeintlich mächtigen Plattform nicht mehr Frauen gibt. Das kann man mal als Übung betreiben, aber wer soll da schon mitspielen wollen. Das Spiel lässt ja die einfachste Hütte nicht aus, denn überall wird mit Einsatz des Lebens gespielt. Daher kann man auch bei den eigenen Lockerungsübungen bleiben: an keinem Virologen festhaken, keine Heldentat überschätzen, innen und außen genussbereit herumsitzen: meine Güte, ist das wirklich schon immer im Frühling so atemberaubend schön gewesen. Trotz dem vielen Ja-klar kommt noch eine Dosis Unheimliches und Ungewohntes dazu, mit dem man umgehen muss, obwohl es nicht an die Schwelle des Hauses reicht. Denn man weiß es einfach nicht, was aus dem gebärenden Akt hervorkommt, und ob Kind und Mutter nach den durchlittenen Strapazen wohlauf sind.
Auf Zen -La trifft eine Märchenerzählerin ein. Sie verbringt die Nacht in wachem Sitzen gemeinsam mit den Anwesenden, nur einen einzigen Satz wiederholend: „Es war einmal, und wenn es nicht gestorben ist, dann lebt es noch heute.“ „Wir werden sehen“, sprach einer der Fremdlinge in die Nacht hinein. Wir werden sehen!“
Heute früh habe ich während des Schminkvorgangs (natural masking) von einer dieser Stimmen, die zur Zeit versuchen, einem die Corona-Dampferfahrt zu erläutern, gehört, dass die Stimmung im (deutschen) Volk kippt. ‚Kippen‘ ist kein schönes Wort, und man hört es ungern in der Nähe eines Abgrundes, wo es unter ungünstigen Umständen zum Unerwünschten kommen kann. In Phase II sind wir immerhin als großer Teil der Weltbevölkerung noch miteinander im Nichtwissen verbunden, was die Reise des Virus betrifft. Kippen kann passieren, wenn ein Sklave merkt, dass er die Schnauze voll hat vom Missbrauchtwerden, oder wenn eine Frau merkt, dass Geschlagenwerden nicht wieder in Liebe münden kann, weil es nie welche gewesen ist. Manche Ausrutscher führen zum Kippen, manche nicht, weil sie vielleicht aufgefangen werden von Liebesfähigen oder Liebesbemühten (oder Liebeserblühten). Kippen birgt immer Gefahr, denn man weiß nicht, wohin die bis dahin unbelebte Masse kippt. Es kommt unter anderem auf die Denksubstanzen an, die sich in einem aufgewühlten und aufwühlenden Prozess durchsetzen. Auch die paar Männer um Hitler, die inmitten des Wahnsinns erkannten, wer da steht und alles Menschliche bedroht, hätten genügt, um ein gelungenes Attentat in eine lebensrettende Aktion zu verwandeln. Wie konnte das schiefgehen. Aber es ging schief, so schief, dass man ungern an die Einzelheiten denkt. Deswegen muss man aufmerksam beobachten, wenn etwas zu kippen droht. Es ist ja erst ein paar Jährchen her, dass aus dem Höllenschlund ein großes Schlaraffenland sich hochentwickelte, in dem man alles holen und haben konnte, wenn man in der Lage war oder einfach bereit, den Preis dafür zu zahlen. Nicht weit von den Einkaufszentren lagen noch die Bücher, die vor allem für die orientalischen Märchenstunden taugten mit dem berühmten Einstieg, dass einmal etwas war, dass dann durch viele Abenteuer ging, bis eines Tages aber, mitten in der Vorstellung, es sich begab, dass etwas Unerwartetes eintraf, vor allem, wenn es etwas mehr als nur einen Menschen oder ein Haus oder ein Land betraf. Nein es betraf eines Tages plötzlich etwas die ganze Welt. (C)Ovid, der große Erzähler, kaute an seinem Federhalter. Jetzt genügt es nicht nur, den kollektiven Betablocker einzusetzen, denn es gibt gar niemanden mehr, der ihn verabreichen kann. Und überall kann es neue Brandherde geben, wenn verstanden werden muss und wird, wie zusammengeschweißt und voneinander abhängig das ganze Menschengefüge sich plötzlich versteht, wo man doch vor allem mit den eigenen Kisten und Kästen beschäftigt war und vor allem ein Lager hatte, von dem einen keiner vertreiben konnte. Und Vater Staat, der sich das spannungsgeladene Dunkelnetz leisten konnte, solange die Kinder im Rahmen blieben und sich am Riemen rissen. Jetzt reißt der Riemen, weil er reißen muss. Man kann ja an sich selbst beobachten, wie man die Ränder der eigenen Weltvorstellung entweder erweitert, wenn auch zuweilen ächzend, oder aber rechtmäßig alles zurückruft und mit sich zusammen zieht. Sind einem die Außensitze der persönlichen Schaukel bekannt, kann man die Kippbewegung eindämmen, indem man sich der Mitte nähert und auf zu viel Bewegung verzichtet. Das verhilft auch dem Auge zu einem ruhigeren Blick, durch den man sich selbst und den Vorgang erfasst. Dadurch ist es einem möglich, die andere Seite wahrzunehmen, der man nun, günstigerweise, gegenüber sitzt, sodass der mutige Akt zu einer Ausgleichung führt (bzw. führen kann).
In Zen-La loten die Anwesenden über dem weißen Abgrund die potentiellen Grenzen des Ungewissen aus. Es entstehen Fragen, die nicht nach Antworten rufen.
Vielleicht kommt mir das planetarische Menschsein zur Zeit so verhuscht vor, weil wir alle auf virologische und virtuelle Weise einerseits verbunden sind, andrerseits begegnen wir uns zum ersten Mal maskiert, und selbst ein demaskierter Vizepräsident kann von einem Kritikschwall zur Maskierung gezwungen werden wie etwa der in Amerika als ‚Arschkriecher des Jahres‘ deklarierte Mike Pence, dem dies vielleicht eine Maske zuviel wurde in den dunklen Gängen der Selbstaufgabe. Maske muss also sein, um die Kapitulation der politischen Entscheider nicht noch deutlicher zu machen. Außer dem öffentlichen Austausch hängt dann noch jede/r eigenen Gedanken nach, das ist ja nichts Neues, aber selbst d a s taugt nicht mehr für das Allgemeine. Eigentlich taugt wenig für das Allgemeine, aber auch im Virtuellen entstehen Größen und Maßstäbe, nach denen sich Menschen ausrichten können und die bis zum simpelsten gemeinsamsten Nenner reichen. Vermummung ist also verboten, aber Maskenzwang ist Pflicht. Nun hat auch der einfachste Bauer den Virologen zugehört, um mehr Klarheit in die gemeinsame Not zu bringen, aber es hat eher dazu geführt, dass nicht nur der kluge Bauer ermüdet und abschaltet, sondern in alle Schichten drängt sich die Ermüdung über das Erhoffte oder Geglaubte oder Versprochene oder sich ständig Wiederholende, sodass man eines Tages weiß, dass vom Extra nichts zu erwarten ist. Jetzt ist es schön, ein Auge zu haben für diese kleinen Veränderungen, die einen ansprechen, sodass sich daraus fast unmerklich neue Weichen formen können, die dem Trieb, alles weiterhin s o haben zu wollen, wie ‚es‘ immer war, leise und unaufhaltsam entgegenwirken. Das ‚Immer‘ zieht sich entlarvt zurück, da es dieses ‚Es‘ nie wirklich gab, und verwandelt sich in einen Scheibenwischer, der den Blick freigibt auf das Tatsächliche. Aber auch das Tatsächliche verliert in dieser maskenhaften Demaskierungskrise an Konturen. Nie hat es einen interessieren müssen, wer hinter oder vor einem in der Schlange den angemessenen Abstand wahrt, es gab weder Schlange noch Abstandsvorschriften. Nun weiß man ja genauso wenig wie vorher, welcher Geist sich hinter der neuen Maskierung verbirgt, aber wissen tut man, dass sich durch die Neuorientierung im Individuum eine gewisse Wachheit regt, der man kaum ausweichen kann, sei sie aus Angst oder Unmut oder Interesse oder Anpassung zusammengesetzt, denn auf ein neues Normal hin wird sich noch einiges klären müssen. Bis dahin gibt es erfrischende Strömungen, neue Zusammensetzungen, packende Schalthebel an den Instrumentarien, Auslotungen von Existenzgrundlagen (Grundeinkommen und Grundbedürfnisse), zitternde Kompassnadeln. Denn erlebt nicht der Mensch, ich meine: jeder Mensch auf der Erde, nicht auch gemeinsam, also jede/r bei sich und doch unabänderlich gemeinsam) gerade eine der großen Erdstunden, in denen sich das Schicksal einer ganzen Spezie neu erschafft. Hier ist doch ziemlich deutlich ein Automatismus am Werke, der unaufhaltsam seine Arbeit tut, ohne dass es ein Sterblicher vermag, einzugreifen, obwohl sich das widerspenstige Handeln verstärkt. Jetzt kommt es auf etwas an, wofür wir noch keine Worte haben. Man wird sich daran erinnern als die Geburtsstunde des Seins, als noch einmal alles aufblühte und sichtbar wurde, und als Dunkel und Hell sich offenbarten als das großzügige Geschenk einer maßlosen Freiheit, die es zu ordnen und zu lenken gilt, bevor das Unausrottbare sich wieder seine Felder erschließt. Und nach wie vor ein Schatten liegt zwischen Idee und Wirklichkeit.
In die Arbeitshalle von Zen-La ist eine schwere Papierrolle transportiert worden.Mit einer feinen Klinge schneidet der Cutter die passende Größe der Blätter für die Anwesenden.Durch einen intensiven Grad an Distanzierung ziehen sie ihren Weltblick in sich zurück. Die erhöhte Aufmerksamkeit gilt heute der Tiefe des leeren Blattes.
Es ist natürlich zu glauben, dass die Antwort immer noch in den alten Lösungen liegt, die nur besser ausgeführt oder mit mehr Nachdruck umgesetzt werden müssen. Das ist so lange ein vernünftiger Weg, bis uns klar wird, dass der Versuch, die alten Schablonen zu benutzen, die Sache noch schlimmer macht. Diesen Punkt haben wir erreicht. Wenn alte Pfade in einer Sackgasse enden, werden die Lösungen, die früher funktioniert haben, zu einem Teil des Problems. Darum ist das Bedürfnis nach einem Paradigmenwechsel so deutlich. Wohin wir von hier aus gehen, muss sich aus den zusammenwirkenden Perspektiven lebendiger Menschen ergeben, die sich nicht nur für ihr Überleben einsetzen, sondern für die Erschaffung einer Welt, in der es eine Zukunft gibt. Die Hoffnung liegt darin, dass unser Selbstzerstörungspotential nicht unsere eigentliche Natur ist und dass wir die Einsicht und den Mut besitzen, selbst die am tiefsten verankerten Muster zu verändern, sollte das notwendig sein. Jetzt ist es nötig. Die alten Systeme sind selbstzerstörerisch geworden. Wenn die Menschheit erwachsen werden und ihr riesiges, schöpferisches Potential entwickeln soll, dann muss sie sich auch mit den Gegebenheiten ihres Zerstörungspotentials auseinandersetzen.
Was die Entfaltung des Viren-Epos und seiner Wirkungen so spannungsgeladen macht, ist (immer zu verstehen als u.a.) die kollektiv getragene Illusion, man wäre mit e i n e m Thema unterwegs, was man ja auch zu sein scheint. Und wie in jeder munteren Diskussionsrunde werden mehr oder minder stabile Meinungen durch die Gegend angeboten oder geschleudert, und der als Kernpunkt deklarierte Anlass des Redens verliert sich meistens in multiplen Beiträgen der eigenen Geschichte, für deren genauer Durchdringung entweder das Interesse, aber auch die Konzentration und das Knowhow fehlen. Aber auch das Knowhow erlebt vielerorts eine spürbare Krise, wenn Millionen von Menschen ihr Knowhow einfach entzogen wird und sie, wie zur Zeit, in vielen Formen von Armut treibt. Auch wenn man oft nicht direkt beteiligt ist, braucht man Kraft für das Entlarvte. Tausende von Näherinnen in Bangladesh (z.B.) protestieren trotz Ausgangssperre gegen diese ihre neue Armut, weil westliche Aufträge, für die sie nähen, einfach storniert werden. Das präzise Erkennen gewisser Zusammenhänge ist selten auch gleichzeitig das Licht am Ende des finsteren Tunnels, aber es ist notwendig und hilfreich auf dem Weg zur Schlussfolgerung, wenn diese dann, noch weiter geführt, zu einer Wandlung der Verhältnisse führt. So wühlt jede/n was anderes auf und jede/r wir berührt von anderen Geschehnissen, oder wird wütend, oder empört. Auch durch das verwehrte Außen schlagen die Wellen hoch und heften sich an die Wände des Unmuts. Der Geliebte einer Mutter prügelt ihr Kind tot. Es kann wieder denunziert werden, wenn der Eine der Meinung ist, der Andere tue nicht, was doch jeder für richtig hält. Gott, sofern noch in den Gemütern vorhanden, greift auch wie meistens nicht ein, sodass sogar sein angeblicher Sohn sich verlassen fühlte von der Magie des Zuspruchs. Man kann dem unsichtbaren Herrn höchstens (nicht von mir, sondern von den Religionen her gesehen) einen Vernichtungsimpuls unterstellen, eine Bestraftat, um diese unwillig Lernenden zur Vernunft zu bringen. Aber die Vernunft hat auch nicht so geglänzt und wurde auf dem Spielfeld meist von der Unvernunft überholt und belächelt. Natürlich kann man auch das Schicksalpaket eines Erdlings mit einem Computer vergleichen, grundsätzlich einfach gestrickt und mit etwas Dunkel und etwas Hell auf die Reise geschickt, und dann erfährt man mit der Zeit voneinander, wer hinter den Spielregeln steckt, auf die sich zum Beispiel ein Land geeinigt hat. Und vielleicht steckt auch zuweilen hinter einer Bourka ein freierer Geist als hinter der Trägerin einer kostbar zerrissenen Bluejeans…who knows. Eine bis dahin unaufgefallene Luke öffnet sich irgendwo im Rahmen innerer Architektur. Ein Wohlgefühl. Eine angenehme Befindlichkeit. Ein Strom tiefer Wärme. Ausgerechnet aus etwas strömend, was man für ein Mauseloch hielt, und wo sich Nichtwissen und Ohnmacht und Angst ihr Lager eingerichtet hatten, abgelehnt von den Insassen der Verbraucherzentren, die lediglich liefern, was Profit bringt und die abhängig sind von Nachfrage. Wer begreift sich schon gerne als Sklave der Update-Industrie, der es gelungen ist, einer ganzen Weltgesellschaft vorzugaukeln, dass sie ohne Konsum ihrer Produkte am Zerfall des globalen Wirtschaftsnetzes beteiligt ist. Also Wahrnehmung der Ohnmacht und der Angst vor drohenden Verlusten. Aber auch Neu-Orientierung und kreativer Umgang mit dem erstmal als unausweichlich Erscheinenden. Ein geschärfter Blick. Ein Zurückhalten von Meinungen. Eine Sorgfalt bei den Differenzierungen. Eingang und Ausgang von Atem. Vogelgezwitscher.
