Erst eine Sonnenfinsternis, dann eine Mondfinsternis – das passt doch in leichtfüßiger Weise auf das momentane Weltgeschehen, wo sie sich in großer Verkleidungskunst durch die Kulissen schleicht, ich meine die Finsternis. Vor der gerne zurückgeschreckt wird, denn wer kennt sich schon aus. Bei Sufis wird sie die Lebensquelle genannt, denn keiner der Gegensätze kommt allein, nein, immer verbunden, auch im besten Sinne für Trostsuchende, nämlich dass da, wo es dunkel ist, auch Helligkeit sein muss. Wenn alles auf dem Kopf steht, sieht vieles Dunkle hell aus. Und natürlich muss man bedenken, dass das Finstere sich gern in der Lichteinschränkung bewegt, denn dort kann nur das, was im Innern gedacht wird, vom Denker erfasst werden. Haben wir nun aber an den Machtzentren der gemeinsamen Welt ein paar (wenige) Düsterlinge, die es vermocht haben, ihren Stil durchzusetzen, dann, wenn dieser Führungsstil irgendwann doch zu bröckeln beginnt, muss man mit allem rechnen. Ja, auch wir sitzen jetzt dabei und wissen nicht, was zu tun ist, um ein offensichtlich anbrausendes Unheil noch abwenden zu können. Oder wissen wir’s doch und können weiterhin nur tun, was wir können. Das Ringen ums Gleichgewicht, das ‚Liebe, und tu was du willst'(!?). Die freimütige Eleganz der Leere.