lichtich

Man darf nicht vergessen, dass es auch jetzt noch eine ganze Menge Menschen gibt, die mit ihrem Leben ganz zufrieden sind, was wiederum nicht dazu führen sollte, dass die Selbstverständlichkeit, mit der es gelebt wird, über den Weg der Gewohnheit zu oft unbemerkter Ödnis führt. Das Lebendige muss immer durch erfahrenes Leben erhalten werden, das verdanken wir wohl der Kunst des sich selbst Schöpfenden, das unaufhaltsam ist und der Natur gemäß radikal. Wenn man weiß, was man beigetragen hat, um auf so ein ‚gutes‘ Leben zu treffen, heißt es vorsichtig zu sein, damit man in politisch instabilen Zeiten von der hemmungslosen Verursachung des Leides durch menschlich entleerte Geschöpfe, die ihr eigenes Tun nicht mehr einschätzen können, nicht so ergriffen wird, dass man die Wertschätzung für das eigene Sein bedenklich einschränkt. Genau d i e aber, die Wertschätzung für das Leben an sich, ist eins der wenigen Bewegungen, die wir der heranrauschenden Dunkelheit entgegensetzen können. Es kann eine große Erleichterung sein festzustellen, dass man gar keine Wahl mehr hat, während das Zünglein an der Waage hin- und herschwingt. Zwischen Idee und Wirklichkeit drängt sich der Schatten. Waren wir nicht gerade zusammen, die vielen Ichs als eine Menschheit, oder war auch das nur eine Fassade. Da treffen sich ein paar Herren in der Arktisregion, um dabei sein zu können, wenn dort ausgebeutet werden darf. Man wirkt ja heute sicherlich naiv, wenn man fragt, warum das sein darf. Dass seltene Erden jetzt in die Data Center wandern, weil wir, also diese Menschheit, das angeblich brauchen. Was wir brauchen, ist einen klaren Kopf, und der gedeiht am besten da, wo die Zusammenhänge nicht zu kompliziert werden. Es gibt ja Systeme, die durchus verlässlich sind: das Dreieck, das Quadrat, der Punkt. Auch das Licht geht nicht aus. Immer ist Licht. Ich muss es nur aktivieren.


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