Auf Zen-La erheben sich die Schweigenden von den Steinen einer sehr alten Zeit. Sie haben ihre Herkunftslegenden in inneren Architekturen untergebracht und bewegen sich wie TänzerInnen über das leere Spielfeld.
Es lässt keinen Zweifel übrig, und aus einem anregend geführten Gespräch ging es für mich auch hervor, dass ja, wir zur Zeit durch neue Regelungen gezwungen werden, etwas zu tun, was uns überhaupt nicht gefällt und einem souveränen Geist durchaus nicht nur als Blockade vorkommen kann, sondern als lebendig an der Demokratie nagender Wurm, der sich langsam aber sicher an seine ihm natürlich vorkommende Aufgabe macht, nämlich sich durchzufressen, bis er satt ist. Und ist er einmal satt, kann er sich niederlassen am Kerngehäuse und sich so fühlen, als wäre er dort zuhause. Alles Weitere ist unklar: wird er entdeckt und kann die Substanz noch herausgeschnitten und zur Verdaulichkeit anderer Wesen tauglich gemacht werden, oder nicht, oder wird er gar selbst im Prozess mitgefressen usw. Jetzt also die Maske, und nicht nur: wie weit ist Arrangierbarkeit (für mich) akzeptabel, und wo beginnt es, an gelbe Judensterne zu erinnern, als wir uns selbst versprochen haben, dass es so weit nie wieder kommen darf, aber vor allem: was, wenn die Virenimpfung gesetzlich verordnet wird, und spätestens bei einer immerhin möglichen zweiten Welle des Viruswanderers die App zur Ortung Erkrankter aufgezwungen wird. Also wer ohne App erwischt wird, zahlt hohe Strafen. So blöde möchte man ja auch nicht sein so ganz ohne Aktionstrieb, dass man Kohle hinblättert, als hätte man den Befehl nicht verstanden. Oder aber hält es für eine persönliche Revolte naiver Einsichten, die keinerlei Wirkung versprechen, sondern gleichfalls zu allen Zeiten Leben gekostet haben. Nur: was macht man, und wann ist der akkurate Moment zu handeln, und aus welcher Motivation heraus. Und was ist überhaupt denkbar, wo man gerade erlebt, dass so ziemlich alles für jeden denkbar ist, der die inhärente Denkkapazität des Menschen in Anspruch nehmen möchte und kann, zumindest, um herauszufinden, wie man d i e Dinge, die einem einleuchten oder ansprechen, als d a s an sich nehmen kann, was auf der eigenen Werteskala erkennbar bleibt. Stimmt, hier heißt es langsamer vorangehen, als der schnelle Geist gewohnt ist, der oft mit Pferden verglichen wurde, die auch zu zügeln sind, wenn ihr Freiheitsdrang mit ihnen durchgeht. Was uns zu den heutigen Politikern führt, deren Entscheidungen uns in eine neue Gewissenkrise stürzen können. Es ist ja auch so, dass man schon viele Male dafür dankbar war zu erkennen, dass es eben n i c h t egal ist, wer an der Spitze eines Landes regiert, auch wenn sie aus welchen internen Onlinedebatten heraus auch immer uns nun inmitten der Krise in diese Bredouille treiben, auf die es erst einmal keine Antwort gibt. Man kann auch stocknüchtern behaupten, dass die Missstände, die wir alle schon kannten, und der Missbrauch, und die Habgier und die Gewalt (und die Dummheit), also dass alle Züge der Entmenschlichung schon voll im Gange waren, und dass es etwas gibt, möglicherweise auch das kollektive Unter-oder Ober-oder einfach nur Bewusstsein, das gerne verdrängt, was es schon weiß. Aus lauter Profitgier natürlich, denn wir profitieren doch alle von der Ausbeutung auf die eine oder andere Weise und nennen es gerne ‚das ‚Normale‘, sprich: freien Zugang zu allem, was wir begehren und zu brauchen glauben, und zu dem wir zurückmöchten. Welche Art von ‚Freiheit‘ hatten wir also bisher, und welchen Preis sind wir bereit zu zahlen für das neue ‚Normal‘?
Auf Zen-La herrscht heute das Schweigen. Die Systeme stellen sich ein auf das Förderliche des als das ‚Sein‘ Verstandene.
Ja lass – ja! lass!,
lass zu, mach auf.
Geh den Aufgang
hinauf, durch den
Einblick hinein, neben
der Gartentür schau dem
Garten zu, wie er auch ohne
dich sein kann, was er ist.
Schließ die Türe und öffne sie dann:
wer ist drin mit dir, wer sieht
in den Spiegeln dein Vorüberziehn,
dein Hineinsehen, dein inneres Wesen
als du, dein Dabeibleiben am lichten
Sinn, dein Hier. Wer ist dort im
verborgenen Wohnen? Wer hat
sie verloren, die Seitenzahl zum
traumlosen Schlüsselbund. Da
blühte das eingefangene Licht!
Denn wer die Sorge hier ruft,
findet sie nicht. Klopft an die Tür,
wird eingelassen. Wird befragt zu
den Verlusten der Nacht. Als ich
aufgewacht und mich entschied
für den Aufenthalt.
Als ich mich fand, gab es ein Gleichnis,
das mich mit mir verband.
Es ist ja so, dass jeder Mensch, der hier auf dem Planeten ankommt, die Welt so erfährt, wie sie gerade ist, und wo er oder sie gerade ist oder ankommt. Das kann auf dieser Erde wahrlich einen gravierenden Unterschied machen, der schwer zu erfassen ist, weil niemand weiß, wie alles kam, und viel Wissen aus Ahnen, bzw. Erahnen besteht. So erforschen wir alle auf unsere Weise das zu Erahnende mit dem Stoff, der zur Verfügung steht. Dann gibt es die Momente in der Geschichte, in denen etwas verhältnismäßig lange sich Erhaltenhabendes (aber was ist schon ‚lange‘?) auf einmal vergeht. Auch Welten sterben, oder ist es eher so, dass die eine Welt ständig ihr Kostüm wechselt, oder ist sie einfach die Bühnenfläche, auf der das Lebendige sich entfalten kann mit seiner hemmungslosen Darstellungskraft, die gleichzeitig anregt und aufregt, oder auch einschüchtert und überfordert. Oder ist nur der Spieler oder die Spielerin mächtig angefordert, sich hier zurechtzufinden in all dem, wofür Worte gefunden werden, die eine erstaunliche Todlosigkeit bergen können. Manchmal genügt so ein Wort wie Phoenix, Matrix, Sphinx, (in diesem Fall eine Vorliebe für Worte mit X, die gleichzeitig den Faktor X in sich tragen), also manchmal genügen ein paar Worte, um ganze Reiche aus dem Staub hervorzuholen. riesige Seins-Systeme, in denen die damaligen BewohnerInnen so eine Welt, in der wir jetzt leben, sich nicht hätten vorstellen können. Von indischen Weisen hat man gehört, dass sie beim Sehen der kommenden Zeit geschaudert hätten und froh waren, nicht darin leben zu müssen. Die dunkle Zeit, in der das Schicksal einer Zeit sich wieder mal entscheidet. Vielleicht stirbt eine Welt, wenn sie zum Platzen voll ist von allem, oder so ausgesaugt wurde von den Abgründen wie eine sterbende Mutter, aus der ohne Ausbeutung nichts mehr zu holen ist. Dass dann ein Ruck kommt und das ganze, erstarrte System in ein neues Licht stellt. Ich habe so einen Ruck persönlich in Indien erfahren. Er wurde einerseits durch die tödliche Seite des Tourismus geschürt und der damit verbundenen Geldgier, andrerseits durch eine erstaunliche Fähigkeit im Umgang mit digitaler Technik, und sehr viele dieser begabten Geister nun dabei sind, in einen unüberschaubaren Abgrund zu schliddern, der alle ehemaligen Sicherheiten nach oben, wo einst vertrauenswürdige Götter die Sachen erledigten, zuschüttet. Man brauchte zuvor nur so gut sich anstrengen, wie man halt konnte, dann kam ja schon die nächste Chance, das nächste Leben. Das alles ist vorbei und läuft schon eine Weile mehr oder minder haltlos vor sich hin. Da kam das Virus. ich habe bewusst den Artikel gewechselt von der Virus zu das Virus, weil die Sächlichkeit dieses Phänomens meiner Vorstellung mehr entspricht. Das Virus-Epos, das sich Tag für Tag entfaltet und gestaltet und durchgegrübelt wird von praktisch jedem Mann und jeder Frau und den Kindern, die das schon verstehen können, nämlich dass gerade alles anders ist als sonst und tatsächlich das ganze Weltsystem in die Kniee oder den aufrechten Gang gezwungen wird. Nicht, dass man hier mit Demut rechnen darf, nein. Nur werden allmählich alle Länder beleuchtet von einem erbarmungslosen Scheinwerfer, der einfach nur zeigt, wie es ist. Daraus kann sich viel Kraft für Veränderungen entwickeln, die durch Einsicht gelenkt werden. Durch die Bereitschaft für Einbußen. Für die Chance einer Systemveränderung, die neue Atemwege ermöglicht, Öffnungen, Tore, Umstellungen, Einstellungen. Diese Zeit, das ist wahr, sieht gerade nicht so gut aus, wenn man sie misst an einer potentiellen Werteskala, die jedem Menschen seine oder Ihre Lebenszeit schöpferisch ermöglicht unter förderlichen Bedingungen, nein. Aber sie erlebt ein Genug!, und das ist unser Licht. Nicht mehr die entleerten Himmelshallen der Götter, sondern ein tiefes Gespür für die Ausgleichung zwischen dem Hell und dem Dunkel. So, wie es war, als das kristallklare Morgenlicht auf die Wipfel der Bäume traf und das Leben sich reich an Geheimnis zeigte.
Auf Zen-La flüstern sich derweil die TeilnehmerInnen bestimmte Worte ihrer verlassenen Herkunft ins Ohr. Es gilt, das Wort mit solcher Tiefe zu füllen, dass es die Grenze der Fremdsprachigkeit durchbricht. Zen-La ist uhrenlos und wird gesteuert durch
die präzise Anwesenheit seiner Gäste, die die Zeit ihres Aufrufes erfüllen.
