Als die Sechziger Jahre auf ihrem plötzlichen Hoch herumgipfelten, reiste ich mit dem damals berühmt/berüchtigten ‚Living Theater‘ durch einen Großteil der Welt. Julian Beck und Judith Malina, geniale Theaterköpfe, nannten die wilde Truppe gern einen Streitwagen, ‚Jaggernaut‘, eine Kampftruppe für den Frieden und für die Freiheit. Wir drängten uns freiwillig in Polizeiautos, sie fanden uns unbequem. Für einen etwas längeren Moment war das sogenannte ‚Establishment‘ in Unruhe geraten, diese scheinbare Unkontrollierbarkeit war unbekannt. Nach Sturm und Drang, so wusste man’s, kehrten alle freiwillig zurück und übernahmen ihre Lebensverantwortung. D i e aber blieben und kamen nicht mehr zurück. Sie waren ausgestiegen, hatten die Matrix verlassen. CIA Agenten wurden ausgesandt, um Nachforschung anzustellen. Indien wurde die Hebamme der neuen Menschwerdung. Das konnte in den Medien nie so richtig berichtet werden, denn wenn man selbst ein Kind dieser Geburtengebung war oder gar eine/r der Initiator/innen, wusste man bereits so einiges von dem menschlichen Wunsch, in Freiheit zu leben, und seinen Bedingungen, die sich komplexer gestalteten, als man dachte. Was ich an der derzeitigen Entwicklung interessant finde ist (u.a.), dass ausgerechnet Peter Thiel sich derart feindlich der ganzen Sechziger Jahre Bewegung gegenüber äußert, denn, in der Tat, der Banianbaum schägt weiterhin seine tausendjährigen Wurzelsäulen in den Sand, und so sieht auf einmal der von sich selbst versklavte Techmilliardär den gehorsamsresistenten Hippie ziemlich gut überleben, und ja, er erkennt in ihm den Feind. Der/die Unkontrollierbare wird zum Feind. Daher, fällt mir dabei Hannah Arendt ein, hat keiner das Recht zu gehorchen