Das muss sicherlich ein schönes Gefühl gewesen sein für die vielen Köpfe und Körper im geistigen und körperlichen Leistungssport, denen der Loorberkranz auf die angeblich edle Stirn gedrückt wurde. Was wiederum hinter diesen Stirnen alles los war, wir wissen es nicht. Was wir allerdings beobachten können, ist, dass eine gewisse Gier nach dem Loorbeer sich erhalten hat. Vor allem der Mann möchte seiner meist imaginierten Großartigkeit ein Denkmal setzen, also etwas, was über seinen Tod hinaus noch herumsteht oder herumliegt oder an den Wänden hängt. Natürlich wäre es nur gerecht, jedem ‚wahren‘ Künstler einen Tempel mit angrenzender, gut beatmeter Lagerhalle zu schenken, damit das Werk den angemessenen Raum und Rahmen erhält. Viele der Werke hängen und liegen ja schon herum in den Museumstempeln, aber da schafft es beiweitem nicht jede/r rein. Die Musen sind streng, und ihre Instrumente können sich im Nu in Waffen verwandeln. Deswegen geht’s im Olymp wahrscheinlich ganz anders zu. Savitri verlässt wutschnaubend das heilige Opferfeuer des Schöpfergottes, nachdem sie ihn einen verlogenen Wüstling genannt hat und Schlimmeres. Plato lässt die komfortabel fremdseiende Diotima über etwas reden, was unter den Herren sonst kein Thema ist. Es wird da viel getrunken und gebildet gescherzet. Der Genuss des philosophischen Lorbeers wird gefeiert. Und bei allen beweisbaren Ähnlichkeiten zwischen den Kulturen innerhalb des bekannten Zeitraumes, sieht es heute doch sehr anders aus. Oder ist es auch nur ein neues Kostüm, oder Opfer und Täter haben die Rollen vertauscht. Oder die Frauen, um die es hier wenig ging, ziehen einfach weiter, tief hiein ins Unbeirrte, während die als seltsame Halbgötter auftretenden Geschöpfe sich die Köpfe einschlagen oder sich gegenseitig die Rechenzentren neiden oder vernichten. Laut wiehernd galloppiert das Feuerpferd durch die aschenen Wälder. Vertrocknet hängt der Lorbeer am Haken. Das kann man auch als gute Nachricht lesen.