Bei den Empörungen, die durch die Verschiebung der bis dato existierenden Weltordnung ausgelöst werden können, kann man darauf achten, dass man die Empörungskraft nicht verplempert, sondern förderlich einsetzt. Es kann natürlich hilfreich sein, die Empörung einfach als ein Ventil zu benutzen und sie an irgend etwas oder einem Menschen festzumachen, was überhaupt nichts damit zu tun hat, um was es gehen könnte. Vieles kann Empörung auslösen, der Maskenzwang, die Uneinigkeit unter Virologen und Ärzten, die man für kompetent deklarieren möchte, die Botschaften, die aus langen, politischen und geheimen Sitzungen hervorquellen, wo sich in bisher unbekannten Formen des Krisenmanagements sogenannte VolksvertreterInnen sich auf Maßnahmen einigen müssen, die diesem größeren Publikum verständlich gemacht werden können und auf Umsetzung hoffen dürfen. Und über ’nein!, diese Maske trag ich nicht‘, muss man dann günstigerweise selber nachdenken, Umgang, Möglichkeit, Revolte, alles möglich. Empörenswert empfinde ich die Vorschläge, die wie Irrlichter über die sogenannte Risokogruppe, die neuen Gefährdeten, also ab fünfzig aufwärts und dann ab Altenheim total wie ein monströser Schatten über ein tiefleidiges Tabuthema gleiten, wie man in gauklerhafter Geistlosigkeit auf einem Titelblatt der „Zeit“ lesen konnte. bei der es um die Frage ging, wie ‚wir‘ die ‚Schwachen‘ beschützen können. Das ist ja abenteuerlich, wie hier Millionen Menschen ohne Differenzierung in eine unangenehme und unkomfortable Einkaufstasche gesteckt werden und zu Alzheimer und DemenzanwäerterInnen gemacht und auch wenig nachgefragt wird, wie’s denn so geht und wirklich ist, und überhaupt könnte ich hier mein Samuraischwert herausnehmen, was nicht angemessen wäre, daher keine Waffe. Eher eine Auslotung an der Stelle des Übels: der misslichen Einstellung zum Alter, diese Erwartungshaltung, dass da alles zusammenbricht und nicht mehr kann, und nicht wird wie eine kluge, von Lebenserfahrung reiche Quelle, an der es schicksalsgefiltertes, klares Wasser zum Einnehmen gibt, sondern ein mit allen möglichen Blockern vollgestopftes Geschöpf, das Anderen im Wege steht, bis es endlich abzwitschert. Das hat mir (einst)gefallen in Indien, als ich jung dort ankam, dass ich noch das Glück hatte, bei älteren und alten Menschen sitzen zu können und zu erfahren, wie sie das Ganze sehen und handhaben, was ihre Werteskala beinhaltet, zu welchem Punkt der Einsicht sie gelangt sind. Das ist das Waffenlager, das mich interessiert hat: Instrumente des Selbstschutzes, die gleichzeitig Musik machen, die man je nach Situation und Knowhow in Schwingung bringen kann, als souveräne/r Einzelkämperin und im gemeinsamen Zusammenspiel. Hier verebbt die Empörung von selbst. Die Zeit, in der wir uns momentan bewegen, ist keine Zeit für unnötige Anklagen oder Wurzelbehandlungen, wenn Zähne erstmal erhalten werden müssen. Aber schon schade, dass Mode und Weisheit inkompatibel erscheinen. Aber sind sie es wirklich. Mode, also Outfit: Stilrichtung und Haarfarbe und Kostüm sind das Vorüberziehende, während Weisheit der stabile Anker ist und bleibt, auch wenn manches wie vergessen erscheint. Kein Zweifel, wir gehen auf neue Ordnungen zu, die entstehen, indem das zuvor Unvorstellbare sich manifestiert und neue Worte kreiert und auch braucht, um sich verständlich zu machen. Der Mut zur Empörung und das Angemessene, das von der bestehenden Weisheit genährt wird, das scheint mir (u.a.) eine gute Navigationsausrüstung.
Auf Zen-La ist es still. Die Fremdlinge haben sich ihre großzügigen Wohnbereiche ausgesucht und kommen nun zusammen, um die weiteren Schritte zu kontemplieren. Alles, was sich hier bewegt, ist die Ordnung selbst, die sich durch das Seiende erschafft. Man bedenkt die Wendung des Auges nach innen und lässt es, ganz wie das technische Licht bei der Darmspiegelung, durch die Gewinde der Synapsen gleiten, um Ausschau zu halten nach Spuren der Ich-Verhaftung. Man entwickelt mit ein paar wenigen Schritten einen Ablösungsprozess und vertieft sich in die Wirksamkeit heilender Anwendung.
Die nächste Phase, die nun eingeläutet ist, zeigt in ihrer eigenen Sprache, dass die Gehirne, gerade noch in der Schockstarre des Ungewissen gebannt, sich auf vielfältige Weise daraus lösen und in unvorstellbar komplexe geistige Aktivitäten taumeln, teils aus Existenzangst, teils aus Todesfurcht, teils aus Freiheitsdrang, teils aus unbändiger Energie und Schöpfungsdrang, dann vielleicht auch aus labyrinthischem Spannungszwang, oder aus epikureischer Lebensfreude, oder aus sich langsam einsiedelnder Gelassenheit heraus oder dem gesunden Widerstand der Maske entgegen undsoweiter. Es brütet also das Welten-Ei sich noch einmal direkt vor unseren Augen und Ohren erneut aus, und egal, wieviel wir denken und meinen, wir wissen es nicht, was dabei herauskommt, und ob Henne und Ei wirklich untrennbar sind und man dadurch weiß, dass es Wesentliches gibt, was unserem gemeinsam erzeugten Wissen nicht zugänglich ist, außer, man geht selbst los und weiß jetzt, dass man sich auf die Erzählungen der Anderen, auch wenn ihre Weisheit hochgeschätzt ist, nicht verlassen kann. Denn ohne die eigene Erfahrung (und Entscheidung) wird man nie gewusst haben, wie etwas wirklich ist. Und so zwingt uns das neue Fieber, der eigenen Betrachtungsweise mehr Raum zu geben. Ein wirksames Geben!, das die Geschwindigkeit der Denkprozesse entschleunigen kann, was eigenes Handeln begünstigt. Zwischendurch kann es zu explosionsartigen Ausbrüchen kommen: die Schlacke löst sich aus der Identitätserstarrung. So ziemlich alles wird in der heranrollenden Zukunft anders sein. Dann fließen fast nebenbei ungehemmt aller menschlichen Möglichkeiten gegenüber (z.B.) weiterhin mehr Milliarden in das Waffengeschäft als in das Gesundheitswesen. Solche Dinge wusste man ja immer schon so nebenbei, jetzt erschaffen sich unsere Gehirne neue Zusammenhänge. Die Handhabung der Virenkrise wird an den Thronen rütteln, auch das kann geschehen. Auch Dummheit kann Menschenleben kosten, und die Wahrnehmung der Dummheit kann zu Weichenstellungen führen, immer gemäß der inneren Substanz, die sich für das Eine oder für das Andere entscheiden wird. Schade, dass das schöne Wort ‚Maske‘ so demaskiert ist durch Volkszwang, ehrlich: was soll das, so als wüsste man nicht, was es soll und könnte sich dafür entscheiden. Es geht also um klare Entscheidungen und Auslotungen der Dinge, und angemessene Handhabung des Unvermeidlichen, der Umgang mit der Gefährdung der Demokratie. Oder wird es erst eine, wenn wir verstanden haben, was es eigentlich ist und sein soll, und dass ein Sklavenmarkt, kontrolliert von einer sich als selbstverständlich empfindenden Herrenrasse nicht wirklcih eine Demokratie sein kann. Vielleicht lohnt es sich ja, mal das unantstastbare Recht des Menschseins neu zu kontemplieren und ein paar Weichen zu stellen, die zuvor dem ermüdeten Auge verborgen waren. Damit ich bei der erhöhten Aufmerksamkeit der Zeitzeugenschaft mich nicht auf die andere Seite drehe und denke: Ach, das ist nicht so wichtig!
Ehemalige TeilnehmerInnen des Corona-Dampfer-Workshops treffen auf Zen-La ein und legen die Masken ab. Es ist klar, dass die Erkenntnis der Ohnmacht im Angesicht national oder global erdachter Ordnungen erst einmal ihre Wirkung zeigen kann. Die Arbeit im aufgebauten Energiefeld kann beginnen. Man einigt sich schnell auf das Vorstellungsrecht einer präzisen Auslotung.
Es ist gut denkbar, dass die Herrlichkeit des Lebens
um jeden und immer in ihrer Fülle bereitliegt,
aber verhängt, in der Tiefe, unsichtbar, sehr weit.
Aber sie liegt dort, nicht feindselig, nicht widerwillig,
nicht taub.
Ruft man sie mit dem richtigen Wort, beim richtigen
Namen, dann kommt sie.
Das Bild kommt einerseits aus der „Zeit“ und andrerseits aus der Zeit und hat mir so gut gefallen, weil Bilder öfters mal mehr sagen können als Worte, sodass ich alle Skrupel über den Haufen geworfen habe und es einfach zu mir genommen, wo es nochmal in eine Öffentlichkeit transportiert wird, diesmal mit einer kleinen Blutlache links unten im Bild, die ich dazugefügt habe, weil ich es dadurch, wenn ich es denn wollte, eine künstlerische Erweiterung nennen könnte, ganz im vermuteten Sinne des Schöpfers (des Bildes) natürlich. Denn der Agent, der den berühmten Koffer mit der erwünschten Ware bringt, möglichst ohne Spuren zu hinterlassen, zeigt hier ganz deutlich, um welches Gold es hier geht: es ist das neue Öl im neuen Normal: die Maske. Es ist eine wilde und hemmungslose Idee, ein einziges Mal in dieser uns soweit bekannten Geschichte über das Leben und Wirken der Völker, die ganze Menschheit in einem zuvor unvorstellbaren Akt unter die Maske zu bekommen, sodass vorgedacht wird, man solle es als zunehmend natürlicher empfinden, maskiert zu sein als nicht, das ist..(…)(?)(x)…Wenn man jetzt wüsste, ganz klar und einfach, was es ist, dann wäre man schon einen Knoten weiter, fest den Kompass in der Hand, mal auf Dampfer, mal auf Surfboard unterwegs, mal allein die Flugbahnen auslotend, mal gemeinsam das jeweils Durchdachte zur Verfügung stellend. So habe ich einen Blutstropfen zum Maskenbusiness gefügt, denn wo Gold fließt, da fließt auch Blut, so. Jetzt geht’s ja erst richtig los, eben mit dem Maskenzwang, denn Zwang ist es doch, wenn man bestraft wird, wenn man es nicht tut, was per Gesetz auferlegt wird. Man hat keine Wahl, bzw. hat nur die Wahl des Umgangs damit. Die Stewardess im Air India Flugzeug, schon maskenverpflichtet, sah von der Seite aus wie ein Meerschweinchen, nein, natürlich nicht wie ein Tierlein, solche Vergleiche hinken ja immer, aber da konnte ich sehen, was für eine Einbuße das sein muss für edle Profile zum Beispiel, wer denkt schon an d i e, oder wohlgeformte Kinne, die nun im Dunkel vor sich hinsiechen, ganz zu schweigen von den frisch geschminkten Lippen, die hinter so etwas Scheußlichem wie die Apothekenmasken veröden. Und man hat doch bereits ausgiebig mitschwanken dürfen in der Frage, ob diese Masken nicht eher schädlich sind als nützlich, und wer hier wen und wann und wie uns überhaupt anhaucht und zum gefährlichen Gegegnüber wird. So sieht es ganz danach aus, als sollten wir vor allem über die globale Maskierung nicht vergessen dürfen, dass die Lage ernst ist und eben doch noch gefährlicher als die anderen Grippen und Viren und Bakterien, mit denen wir eh herumwandern. Wie dem auch sei, so könnte ich mir doch vorstellen, dass es eine Weile unterhaltsam sein wird oder auch psychologisch interessant und überhaupt, für welches Maskengebilde sich jeder Mensch auf diesem Planeten entscheiden wird, welches Tuch, welches Leder, welches Plexiglas, welches Baumwollgewebe, welche Farbfelder, welche Längen, Breiten und Höhen sich individuell durchsetzen werden, und wo und wie weit darf man vermummen, und was geschieht mit der Strafbarkeit des Vermummungsgesetzes. Man könnte auch sagen, dass es nur eine neue Form des Beieinanders werden wird, in der Vermummte und Maskierte nur eine Zwischenfassung sein werden vor der endgültigen Vermaschinierung, nicht zuletzt, um die kollektiven Erleuchtungsmomente aus der Corona-Zeit und ihr unwiderrufliches Ende besser verdauen zu können. Als die letzten Hüter und HüterInnen sich dankend verabschiedeten und sich aus dem uralten Staube machten, damit das stattfinden kann, was stattfinden will und muss.
Derweil bereitet sich das verödete Zen-La auf die angemeldeten Gäste vor. Hier ist man vertraut mit dem Wesen der Fremdlinge und ihren oft eigenwilligen Essgewohnheiten. In der leuchtenden Sphäre des Küchengebietes bereitet die Expertin die e i n e Alge vor, die gundsätzlich als Nahrung gereicht wird, da sie das Genom aller Pflanzen in sich trägt.
Aha! Öffnungsdiskussionsorgien! Ein Wort, das man nur auf Deutsch so zusammenfügen kann und aus dem Mund der Kanzlerin auf mich eher humorvoll wirkt. Wenn wir schon kontrovers zugedröhnt werden, kann man sich das distanzierte Gefecht nur vorstellen, wer wo aus welchen Abgründen und Motivationen und Positionen heraus alles wieder geöffnet haben möchte. Langsam ahnt man weit über das Virus hinaus, was für ein Ausmaß das für alles und jeden haben wird. Am Virus-Kompass wird die Welt gemessen und gemessen werden. Da man den Chinesen gerne alles Mögliche zutraut, weiß man wohl nie genau das Datum des Virus Eintritts in das Licht oder besser das Dunkel der Öffentlichkeit, aber so ungefähr schon, sodass es eines einstigen Tages den Enkeln, sofern man welche hat, erzählt werden kann, wie und wann der kleine Schleicher sich in die Welt hineinversetzte und Anlass der auswüchsigsten Meinungsorgien, danke Frau Merkel, wurde. Wenn auf einmal alle sprechen und schreiben und Denkgespinste an die Wand malen, fällt dem täglich Praktizierenden leicht der Griffel aus der Hand, und er oder sie ist froh, dass es keine Ölquelle ist, aus der man seinen Lebenserhalt speist, denn ja, jeder hochangelegte Schatz kann einmal an Wert verlieren…plötzlich…über Nacht. Dann fiel mir auch so nebenher auf, dass die Zeit der ruhigen Verkehrsansagen (es liegen keine Meldungen vor) vorbei ist und nun tote Rehe auf den Straßen liegen. Das kann doch nicht immer dasselbe Reh sein, dachte ich beim fünften Mal, aber nein, täglich ein neues, totes Reh. (Rehtötungsorgien) Vielleicht hatten die sich auch an eine freie Fahrbahn gewöhnt und wurden kalt erwischt. Staus gab es auch wieder, und brennende Autos. Daran erkennt man das alte Normal, aber nicht nur daran. In Amerika protestiert Donald Trumps Schafherde gegen die „Virus-Lüge“. Sie wollen wieder raus aus den Häusern, das kann man nachvollziehen. Auch der Gläubigste kann nicht den ganzen Tag fernsehen und sich dabei an Frustnaschnahrungsorgien gütlich tun. Aber was geht’s mich an, oder besser: was genau geht mich tatsächlich an. Geschult in der Einsamkeit des Sehens und des stillen Sitzens möchte ich mir auf jeden Fall Zugang erhalten nach innen und nach außen, damit man die neuen Tore ausloten kann: wo muss man noch durch, und wo kann man die gesammelten Rätseleien hinter sich lassen und den Grashalm als Mentor nehmen oder die überraschende Fülle der Tulpenblüte. Auch trifft an all dem Guttun, das gerade in der Welt Erfolge feiert, herzlich wenig auf mich zu. Und doch läuft auch meine Arbeit weiter, auch wenn ich nicht bezahlt werde, ich meine: speziell für das, was ich kann. Und wer soll mich bezahlen können, wenn ich nicht freiwillig in die Leistungsorgie einsteige. Vielleicht ist es das Wort ‚Orgie‘, das die Aufgebrachten so gestört hat aus dem als bieder geltenden Mund der Kanzlerin. Aber man kann es ja aus der undistanzierten Welt der Körper herausnehmen, wo gerade einige Lücken sich gebildet haben und es, das Wort, auf Frühlingsmaßnahmen ausdehnen: Kirschblütenorgien zum Bespiel. Nicht, dass man das Wort wirklich braucht, nur mal spielerisch damit umgehen, solange spielerisch noch möglich ist. Das hat noch keinem geschadet. Würde man allerdings in einer Diskussionsrunde sitzen, müsste das Wort, wie alle Worte, die man für selbstverständlich hält, definiert werden, damit auch hier schadensbringende Missverständnisse vermieden werden können.
Ja, nun heißt es Abschied nehmen vom Dampfer und den Workshopekstasen. Die WorkshopteilnehmerInnen möchten noch einmal gemeinsam im Raum etwas Schöpferisches gestalten. Man einigt sich auf das Basteln einer Ekstase.
Die Stunde der Wahrheit
ist einfach gekommen,
die Stunde der Wahrheit,
klar wie ein Kirschbaum.
Da gibt’s kein Aldi für Denkende
bei dieser Ankunft von ihr, kein
modisches Maß mehr verfügbar
für den Raum zwischen Zeit und Raum.
Also doch! Wieder ein Ausnahmezustand!
Und das mitten im demokratischen Wir!
Die Stunde der Wahrheit kam herein ohne
Fax, lautlos und offensichtlich. Gerade
dann richtet sich das müde Weltenauge
auf und sagt: ‚Ach, das ist nicht so wichtig!“
Da bricht die Flut herein und die inneren
Wälder brennen! Die Stunde der Wahrheit
wohnt am Kern, und man kann sie erkennen.
Wobei wir einfach nicht vergessen
dürfen, dass jede Wahrheit nur eine
vorletzte ist, verankert in der Freiheit
und völlig bestimmt vom Jetzt.
Die Regierungsstrukturen ächzen hörbar in den Balken unter all dem Dehnen, das hier heldenhaft gefordert wird, das Stützen und das Vernünftigsein, und wer trüge die Verantwortung für eine eklatante Fehlentscheidung? Das möchte man sich am liebsten gar nicht ausmalen, und trotzdem greift die Hand zum Pinsel oder zum Stift. Noch müssen wir keine Virenschutz-Burkas tragen, selbst die Maskierung ist vorläufig Empfehlung. Schnell noch einen Traum hineinstreuen in den Meinungsozean, denn wie wär’s, wenn alle mal eine Zeitlang gemeinsam was Menschenschädliches lassen würden, oder mal ein paar Wochen zusammen schweigen und gar keine Meinung äußern. Es ist wie Fasten, am dritten Tag wird’s spannend, andere Sprachen entstehen, andere Gesten, die in einem Buch aufgefangene Schriftnotiz benötigt Übertragungsklarheit, auch wenn man dem Missverstehen und dem Missverstandenwerden nie ganz entkommen kann. Da geht einem schnell die Puste aus bei solchen Ideen, kennt man doch von sich dieses Fahrwasser : „Wenn alle was Bestimmtes täten, dann würde alles….“ undsoweiter. Vielleicht ist man auch ein bisschen neidisch auf das Virus, weil es einfach ist, was es ist, und das mit großer Wirkungskraft, während wir gerne für möglich halten, was niemals sein wird, was wiederum den kreativn Kopf nicht davon abhalten sollte, Seinsvarianten zu kontemplieren. Und was ginge uns denn wirklich alle gemeinsam an außer der Handhabung dieses irren Dervischs, der die Substanz des Spiels aufmischt? Der neue Karten verteilt, auch wenn es so aussehen wird, als wäre die Fülle niemals in Leere verwandelt worden, durch die Maskierte geistern, während die liebe Mutter aller Wesen ihre Kinder verspeist. Es gibt sehr viele Möglichkeiten, wie man es sehen kann, denn es ist diese Sicht, aus der wir gemacht sind, bzw.
durch die wir uns selbst gestaltet haben und auch gestaltet wurden. Klar, der Lehm war auch nötig, das gehört zu den Wanderbedingungen. Die Todesangst, die uns gerade in unterschiedlichen Griffen hält, darf man sich auch nicht, oder darf man es doch, als einen zähflüssigen, tiefschwarzen Badestrand vorstellen, und ganz in der Nähe des Pudels nistet sie, ohne zu ahnen, dass dort ein Kern lagert. Selber sterben!, das ist nicht so leicht wie das Erschrecken über die Plastiksäcke und die nachts fahrenden Leichenlimousinen, obwohl das auch nicht leicht zu fassen ist. Man könnte an anderer Stelle, vielleicht nur mit sich allein, einen großzügigen Gerechtigkeitsimpuls visionieren, der den Virus als Schluckauf einsetzt, durch den der giftige Apfel aus der finseren Grube herausgeschleudert wird ans strahlende Tageslicht, Es weht ein kalter Wind durch das Himmelszelt. Die Krankenwagen hupen sich durch die leeren Straßen im Einsatz gegen das Unsichtbare. Selig sollen sein, die nichts sehen und doch glauben? Wer’s glaubt, wird selig, oder auch das nicht. Man muss ja nicht Hand an die Wunde legen, um zu wissen, dass sie da ist, aber sich um die Wunde kümmern, das schon.
Während sich die Flugobjekte der Coronadampferworkshopteilnehmer/Innen stabilisieren, taucht der Gedanke an das Triebwerk auf. Hier geht es um Schwingungsgesetze, die gleichzeitig Flügel sind und Klangkörper. Wir basteln uns also ein schwingendes Triebwerksmodul und lassen es in der Sonne auftanken.
Ich wollte auf keinen Fall, dass dieses Video im Gefecht der Krise untergeht, jetzt, wo man wieder mit dem Ruckeln und Zittern der bearbeiteten Materialien und dem Hinauffahren von Maschinen rechnen muss, und das weltweit, damit bald alles wieder habbar sein kann und Menschen nicht in Existenzabgründe schliddern, wenn sie nicht schon mittendrin sind, oder in der Mitte von Gewaltakten, die wie so oft ungeahndet bleiben. Dieses in der Menschheitsgeschichte als einmalig deklarierte Virenspektakel ermöglicht es einem unter vielem Anderem, durch die gemeinsame Notlage auf ganz neue Weise sichtbar zu werden, denn es ist nicht zu bestreiten, dass es kaum Themen außerhalb von Corona gibt. Manchmal können wir auch auf Covid19 zur Abwechslung überwechseln, oder Corona selbst gendern mit der/die/das, das ‚die‘ auf die ‚Krone‘ verlagert etc., Aber zum Gähnen war und ist es auch nicht geeignet. Ganz schön lange habe ich gebraucht, bis ich die Lage als ernsthaft einschätzen konnte, nicht, dass ich es konnte. Ich meine, wie ernst es wirklich war und ist, und der Tod und die Trauer, die ständig anwesend sind, was einen meistens betrifft, wenn sie nahe an die Türschwelle kommen. Man sieht in einer gedanklichen Wüste eine überdimensional große und wuchtige Torschwelle an den Rand der Welt fahren, und ein blasser Alien mit einem Aktenkoffer geht ungehindert von Umständen auf das Oasenbüro zu. Der Deal ist einfach: der Alien bleibt und morpht die ganze Erdmannschafft in eine neue Mutation. Es ist ein intergalaktisches Riesenprojekt. Keiner hat eine Ahung, was dabei herauskommt. In der auftauchenden Erkenntnis der gesamten Menschheit über ihre nahtlosen Zusammenhänge und Abhängigkeiten, die zwar schon immer existierten, aber nie gemeinsam erfast wurden, kann es zu einer globalen Katharsis kommen. Aber um Himmelswillen, wir wollen nicht auch noch eins drauf-unken, denn wer weiß schon in irgendeinem lebendigen Moment des Dabeiseins, was der nächste Moment alles in peto hat. Man kann den Moment reflektieren, am besten, wenn er da ist, dann hat man ihn zumindest wahrgenommen. wobei die Zeit selbst eine erstaunliche Fähigkeit hat, sich zu dehnen oder zu verkürzen, ganz, wie wir damit umgehen. Auch kann man nicht gleichzeitig an Schwermütige und Leichtfüßige denken, ohne Prioritäten anzumelden, die sich in letztet Konsequenz als illegal erweisen. Wir müssen auch nicht beides kennen aus Erfahrung, nur sie zulassen als das, was sie sind. Ich erwähnte ja, dass ich an Land gehe und freue mich zu hören, dass Deutschland ein paar hundert Flüchtlingskinder aus Griechenland bringt. Das ist ungeheuerlich, dass über 1000 unbegleitete Kinder und Jugendliche in diesen Misständen bereits gelebt haben und, wie ich heute höre, viele von ihnen nicht einmal ein Bett hatten. Was fühle ich? Und kann man sich schon vor dem körperlichen Tod ’sachte lösen von den Berührungen der Nebenwelt‘ (‚..‘ von R.Ausländer)? Das ist eine Frage, die ich schon lange habe. Sie betrifft das Gleichgewicht zwischen einfühlen und loslassen.
Die Surferin ging zum Bootsverleih, wo das vertraute Brett während der Dampferfahrt gelagert hatte. Für die nächste Runde, sinnierte sie, brauchte man ein etwas beweglicheres Fahrzeug, einen Vogel, ein Tanzseil oder eben das Surfboard. Sie postete ihre Idee in die Workshophalle, dass sich jede/r ein Viman bastle, also ein geistig tragfähiges Flugobjekt.
Das scheinbar Zusammenhängende, was man auf der Erde antrifft, entpuppt sich ja bei näherer Betrachtung als ein Strom geistiger Energie, von der Gesamtheit des Daseinseienden stetig und unaufhaltsam neu gebildet. Es wird auch von allen Durchreisenden so gehandhabt, als sei es das unumstößlich Reale, dabei ist es gar nicht zu erfassen als das scheinbar Reale, da sich die vorgefundene Realität stets erneuert. Man hat gar keine Wahl, als die wahrgenommene Realität als einigermaßen solide zu begreifen, denn innen ist ja der Raum der Freiheit, draußen die jeweilige Manifestation des Zusammenströmenden. Man beobachtet, dass unser Gedachtes und Gefühltes nicht nur über das Wort, sonden über den Blick nach außen dringt. Hier öffnet sich das Tor der Gestaltungsmöglichkeit. Stimmt, viele Menschen haben es durch Umstände oft sehr schwer, sich im Weltgeschehen als direkt beteiligt und ermuntert zu empfinden, aber auch in Leidenszeiten begleitet man das Geschehen mit dem, was einem möglich ist. Einschätzen zu können, wie wichtig meine innere Teilnahme an den Prozessen ist, nicht als helfende/r Held/in oder Bösewicht/In, sondern als mich selbst, was das Einfachste scheint, sich dann aber doch als das Komplexeste herausstellt und kristallisiert. Bis man denkt, aus einem seltsamen Traum zu erwachen, und es ist unwahrscheinlich, dass gerade da jemand auftaucht, dem oder der es genauso geht. Wenn nach dem vielen Ansammeln und Bereichern jetzt kein Anker erscheint oder kein Strohhalm, dann kann schon mal der ganze zusammenhängende Eigen-Sinn kollabieren. Wenn man Glück hat, trifft man auf menschlich kompetente Experten, die einen anregen, die Einzelhaft zu verlassen. Dann aufrichten und schauen. Was sich da feststellen lässt, ist sicherlich nicht das neue Normal, sondern es hat was vom uralten Erdgewand, vom edlen Wanderstab, hat was von Zurückgezogenheiten und angemessenen Einschätzungen, auch etwas Kühle hat es von der großen Nüchternheit. Es lächelt vor sich hin, denn es kann weder helfen noch ändern. Es kann nur sich selbst sein. Meistens fällt das nicht weiter auf und spielt im Spielfeld keine so wichtige Rolle, bis es eines Tages hereinfließt von den Rändern und sich aufmacht ins Zentrum des Sturmes. Was es da macht, das wissen wir leider noch nicht, denn wir sind mittendrin und zu einem gewissen Maß an die Abfolge der Akte gebunden. Wir wissen nur, dass es an tiefster Stelle des Zentrums ruht als das Auge, und dass um es herum der virtuelle Sturm tobt auf verfügbaren Kanälen.
Eine/r, man darf raten wer, verlässt heute den Workshop des Corona Dampfers, beziehungsweise den Dampfer selbst. Sie lassen nur Eine/n jeweils an Land gehen. Die Wartenden greifen zu den inneren Materialien und basteln sich das Vorbild einer tiefen Stille.
Noch ist das Lied nicht aus, noch lebt im Leid
der immerdar Verfolgte und Beraubte.
Er weiß, sein Schicksal ist dem Tod geweiht,
und immer schwebt ein Schwert ob seinem Haupte.
Sie sagten einst, sein Gott sei nicht so gut
wie ihrer, so musste er es büßen.
Fest liegt die Schuld in seinem bösen Blut,
und sie zertreten es mit ihren Füßen.
Noch ist das Lied nicht aus, kein Häscher nahm
sich an der immerdar verfolgten Wesen.
Und jene Wangen brennen nicht vor Scham!
Es bleiben Gott und Mensch, was sie gewesen.
Pssst! Ab heute wird Phase II eingeläutet. Jede/r kann ja so viele Phasen haben, wie sie oder er möchte. Für mich also läutet Phase II ein, wenn dieser planetarische Dampfer, auf dem wir seit Wochen mitsinnieren, an einem unbekannten Hafen Anker wirft. Eigentlich soll gar nicht angehalten werden, sondern das bisher Angehaltene einen Nu lang zutieft wahrgenommen und gleichzeitig reflektiert: Wie der bis dato unbekannte Strahl sich des Erdballs bemächtigte und ja immer noch bemächtigt, ob nun als Schicksalsstrahl oder als Erkenntnisantrieb, oder als Zeitraumgeschenk, ob als ans Licht getretene Helferseelen, oder als Beatmungsgerät oder als im Dunkel des unmenschlichen Treibens Ausharrende, für die jede Wahlmöglichkeit zerstört wurde. Sicher ist, dass Phase I nie vergessen werden wird. Gut, dass es kein Krieg war und ist, obwohl das Virus Coronafeld auch als Kampfarena gesehen wird, und doch war und ist es eingebettet in Empfehlungen und beschränkt auf Maßnahmen und Vorschläge, die letztendlich einzusehen sind, solange man sich noch dagegen wehren kann und das Tragen von Smartphones nicht Pflicht wird, damit man jederzeit geortet werden kann. Es gibt ja nicht nur ein Lichtnetz von Helfern, sondern es gibt auch dunkle Fischer, die nach ihresgleichen suchen und ins Netz nehmen. Und was auch auffiel in Phase I ist, dass unser Blick über den ganzen Planeten streifen konnte, und überall, wo wir waren, wusste keiner etwas besser als der andere über diese Welle, die auf uns zukam und uns erreichte und das Ganze ins Stocken brachte. Ob das jetzt aus dem Fleischmarkt von Wuhan kam, oder eine Art kosmischer Humor seinen Auftritt hatte, wen kümmert’s, denn wir werden es alle zu verstehen suchen, aber wir werden es nicht wissen. Das ist ja nie anders: wir sind dabei und wissen meistens nicht, was das wirklich heißt, also ein Mensch sein und, wenn gefragt, was das ist, zögern müssen, weil es so einfach klingt, was man ist, aber dann wird es mit jedem Millimeter komplexer. Und viele sind überfordert und schrecken zurück vor der Wanderschaft und widmen sich anderen Dingen. Für mich persönlich war Phase I sehr gut. Ich hatte Glück und musste nirgendwo anstehen. Dann belebte sich durch die Umstände eins meiner deutschen Lieblingsworte: gem e i n s a m, und wenn man das ‚einsam‘ im ‚gemeinsam‘ beglückt eingeatmet hat, kann man noch das ‚gem‘ aus dem Englischen herholen und das Wort nun als Juwelensamen lesen oder auch als einsames Juwel. (Anm. des Wortfindungsamtes). Einsames Juwel würde sich für mich verbinden mit den vielen kreativen Outputs, die in dieser Zeit entstanden sind, und die eingeflossenen Comics und Comedians und Videos und Gedanken gehören auf jeden Fall zur hellen Seite des Lichtes. Ab heute wird nun die Maschine wieder voller in Gang geworfen, doch das Hineinlauschen wird noch eine Weile stattfinden können. Aber hallo!, die Stille! Die leeren Autobahnen, der Himmel ohne Giftstreifen. Die Dankbarkeit, unter keinem Diktator zu leben, auch wenn einiges zu beanstanden ist, wir aber beharrlich sein können in unserer Richtung.
Auf dem Corona Dampfer, der vor Anker liegt im Irgendwo, wird der Kurswechsel besprochen. Daher kam im gut besuchten Workshop der Gedanke auf, jede/r möge sich einen Kurswechsel basteln.
Das linke Bild ist, wie man sieht, von der Zeit gezeichnet. Irgendwo und irgendwann habe ich es mal ausgeschnitten und es landete in einem hübschen Messingrahmen und steht seither an einer Stelle meines Schreibtischs. Soweit ich mich erinnere, gehörte die Geschichte dazu, dass das linke Geschöpf zuerst allein im Brutkasten lag, und als die Nachtschwester bemerkte, dass es im Sterben lag, legte sie den Zwilling dazu, und beide überlebten. Dann habe ich in der Zeit einen Artikel von Sudhir Kakar (einem indischen Psychanalytiker) gelesen mit der Überschrift: ‚Was ist menschlich?‘ (zu dem das Bild oben rechts gehört), der hinweist auf die Fähigkeit des Menschen, ein fürsorgliches Individuum zu sein, beziehungsweise zu werden, sozusagen als Ziel und Glanz des Menschseins. Also wie geht’s Ihnen denn so da draußen, oder soll ich lieber drin sagen. Mit so vielen Trauernden vielerorts, die nie wissen werden, wie ihre Angehörigen das Zeitliche verlassen haben, ist ja die überschäumende persönliche Wohlbefindlichkeit geziemlich in Schach gehalten. Nichtsdestrotrotz kann es einem wirklich sehr gut gehen, und wenn ich so in die Runden schaue, kennen wir gerade niemanden, dem es wirklich schlecht geht, abgesehen von all den medialen Berichten, denen man pausenlos das Ohr leihen könnte, hätte man nichts anderes zu tun. Und man hat ja in der Tat nichts anderes zu tun als das, was vor einem erscheint als das offensichtliche, nicht zu vermeidende Tun, das sich selbst tut, wenn man es lässt. Dann erst kann das Nicht-Tun hervortreten, das sanfte Nachlassen der Meinungskompetenzen, eine Art Wachsamkeit den vorgestellten Glaubwürdigkeiten gegenüber, die Erfrischung des Hörvermögens einerseits durch tiefes Hineinlauschen in die Sphäre, dann wiederum das entzückte Hineinlauschen in die geradezu schlicht funktionierende Transzendenz wunderbarer Klangwerke durch die Meisterschft ihrer Musikinterpreten/Innen. Immer wieder jemand, den man nicht kannte, wie konnte das passieren, und wie dankbar man ist für die Gaben. Man hat Zeit und Raum zur Verfügung. Ja, das stimmt, wenn man sich nicht um die Kinder kümmern muss (…). Nicht umsonst wurden die beiden Wege (in Indien als Yoga- und Familienpfad) einst getrennt, nicht in der Möglichkeit eines Zu-sich-Kommens, nein, sondern nur in den zwei Hauptformen der Beschaffenheit der Wesen. soweit es beobachtbar war. Warum sollte z.B. eine Frau, die sich Kindhaben gar nicht vorstellen kann, eins haben. Es kursiert die Meinung, dass es ihr gut tun würde, nein, würde es nicht gut tun, jedenfalls nicht einer Frau, die anderes vorhat mit ihrer Zeit. Es geht ja grundsätzlich um die Frage, was ich mit meiner Zeitspanne auf der Erde anfangen möchte und vor allem kann, auch wenn die zahllosen Katastrophen auf der eingeschlagenen Route nur Dschungel sind, oder das Labyrinth, oder der Ozean, der durchquert werden muss für die notwendige Ansammlung von Erfahrungen, die weitere Weichenstellung ermöglicht. Auch wenn der Planet gerade durch seine BewohnerInnen eine kunstvolle Kollektivpsychose durchwandert, oder wie auch immer man den bemerkenswerten Vorgang nennen möchte, so geht er doch weiterhin auf der Bahn, und niemand weiß, ob diese Bahn selbst der Zeitbegrenzung ausgesetzt ist, oder wir immer die Passagiere sind, solange er da ist, oder wie gut es Venedig und anderen Orten ginge, wenn mal keiner mehr darin herumtrampelt. Aber noch ist es ja nicht so weit, nein, ganz im Gegenteil. Noch ist Staatsexamen, die Kernfragen sind freigegeben worden. Zum Beispiel wie groß ist das social distancing zwischen Dürfen, Können, Wollen, Denken, Kümmern, Lieben, Wahrnehmen, Denunzieren, Helfen, Hamstern, Glauben, Wissen, Tun. Und zwischen unseren Körpern das Maß des Einkaufswagens, oder wagt hier und da Einer oder Eine das Heraustreten aus dem eigenen Gebiet und lässt sich ein auf die Umarmung?
Im Workshop auf dem Dampfer holen wir die großen Scheren aus der Bastelkammer, trennen das Wort Leergut und lassen leer und gut distanziert in uns auftauchen auf dem Schirm, holen tief Luft (Corona-Check) und lassen die Worte ohne weiteres zu.
Die große Weltformel
wurde in die Halle gebracht.
Wir standen und betrachteten das Ding,
das Wunder vollbringen sollte.
Wir starrten darauf.
Wir erstarrten.
Irgend etwas ging vorüber.
Dann war auch das nicht mehr da.
Der letzte Hunger erloschen.
Ich selbst ging aus dem Tor
und schüttelte die Mähne.
Und lauschte dem:
Willkommen
du
Licht,
willkommen!
Von meinem verhältnismäßig geschützten und geräumigen Eremitinnenbasislager aus kann ich dennoch hinausschauen auf die Welt und ihre Einheimischen, und kann sehen, dass es um viel geht. Es wird ja von uns allen keine/r mehr leugnen können, dass das Drama eine unerwartete Pause einlegen musste, die man in der P.R-Zeit (Pausen Regenerations Zeit) lebhaft durchdiskutieren kann in politischer, philosophischer, religiöser, epischer, poetischer, wissenschaftlicher, gedankenreicher oder gedankenarmer Weise. Wir also nicht leugnen werden können, dass nun doch einiges Neue stattfand und immer noch stattfindet, das man s o nicht wirklich kannte wie zum Beispiel das wirkungsvolle Auftreten derart vieler hilfsbereiter Menschen, die sich aus der Masse als Einzelne herausbewegen und ihre Statistenrollen abstreifen, um endlich die im Inneren lagernde Einsatzbereitschaft zum Klingen bringen zu können, das ist ja nicht ganz bedeutungslos, auch wenn man öfters mal am Überfall der Geschichten ermüden kann. Denn eine der Fragen wird doch sein und vermutlich bleiben: Kann der Mensch überhaupt als eine größere, unabhängige Masse souverän agieren und d e n Menschen aus sich machen, als den er sich erfahren möchte. Auf jeden Fall macht die Pause vieles möglich, was nicht mehr möglich sein wird, wenn der tonlose Gong ausgetönt hat und das, was geblieben ist, sichtbar wird. Es geht ja auch nicht nur um das Retten von Leben, sondern das Lebendige an sich hat eine Pause erhalten, wenn auch leider unter widrigen Umständen, was an den Gedanken von R.D. Laing erinnert, dass immer, wenn es eine Notlage gibt, wir uns in die Augen schauen. Heißt nur, dass wir uns sonst vielleicht nicht genug Mühe machen, uns gegenseitig als Menschen zu erkennen, und das durchgehend spannend finden. Und wenn dann noch das Bewusstsein von göttlicher Führung nicht mehr zugängig ist und der Mensch dadurch den Anspruch einer geistigen Akrobatik erlebt und die Konstrukte der Identität zusammenfallen in ein dichtes Feld, wo genügend Raum ist für den Vogel, der in sich mit der Hilfe Anderer und in ihrer Gegenwart ein Feuer entfacht und zu Asche verbrennt, aus der der neue Vogel steigt, ja dann… Asche wird hier verstanden als das geschürte Feuer der Selbsterkenntnis, wo man verstanden hat, dass die eigene Geschichte auch nur eine Arena ist, in der man eigene Einsätze bedenken und gestalten kann und letztendlich in Berührung kommt mit der eigenen unternehmerischen Kraft. Oder erleben, dass man nie von ihr getrennt war.
Im Workshop des Corona Dampfers ist sehr intensiv gearbeitet worden, daher einigten sich die TeilnehmerInnen auf eine Pause, in der man das Aschebassin nutzen kann zum Phoenixbad.
Eigentlich ist doch die Virus-Blase gar nicht der Ausnahmezustand, sondern ist sie nicht eher das Produkt eines bereits etablierten Ausnahmezustandes, der sich ins kollektive Wahrnehmungsvermögen eingegraben hat als das sogenannte „Normale“? Die politisch verpflichteten Tröster trösten mit trostlosen Sätzen wie ‚bald können wir wieder schrittweise ins halbwegs Normale‘ pilgern, womit sehr viel Unterschiedliches gemeint ist, auch Wünschenswertes und das Einschränken von Beklagenswertem, durchaus. Aber ist nicht gleichzeitig der Nu geeignet für eine aus der Üblichkeit des Normalen herausragenden Momentaufnahme, bei der sichtbar werden kann, darf und soll, was eh schon vorher auf der Intensivstation des Lebendigen gelegen hatte und krank und verstörend war, und missbraucht und ausgebeutet, und sich vielerorts gefragt hat, ob das wohl noch als normal bezeichnet werden kann oder gar menschlich. Wie kann man’s erkennen, und wo ist es Weltkulturerbe und wo blanker Wahnsinn, oder wo kollektiv gestalteter Suizid!? Jetzt nicht bedeutend, dass mit Absicht gestorben werden will, um Himmels Willen, nur das nicht, sondern einfach im Schafsgang mitgepilgert und mitgegiert und so vieles vergessen, die klugen Schweine und die lustigen Hühner und die Menschen, die z.B. in Wuhan wie üblich ihre Fledermäuse verspeisen wollen, wer soll sie hindern? Klar, was gehen mich die Essgewohnheiten der Chinesen an, nur, dass schon die dritte Seuche aus ihnen hervorgeht und die sonst schwer zu durchdringenden Zusammenhänge hier sichtbar hervortreten, danke, Fleischmarkt von Wuhan(?). Dass eben dadurch im reichsten Land der Erde, den U.S.A., vor allem bestimmte Randgruppen sterben, die bisher keinen normalen Zugang hatten zu Krankenversicherung und als grundsätzlich notwendig betrachteten Einrichtungen oder lebenserhaltendem Material. Und war es etwa gar kein Geheimnis, was vom Menschen soweit durchgedrungen ist als die ihm zugehörige Seinsart, die u.a. den totalen Missbrauch des Vorgefundenen beinhaltet. Hinein in den zerstörerischen Umgang kam dann auch unaufhaltsam ein begleitendes Innen hinzu, also Ärztinnen und Mathematikerinnen und Philosophinnen und Künstlerinnen und Therapeutinnen etcetera, also vielerlei Innen kam jedes Mal hinzu und kauerte in den Kriegen und an den Randgebieten der Abenteuer herum mit den Kindern und überlebte dann auch manchmal das Unerhörte und konnte über diesen gräßlichen Umweg die Welt auch ganz gut von der Pike auf kapieren und erklären, wie dunkel das unsichtbare Netz wirklich war, aber auch eins, wo wirkliche Kraft ihre Macht entfalten konnte in einem Trotzdem. Mal das Pferd weder von vorne noch von hinten aufzäumen, sondern es einfach in Ruhe lassen, das Angetane, und weg mit den ständig nach allem greifenden Fingern, ich danke für Ihre Aufmerksamkeit. Mal tief durchatmen und nach dem Angemessenen Umschau halten, nach innen und nach außen gerichtet, wofür die Kultivierung eines schauenden Auges absolute Bedingung ist, was in wirklicher Wirklichkeit auf natürliche Weise Anrecht hat auf das bedingungslose Grundeinkommen.
Heute wagen wir im Durchhalteprogramm des Corona-Dampfer Workshops einen mutigen Schritt in die höchstpersönliche Domäne und kneten uns gedanklich selbst als einen Ausnahmezustand.
Neferti, der Vorlesepriester der Göttin Bastet, wird zum
Hof von König Snofru (dem Begründer der 4. Dynastie),
gerufen, um diesen mit weiser und schöner Rede zu
erfreuen. Neferti fragt den König, ob er ihm
etwas Vergangenes oder etwas Zukünftiges erzählen soll,
und der König entscheidet sich für Letzteres, da ja das
Heute im Nu zu Vergangenem geworden ist.
Neferti dachte nach, was in der Welt geschieht, und
sprach:
„Rege dich, mein Herz, dass du dieses Land beweinst,
aus dem du stammst, denn Schweigen wäre verwerflich.
Es gab doch etwas, von dem man respektvoll sprach,
doch der Mensch ist zu Boden geworfen im Land.
Sei nicht müde, denn es ist dir vor Augen.
Steh auf gegen das, was vor dir ist!
Es gibt keine zuverlässigen Beamten mehr,
und das Geschaffene ist wie Nichtgeschaffenes.
Die Schöpfung kann neu beginnen,
denn die Welt insgesamt ging zugrunde,
kein Rest ist geblieben, nicht das Schwarze
unter dem Nagel ist geblieben von dem,
was bestimmt war…
Folge deinem Herzen, solange du lebst,
und tue nicht mehr, als notwendig ist.
Vermindere nicht die Zeit, die du dem
Herzen folgst,
denn ein Abscheu für das Wohlbefinden (Ka)
ist es, die rechte Zeit zu schmälern.
Verliere nicht täglich Zeit
über das Bestellen deines Haushalts hinaus –
(auch) der Besitz dessen wächst, der seinem Herzen folgt…
Wenn ich durch kulturelle Umstände gezwungen wäre, diesem obigen Bildnis einen Titel zu geben, könnte ich mir vorstellen, es „Covindus Maximus den Ersten“ zu nennen, ein schwer greifbarerHerrscher, der unsere Welt eine Weile in Bann hielt, sodass sich kaum einer seiner Herrschaft ganz entziehen konnte. Es sucht in uns ja ständig nach Bildern, die wir selbst sehen und beschreiben können, und vieles blüht auch erst auf in so einer Krise, zum Beispiel die Welterklärerei, vielerorts patriarchal gebunkert als abnickbare Seinsvariante, nun aber freigemauert, und man hat, da bin ich ganz sicher, das Wort „immer“ im Treibsand entlassener Worte davonächzen sehen. Aber zurück zum Bild. Es ist im wahrsten Sinne des Wortes ein Zufallsprodukt (oder ein Trugbild) meines Auges, gar nur ein Blatt aus der Zeit, das herumlag und diese neue Sicht anbot. In seiner eigenen Wirklichkeit ist es ein Herz, wie aus tönerer Asche geformt, und darunter steht „Fasst euch ein Herz“. Das habe ich gewissermaßen getan, die Rechtslage wäre kniffelig, denn habe ich ein Recht auf meinen eigenen Blick, wenn er sich andockt an das Werk eines anderen. (?) Es wäre fallgemäß zu entscheiden. Dann ist mir zu Ohren gekommen, dass ein Verlag gerade sehr viele Exemplare des Buches „Die Pest“ von Albert Camus nach Japan schickt, weil dort die Nachfrage groß ist. Camus wäre begeistert, und die Japaner sind auch von Camus begeister, wie man sieht, da trifft sich was zwischen Dunkelheit und Intelligenz. Und wenn die viel besprochenen Gesichtsmasken etwas farbenfroher und origineller gestaltet werden würden, wer würde da nicht gerne mal zu eine der Masken greifen, die im Schrank langsam die Kravatten ersetzt haben würden. Oder beides. Wir haben ja bereits ein Vermummungsvebot, aber wer will im Danach noch jemandem ein Maskenverbot erteilen. Es könnte geradlinig dazu führen, dass wieder ein gesteigertes Interesse vonnöten ist, um den Gegner oder die Gegnerin einschätzen zu können, ach so, pardon, wir sind ja gar nicht in der Kampfarena, wo so mancher der Christen den Löwen zum Fraß vorgeworfen wurde, bevor sie selber sich Gräueltaten ausdachten, oder ausdenken, oder an diesem Denken gar nicht interessiert sind. Der Tellerrand ist ja auf tückische Weise rund und kann auch sein wie ein Rad, das sich immerdar weiterdreht, und dreht, und dreht. Aber an diesem Rand entlang ist überall Zugang zum Ungewissen. jeder freie Tanzschritt eine Spur über sich selbst hinaus. Individuell kann das ein Weg, eine Reise, ein Abenteuer sein, dem gegenüber man volle (und einzige) Verantwortung hegt, da mein Umgang mit mir alles Weitere betrifft. Aber wenn etwas eintritt, was keiner der derzeit Lebenden ahnen konnte, hallo, das macht was mit uns. Und genau das, was es mit uns macht, uns, den Einzelnen, die diese kritische Masse darstellen, das wird die Substanz der nächsten Entwicklungen bilden, die noch wie im Märchen in großen Labyrinthen schlummern. Euridike rappelt sich hoch und sucht nach dem roten Faden. Er ist weg. Sie schaltet ihren hochentwickelten Instinkt ein und erreicht mühelos an dem schnarchenden Minotaurus vorbei das große Tor zur Weltformel. Erstaunt schweift ihr Blick über den bestechenden Glanz des Nichts. Sie weiß jetzt mit diesem Wissen, das aus der Unleugbarkeit selbst entsteht: Orpheus hat (endlich) aufgehört, sie da zu suchen, wo sie nie war. Und auch auf Zen-La ist sie nicht mehr, denn alle Wartenden sind unter dem Vorwand des vorgeschriebenen Distanzierens aus der Schlange getreten, wobei sich der uroborische Vorgang lockert.
Auf dem in der Intensität des kosmischen Dramas voranstrebende C.V.-Dampfer widmen wir uns heute bei der Arbeit dem Konstrukt einer Landebahn, die den wachsamen Akrobaten und die durchtrainierte Akrobatin gekonnt ins entweder sternenübersäte All schleudert, oder aber in die kühle Fremdheit des azurnen Himmelsgewölbes.
Jemand hat wohl in der Uno-Vollversammlung den Gedanken angeregt, eine internationale Waffenruhe auszurufen. Eine Waffenruhe auf dem ganzen Planeten!. Man muss so etwas mal einen Nu einsinken lassen, und die Macht des kleinen Virus-Wichtes in eine Facette des Auges packen, denn hier wird u.a. auch eine hohe Dosis Heldentum hervorgekitzelt, unter dem wahrscheinlich selbst Maffia Bosse ins Schwitzen geraten, wenn Größe der Heldentaten alles (ihnen) Vorstellbare übersteigt. Geldsummen locker werden von niemals selbst zu habendem Ausmaß, völkerverbindend eingesetzt. Wer wird schon gern ertappt als geistiger Zwerg, wenn mit noch höheren Einsätzen gespielt wird als man selbst gewohnt ist . Überhaupt: den Kriminellen geht’s vermutlich auch gerade nicht so gut, wenn sie auf ihren Spezialtouren damit rechnen müssen, dass sie von Drohnen gesichtet werden, die nach illegalen Gruppierungszusammensetzungen fahnden, die z.B. nicht beweisen können, ob die Dabeistehenden auch wirklich die inzwischen erwachsenen Kinder sind. Also eine, wenn auch auferlegte, Waffenruhe auf der Erde wäre ein Moment, wo man alles überflüssige Tun beiseite legen würden können und aufgehen im Hineinlauschen, denn das hätte unbedingt das Nochniedagewesene geworden sein können, und der Rücken der Welt könnte sich aufrichten vom vielen Gekehrtwerden und eine wohlverdiente Pause inmitten des Weltgeschehens würde gemeinsam eingelegt und so genießbar wie möglich gestaltet. Der Streß mit den bunten Ostereiern ist auch so gut wie geregelt, der Papst im Inneren der Petruskirche nur innerlich zu sehen in einem grandiosen Solo, und doch nicht gemeindelos, da ja, wer auch immer, das Digitale zu uns gebracht hat, über das nun das Diktatorische und das Demokratische und das Divine und das Dämonische sich auf die jeweils selbstseiende Art verbinden und miteinander agieren kann, als wäre der Höllenhund losgelassen, dabei sind es die Engel, schön und ergreifend wie immer, die in Akt II die Führung übernehmen und sich Notizen machen darüber, wie’s weitergehen könnte. Das läuft gleichzeitig ab wie ein Drehbuch: der Sarg wird geöffnet, er ist leer, das will keiner wahrhaben und erfindet was, wie das gewesen sein könnte, darüber gibt es dann unterschiedliche Meinungen. Wieder müssen (?) viele verfolgt und vernichtet werden, damit andere Platz haben und tun, was sie für richtig halten, bis der Nächste kommt, der was anderes für richtig hält. Große Gemälde sind entstanden, wie er zuerst auf dem Schoß der schönen, makellosen Mutter herumliegt und sich dann am Kreuz einsam und verlassen fühlt. Das sprach schon damals viele an, die sich einsam und verlassen fühlten und Trost suchten im Leidenkönnen. Wir schauen ins Here and Now, wo wir als Menschheit gerade mundgeschützt unterwegs sind und auf Abstand bedacht. Um nochmal den Helden des damaligen Alltags hereinzubringen, so hat er doch, wie ich medial erinnert wurde, zu Maria Magdalena, die auf ihn zustürzen wollte, als er aus der Grube kam und sie ihn an seiner liebevollen Stimme erkannte, die ihr gebat, Distanz zu ihm zu halten, weil er noch nicht umgeschaltet hätte, bzw. die Ebenen noch nicht kompatibel waren. Das traue ich dem kleinen Wanderzwerg auch noch zu, dass er einige Ebenen kompatibler machen kann, fragt sich nur wie lange so was wirksam sein könnte. Als homöopathische Dosis aber doch wirkungstechnisch im genesungsfähigen Bereich. De Virus als Weltgestalter! Man sieht Jesus, es ist 10 Uhr 36, unter hämischem Spott und Gelächter auf das Unvemeidliche zugehen.
Heute sind wir im geistig offenen Workshop auf dem Corona Dampfer mal zur Abwechslung lukullisch unterwegs und basteln uns herdfrei einen eingelegten Weltfrieden.
Das Wort „entgeistert“ tauchte heute früh in mir auf, was ja auf eine gewisse Sprachlosigkeit hinweist, auf ein Erschrockensein. Einerseits kann es bedeuten, dass einem wegen dem Schrecken der Geist nicht zugänglich ist und sich daher ein Schock einstellt. Oder aber man kann es, bzw. ich kann es jetzt anders verstehen und nenne es ‚entgeistern‘, also das, was einem selbst geisterhaft vorkommt, etwas näher zu rücken und eventuell eine Lupe zur Hand zu haben. Gestern war ich mal nach ein paar Tagen im Drin draußen mit dem Auto unterwegs. Es war nicht geisterhaft wegen der geschlossenen Läden, auch fuhren einige Autos auf der Straße, aber irgendwie war alles anders. Man weiß ja nicht, w i e die Menschen persönlich diese Krise durchleben, aber es war trotzdem klar, dass man in derselben Kollektivblase unterwegs war. Ob das schon der Moment ist, wo die Hand das vermachte Schwert zücken möchte, wenn auch nur, um illusionäre Dunstschwaden zu verteilen. Das wurde von mir verneint. Keine Zeit für Schwerthiebe, seien sie auch noch so kundig geführt. Es ist wie der Dialog. Da, wo Praxis möglich ist, sucht man die Übung, dann die Umsetzung, dann das Tun im Nicht-Tun. Auch den Dialog kann man suchen, und dankbar sein, wenn man ihn findet, und das meistens nur da, wo der Strohhalm schon losgelassen wurde. Wo Geister herumschwirren, ist es schwer, den Boden der Tatsachen als eine stabile Ebene zu erfahren, wird man von ihnen doch zu einem Sehen der Dinge angeregt, die gar nicht vorhanden sind. Wenn eine unsichtbare Macht die Führung übernimmt und ziemlich viele Angehörige der Menschheit in einen veränderten Modus transportieren kann, wird das nicht ohne Wirkung bleiben, was wiederum auf jedes Wort und jeden Nu zutrifft. Wie oft habe ich mir das Ausmaß dieses einfachen Gedankens zu Gemüte geführt, um es endlich so zu verdauen, dass es wahr wird, dass man ist, was man isst. Und dann wiederum die Weisheit nicht mit Löffeln fressen, dann weiß man, dass sie es nicht sein kann. Die Sprichworte haben sich vermutlich selbst geformt auf der Basis menschlicher Erfahrungswerte. Kennt man sich besser, kann es trotzdem passieren, dass man ratlos vor dem Kleiderschrank steht, bevor man entschlossen zugreifen kann. Oder man merkt, dass man ein bestimmtes Paar Schuhe am liebsten trägt, weil etwas daran einem entspricht. So töricht und dumm und unbelehrbar wir Menschen als Spezies auch erscheinen mögen, so arbeiten wir doch zusammen an dem geisterhaften Gesamtkunstwerk, das ein Einzelner oder eine Einzelne von uns nie ganz erfassen kann. Und auch wir werden die Geister nicht los, die wir gerufen haben, warum auch immer, wer weiß. So haben wir immerhin das Grübeln und das Reflektieren und können die Matrix aus uns herauslocken lassen, was sich zeigen möchte. Denn wir müssen ja auch verstehen, als wer wir hier durchgehen, da es nicht wirklich ein Krisenmanagement gibt, auf das man sich ganz und gar verlassen möchte. Ich selbst bin unterwegs, um Weltanschaung zu entgeistern. In einer Krise kann man schlummernde, berufliche Fähigkeiten entfalten und entwickeln.
In der wie ein Bienenstock summenden Atmosphäre des Corona Dampfer Workshops falten wir uns heute aus entgeistertem Material eine Weltanschaung.
Klar, man bekommt unter all dem Zeug auch Brauchbares zugesandt, von dem man ausgehen kann, dass alle es verstehen (wie diese beiden Emojis zum Beispiel). Deswegen wird auch gerne auf Größen wie die Peanuts zugegriffen, die tragische Inhalte einigermaßen schmerzfrei verständlich machen können. Auch geht man vielleicht mal rüber zum Nachbarn und bittet um ein paar CD’s, die damals, gemeint sind ein paar Tage (heute ist das neue Damals), noch nicht desinfiziert von einer Hand in die andere wechseln mussten. Aber dann war auch andrerseits alles so klar, die Luft, der Himmel, und dann mich durch den Tarantino-Streifen quälen? Abends schaute ich mal kurz in „Im Auftrag des Teufels“ mit Keanu Reeves und Al Pacino hinein, so als könnten die beiden keinen schlechten Film liefern, aber der war doch sehr langweilig, weshalb ich alsbald zum Ende des Filmes spulte, wo Al Pacino vor den zuschauenden Augen in ein Ungeheuer mutiert, also ein Wesen aus der schleimigen Dunkelwelt, das war ziemlich öd. Es erinnerte mich daran, als ich mit der Sterbebegleitung meiner Mutter beschäftigt war, dass mir auffiel, wie langweilig es mir draußen vorkam, und ich gerne zurückging, wo das Sterben stattfand und noch so vieles sichtbar wurde und möglich war, bevor auch das endete. Jede Ablenkung schien der Lebendigkeit des Prozesses nicht gerecht zu werden. Auch die Menschen, die jetzt weg von den Anderen sterben und die Leichenhallen bevölken, halten die unüberschaubaren Vorgänge (noch) im Zaum, also in Atem. Alle schauen gleichzeitig überall hin, und das mediale Texten versucht gar nicht mehr, des Kindes Geist zu verbergen, oder des Geistes Kind. In das bereits hochüberinformierte Ohr lässt sich noch dies und jenes hineinpressen an virologischen Meinungen, bis man sich, der eigenen, persönlichen Struktur entsprechend, freundlich lächelnd in das vertraute soziale Distancing zurücklehnt und immer mal wieder nachschaut, ob man auch tatsächlich bei sich ist. Heute Nacht im Traum, während der Supermond die Runde machte, lief ich mit jemandem auf einer Krankenstation herum. Überall lagen Leute in Betten. Eine Krankenschwester auf dem Flur saß auf einem Stuhl, vor ihr ein Schnurtelefon. Sie nahm an, ich sei eine Ärztin und bat mich, mich auf der Station zu melden. Aber eigentlich suchten wir nur eine Toilette, wo man mal pinkeln konnte. Nicht tief, aber immerhin haben sich die Krankenbetten in meine Synapsen sortiert. Manchmal am Tag schalte ich amerikanische oder indische Kommentatoren ein, die sich auch neben der Trump-Groteske immer wieder dem Kern der Sache zu widmen versuchen: das stattfindende Sterben. Überrascht das, oder bekommt man nur über die inhärente Verblüffung des Sterbenmüssens einen Zugang zum Unleugbaren, nämlich, dass es tatsächlich stattfindet. Oder verliert man jede Maßvorstellung und denkt auch: wie, nur vierhundertfünfundsiebzig Tote haben die dort und machen so einen Rabatz? Dann erfährt man ja auch wie nebenher, wer so alles im Jahr an was stirbt, das sind immer eindrucksvolle Zahlen, und dann die schwarze Pest als Superseuche, man denkt an „Tod in Venedig“, wo eine vollkommen nachvollziehbare Liebesobsession einen Herrn in den Tod treibt. Überhaupt: Venedig? Man erinnert sich gerne an solch wunderbare Orte, wo endlich mal keine Touristen herumtrapsen und vielleicht ein paar übriggebliebene Venezianer das genießen, wenn es denn möglich ist bei geschlossem öffentlichem Leben. Auch sich vielleicht die Sphinx vorzustellen, wie mal keiner draufschaut, und wie gut das allem tut, wenn keine Giftbahnen über den Himmel ziehen undsoweiter.
Um dem inneren Triebwerk etwas entgegenzusetzen, basteln wir uns heute im C.D.W. (Corona Dampfer Workshop) einen maßgeschneiderten Auftrag.
Verblüffend ist in der Tat einerseits die Vielfalt, mit der man das derzeitige globale Geschehen sehen kann, zum Beispiel dieses Weisheits-und Meinungs-Streaming an einem Punkt, wo nicht einmal über Eingang und Ausgang des Krisenphänomens Klarheit herrscht. Andrerseits stecken wir noch mittendrin in den labyrintischen Gängen des neuen Menschenrätsels, oder sind wir auch froh, wenn der Herrscher oder die Herrscherin uns beruhigt und sagt, da wäre Licht am Ende des Tunnels. Hat man aber in einem tunnellosen Garten gesessen und den Vögeln gelauscht, oder Möglichkeit gehabt, den mysteriösen Vorgang mit den Anderen zu reflektieren, dann sieht dass erstmal natürlich anders aus als dort, wo getrauert wird um die Toten. Sehr schätzenswert erscheint einem dann das Einfache, das weder nur Gewohnheit ist, noch ohne Ordnung auskommt. Gut, wir sitzen in vorgeschriebenem Rückzug, dessen produktive Dunkelkammern sich erhellen werden, wenn d a s vorüber sein wird, was wir jetzt das Ganze nennen. Nur läuft das Ganze ja schon und ist erst ein Vorübergegangenes, wenn wir es nicht mehr als das Jetztseiende erleben. Ansonsten gibt es nur das, was schon geschehen ist, und das, was noch geschehen wird, beide den Nu durchquerend. Jedes Sandkorn der Wüsten eine gepostete Meinung. Kein Zweifel, auch die Stille nimmt zu. Im Auflösungsprozess der Normen kann man das Lot an die Stelle des Schweigens setzen. Tief und still sind die Töne des Alls, das geht sehr weit in das Unfassbare hinein, und doch ist es ein Eingebettetsein. Ich selbst stamme, was das geistige Reisen betrifft, aus sehr alten Welten, und bin mit meinem Stab hier und dort herumgestanden, um zu sehen, was mir sehenswert schien. Und sollte es doch ein Quantensprung sein, der uns hier, warum und wodurch auch immer, eindeutig beschert wird, so trifft es zu, was allen Nus eigen ist: Jeder Nu ist, was er oder sie oder es ist, mit sich selbstam eigenen Standort verbunden. Wie soll es anders sein, als es für jede/n Einzelne/n ist. Kommt es doch vor allem auf die Wahrnehmung an, die zur Zeit, das kann man nicht leugnen, eine interessante Schulung durchläuft.
Die kreativen Geister im Workshop des Corona-Dampfers beben förmlich neuen Schöpfungsmöglichkeiten entgegen. Daher basteln wir uns heute einen Ausgang, der gleichzeitig ein Eingang ist.
Ich blätterte etwas in den altägyptischen Klageliedern herum und fand diesen schönen Satz. „Ich will von dem sprechen, was mir vor Augen ist. Ich sage nicht voraus, was nicht eintrifft.“ Schon öfters fand ich in dem Büchlein schon auffallende Parallelen zur Jetztzeit, damit wir verstehen, was schon alles da war, und wo wir es jetzt in immer neueren Formen anfinden, und wie es uns bei unserem Rundgang gelingt, mit dem Angetroffenen umzugehen. Und sicherlich war es immer hilfreicher, die tiefe Freude und das tiefe Leid in sich selbst zu spüren, als Gefühle zu verlagern auf Tatorte, die einem vorgesetzt werden, damit man mitgaukeln kann. Nichts gegen das Gaukeln an sich. Immer noch lieber ein guter Gaukler als ein schlechter Informationsträger. Fakt ist, dass das Unvorhergesehene gerade seinen Auftritt hat mit seiner Gefolgschaft, den unabsehbaren Wirkungen. Auch hier geht es um Sicht, die plötzlich möglich ist, nur, weil ein unerwarteter Ruck durch den Film ging. War er denn wirklich unerwartet, oder macht es nur fassungslos, dass wir alle wussten, dass Grenzen weit überschritten wurden und man keine Vernunft für fähig hielt, d a s noch zu stoppen, was im Gange war. Und man braucht es nun nicht prophetisch zu nennen, wenn man nüchtern betrachtet, dass jeder Samen vor allem d a s hervorbringt, was in ihm steckt. Ganz abgesehen davon, dass er abhängig ist von der Umgebung und Handhabung seiner Existenz, die das Eine oder das Andere fördern und hervorbringen. Darin ist man allein, ganz klar, auch wenn man offen war für guten Rat, der nicht immer teuer sein muss, nein. Aus Indien ist ein Bild zu mir gekommen aus der Hitlerzeit, ich füge es unten ein. Man sieht eine Menschenmasse aus Nazimännern, die alle stramm den Hitlergruß zeigen. Aber irgendwo in der Menge steht ein Mann, der hebt keine Hand zum Gruß. Er steht nur da mit sich. Wie kam das wohl dazu, dass der Photograph dieses Bild machte? Hat er es wegen diesem Einen gemacht, oder ist es von jemandem später entdeckt worden, dass da immerhin Einer war, dem der Schafsgang nicht zusagte, und keiner weiß, ob er das überlebte. Aber er überlebte seine Haltung insofern, dass ein Inder dieses Bild im Kontext von Narendra Modis übersehbar aufsteigender Diktatur ins Netz stellte mit einem großen roten Kreis um den einen Mann und der Unterschrift: ‚Be this man tonight‘! Sei dieser Mensch heute abend. Auch kommt mir der standhafte Aufenthalt im Auge des Wirbelsturms als angemessenes Aktionsfeld vor, in dem nicht nur das Erschrecken, sondern auch die Dankbarkeit Raum hat, oder was auch immer die angemessene Chemie darstellt, zu der man im eigenen Haus Zugang hat, wo die potentiellen Navigantionsgeräte zur Verfügung stehen. Die Einsamkeit der Schicksale wird uns zu denken, zu fühlen, zu sehen und zu handeln geben. Die großen, bisher unbestrittenen Wahrheiten bewegen sich in den freigewordenen Domänen wie Wesen aus anderen Reichen. Sie streuen sich selbst wie Samen in aufgewühlte Furchen hinein. Wir werden sehen, was uns vor Augen tritt, wenn sich die Generatoren wieder in Gang setzen. Daher sagen auch wir nicht voraus, was nicht eintritt, denn wir werden (vermutlich) anwesend sein, wenn das geschieht. Aber nur vermutlich.
Ja, das kam von Andh Bhakt extra für den Dampfer- Workshop. Alle wollen daher von diesem Einen, der sie abends sein sollen, ein Bild basteln.
Du fragst, ob alles so entschwindet
in diesem spärlichen Nebel des Erinnerns,
ob in der lähmenden Stunde oder im Seufzer
der Brandung sich jedes Schicksal erfüllt.
Ich möchte dir verneinen,, sagen, dass dir naht
die Stunde, da du hinaustrittst aus der Zeit;
unendlich wird vielleicht nur, wer es will,
und das wird mir nicht, aber dir, wer weiß, gelingen.
Ich denke, dass für die meisten kein Heil ist,
doch dass manchmal einer alle Planung durchbricht,
die Schwelle durchschreitet, zu dem wird, was er gewollt.
Dir möchte ich, bevor ich verzichte,
diesen Fluchtweg zeigen,
unfest wie auf den bewegten Gefilden des Meeres,
Schaum oder Furche.
Auch schenk ich dir meine karge Hoffnung,
zu müde, sie neuen Tagen entgegenzutragen,
sie sei ein Pfand deinem Schicksal, mög‘ es dich retten.
An diesen Gestaden, benagt von Gezeiten,
Kommen und Gehen, endet der Weg.
Nahes Herz, das mich nicht hört –
du setzt die Segel schon
und stichst zur Ewigkeit in See.
Auf dem Bild sieht man den (durch meinen Pinsel) verkörperten Kairos, der jetzt öfters mal als Schicksalsanregung herumgeistert, und hinter ihm steht ein Influencer, oder ist es die heimliche Angst. Man sieht ein gähnendes Emoji, eine der vielen tollen Ideen, die hin-und herwandern und von vielen versteckten Quellen plaudern, die jede/r so in sich trägt. Da neigt sich Mephisto zum unruhigen Ohr und flüstert: Wie, du würdest nicht vom Balkone springen, wenn Narendra Modi es allen ans Herz legt? Nein, würde ich nicht. Auch kann ich mir nicht vorstellen, dass ich dem berühmten Flötenspieler hinterhergelaufen wäre, egal, wie süß er spielte, und wie anmutig sein Haar unter dem Hut hervorgequollen wäre. Deswegen kann man jetzt die hochgeschätzte Aufmerksamkeit darauf lenken, wo es für einen langgeht. Auch hilfreich, sich an Epikur zu erinnern, dass der Tod uns nichts angeht, denn solange wir sind, ist der Tod nicht da, und wenn der Tod da ist, dann sind wir nicht da, meinte der im Kepos, dem Garten, Lebende. Das ist nicht jedermans Satz, wenn man hört, dass der Tod umgeht. Aber es gibt ja genug Sätze, die einen ansprechen können, oder man spricht sie selber aus oder an, oder man hat gar keine Lust mehr, auch noch Sätze auszusprechen, denn man spürt ja die sich Bahnen suchende Dichte der Gedankenströme, aber das ist auch nur e i n e Ebene des Ungewissen, die das Raumschiff durchkreuzt. Wenn das als normal Empfundene wieder Anker geworfen hat, werden wir sehen, wie fern und fremd die Welten immer waren, bevor wir sie ans Herz nehmen konnten. Oder einige haben uns ans Herz genommen, das ist schon viel, vielleicht ist es alles. Es wäre doch nur gerecht und angemessen, in einem so gravierend ernsten Moment der Weltgeschichte, wie wir ihn gerade durchkreuzen, die Mutter als des Pudels Kern zu offenbaren, oder als den uroborischen Grundton, der einem sagt, wann die Bahn schief wird, und wer sich von der schiefen Bahn wieder aufrichten konnte und kann mit dem Werkzeug vorhandener Instrumentarien. Und die Frage, wie wirklich die Wirklichkeit ist, ergibt sich genau da als Antwort, wo sie sich nicht mehr erklären kann, und auch nicht mehr muss. Es gibt doch die Ordnungen, die einzusehen sind, das ist das Wunderbare am Spiel. Vor allem der freie Wille beugt sich der Logik des Spieles gerne. Denn wer bei sich ist, vor dem muss sich keiner mehr fürchten.
Im Samstags-Workshop auf dem dahingleitenden Dampfer des Covid traf die Idee, einen uroborischen Grundton zu basteln, auf helle Begeisterung.
Stimmt! Corona heißt auch Krone. Eine Virus-Krone also für die Krone der Schöpfung. Eine als lang gefühlte, aber wiederum kurze Zeitspanne tut sich auf, egal, wie lang sie dauern wird, in der die Geister, oder der Kollektiv-Geist ein neues Ei (Eye…I…) ausbrütet, wie auch immer sonst man es sehen möchte. Die meisten Menschen haben ja jetzt mehr Zeit zur Verfügung, als sie ’normalerweise‘ haben, und das Normalerweise lagert gerade seinen Weisheitskern bei Charly Brown und anderen Peanuts ab. Man ist froh, dass überall auf der Welt humane Wesen etwas produzieren, das andere Fremdlinge jenseits der Ozeane und Wüsten zum Lachen bringt, das sogenannte Schwarzlachen. Narendra Modi hat ja neulich das indische Volk auf Blech hämmern lassen. Es sollten fünf Minuten sein, aber die Inder hämmerten mehr als eine Stunde. Ein paar Tage später verordnete er dem Volk, auf den Balkonen Lichter zu entzünden. Alle taten’s. Jetzt kommentierte jemand, dass Modi demnächst allen befehlen wird, vom Balkon zu springen. Man versteht, was gemeint ist. Man kann auch verstehen, dass kein Landesoberhaupt weiß, wo es langgeht, weil wir alle keine Ahnung haben, wie und wo es langgeht und weitergeht. Man kann von Glück sprechen, wenn in Gehirnen gute Eingebungen möglich sind, die sich an Schaltstellen durchsetzen können. Ansonsten haben Soft-und Hardware des Menschen genug zu tun, mit der Wucht des Überraschenden und Unausweichlichen umzugehen. Bizarre Gesundschrumpfungsphantasien beginnen, esoterische Märkte zu beherrschen. Wir werden tatsächlich alle (u.a.) einsehem müssen, dass Gesundschrumpfung an sich durchaus möglich hätte sein werden können, aber leider nur unter weiterem Hausarrest mit dem schwarzen Schwan der Todesangst im Nacken. Keine Ferien in Mallorca, keine Flüge irgendwohin. Wäre die kritische Masse derer, (ja, wie nennen wir sie denn jetzt in einem Atemzug) der geistig Geschulten, beziehungsweise sich selbst Schulenden, wäre diese Masse also jetzt bereit, das präcoroniale Wissen vom kopfinternen Lager in die lebensnahe Umsetzung zu transportieren, dann wäre da, ja was wäre dann da spürbar im hochkonzentrierten Weltraum. Leider hagelt es aber nur so von Ideen, wie man die Krone schnell wieder los wird, und zum Quantensprung brauchts dann wahrscheinlich doch noch etwas mehr, obwohl er im Menschenbewusstsein vorhanden ist. Was braucht’s denn wohl, um so eine unleugbare Wirkung zu erzeugen, sodass man einerseits dasselbe sieht ‚wie zuvor‘, aber dann doch auf einmal so, als hätte man es nie vorher gesehen. Wie eine Klarsichtbrille, die sich von selbst im Auge einstellt. Trotz social distancing, oder gerade deswegen, rückt alles näher. Da sieht man erstaunt, dass der Narr mit dem Kopf nach unten hängt. Man erkennt das Zeichen daran, dass eine Tür sich öffnet. Da geht es dann weiter: klar, es geht ja weiter.
Im Bastel-Workshop auf dem Corona Dampfer möchten heute alle gerne eine kritische Masse basteln. Viel Spaß!
Das sehe ich auch so, dass die Welt nach dieser Krise eine andere sein wird. Es gab Kriege, da badeten Touristen am anderen Ende des Landes. Auch Grauen und Glück scheinen meist vereinzelt zu kommen, und auch wenn es für mehrere kommt, erfährt es der Einzelne einzeln. Ich könnte auch sagen, ich lebe in (verhältnismäßig gesehen) paradiesischen Zuständen und Umständen, aber das kann gar nicht sein, wenn ich manche Nachrichten bekomme, die die Vorstellung des menschlichen Verstandes sprengen. Ganz schwierig ist der Reality Check. An welcher Realität entlang kann man checken? Der oder die Eine suchen sich einen weissagenden Häuptling oder Messungen und Messages gehen überall warnend und ratgebend herum. Schickt dieses und jenes auf jeden Fall weiter an die Anderen, damit d i e auch von der rotierenden Weisheit angesteckt werden. Stimmt, ich selbst gehe ja zur Zeit gar nicht aus, höchstens mal durch den Wald, genau die Strecke, die ich in Indien um den See gehe. Ich bin nicht unbedingt ein geborener Glückskeks, aber ich muss nicht nachts mit weinenden Kindern Hunderte non Kilometern hungrig und durstig auf der Straße laufen, weil es tags schon zu heiß ist. Man kann sich nur mit der nötigen Portion Ohnmacht wünschen, dass sich nicht nur die momentanen Herrscher der Welt entlarven und offenbaren als die, die sie tatsächlich sind. Oder auch zwischendurch mal dankbar sein, dass es vielleicht einem menschlichen Erwachen hilft, wenn man ein sehr großes Grauen nicht übersehen konnte, weil es, so klein unser Land auch ist, es doch der ganzen Welt gezeigt hat (und unsere Eltern wiederum uns), was auch mit sehr viel Bildung, oder gerade mit sehr viel Bildung, der Mensch dem Menschen antun kann, und Deutschland zB in Indien, immer noch als Role Model dafür dient. Die Folterkammern des blauen Planeten legen Zeugnis ab von diesem Gebrauch der Anlagen. Und da, wie gesagt, die kritische Masse der Einstellungen sich zur Zeit derart weitläufig bewegt, kann man davon ausgehen, dass uns allen Überraschungen bevorstehen, auf die wir nicht gefasst waren, weil wir sie uns nicht vorstellen konnten und können. Absolut keine/r kann das gerade, egal, wieviel geresearched und geraten wird, und der Ozean der Meinungen sich durch die verstopften Kanäle wühlt, und trotzdem das Unwissen bleibt und die Ratlosigkeit, und das Abenteuer auf dem Dampfer des Ungewissen. Das soll kein Zeichen hinterlassen!? Neinnein, das wird nicht spurlos an uns vorübergehen. Man kann ja der Welt nicht den Rücken kehren, ohne dass sie Antwort gibt darauf.
Im anregenden Strom der WorkshopteilnehmerInnen basteln wir uns heute einen Nimbus 2020, der sich prächtig dafür eignet, ab und zu der Welt den Rücken zu kehren.
Wenn das, wie man es selbst sieht, einfach als ein weiteres Blickfeld da sein kann, für wen und was auch immer (es gibt u.a. ein gewisses Vertrauen in den ja ebenfalls selbst (mit)konstruierten Vorgang), so kann man dabei etwas über sich selbst lernen, und unter Umständen auch über den Anderen. Immer wieder stößt man auch auf die Problematik der Tugendskalen. Wo fühle ich mich durch meine frühere Praxis verpflichtet oder auch genötigt, den angestrebten Umgang mit den Menschen, den Dingen und der Welt immer wieder auf höchster mir vorstellbarer Ebene anzupeilen und gewünschtermaßen zu manifestieren (das Zuhören, das Essen, die Leistung etc), also w o fängt die Karotte am Eselswagen an, mich zu irritieren, und wo hört sie auf, die Große Vision, mich einzulullen in ihre bunten Fäden, die immer wieder neue Muster vorgaukeln, dabei liegen diese Muster schon als Potenzen im kleinen Körbchen, in dem man am Flussufer ausgesetzt wurde, oder auch nicht. Nun spricht mich ganz persönlich an (das Wort „reizen“ schien es mir nicht zu treffen, obwohl etwas Reiz auch dabei ist), also das Chaotische und Karottische dieser ganz speziellen Zeit, in der wir uns bewegen (wann kehrt endlich die Normalität zurück, als wenn es sie gäbe) geistig hinüberzuleiten in das Kairotische, also in den kollektiven Schicksalsspalt, der sich für eine ungewisse Zeitspanne geöffnet hat und Freiraum erschafft, der genutzt werden kann, was dem Auftrag des Kairos entspricht. Ja, so sitzt jede/r am Spinnrad und sorgt für neuen Stoff, in dem großartiges Damals und verheißungsvolles Irgendwann neu formiert werden, und vielleicht ja auch, wenn die Überlebenden durch diese Phase hindurch sind, wir den Maschinen beibringen können, wie wir Menschen so sind und handeln in einer globalen Notsituation, damit sie das auch intus haben. Den Perspektivwechsel, den ich selbst an meinem gestrigen Bild vollzogen habe ist, dass sich auf einmal in den gierig verschlingbereiten Mund des Ungeheuers fast wie zufällig ein Vogelmensch eingenistet hat und sich dort wie in einer Eremitenklause beschützt fühlt, oder wie in einem bombensicheren Bunker, was in diesem Fall dem erotischen Wohlbefinden keinen Abbruch tut. Diese Wahrnehmung hat eine besänftigende Wirkung auf das Ungeheuerliche allen menschlichen Missbrauchs und seiner Verzweigungen. Nun, aus größerer Gelassenheit heraus, nimmt man wahr, dass das Auge einem erschreckend vorkam, weil es sieht. Wie ist das möglich?
Und weiter geht’s auf der Reise, genau, der Dampfer dampft, der Mensch menscht, und beim Workshoppen basteln wir uns heute einen Perspektivwechsel.