Manche Ereignisse von Weltinteresse gehen einfach so an einem vorbei – die WM zum Beispiel oder der 4. Juli. Selbst unsere Freundin Tamara, die am 4. Juli Geburtstag hat, schlief den ganzen Tag durch. Dann wollte ich Nachrichten schauen und enterte unerwarteterweise ein Spiel. Schon nach ein paar Minuten wollte ich, dass die Japaner gewinnen, aber dann habe ich doch ausgemacht, ich mag weder die grölenden Gewinner noch die deprimierten Verlierer. Die Qualen der Fans und die ekstatischen Ausbrüche. Dann dieses Amerika, in dem es stattfindet, worüber alle munkeln, ob es noch d a s ist, was es einmal war, oder wie man es den Krallen des Overlords entreißen könnte und wieder dahin bringen, wo es nicht mehr ist. Und unsere politische Situation ist auch nicht viel anders. Geht es uns etwas an, dass die AfD auf der Türmatte steht und hier aus unserem verhätnismäßig freien Land was machen will, was wir gar nicht wollen. Und von welchem Wir sprechen wir hier? Krächzend dreht sich ein Schlüssel im rostigen Schloss. Zugemacht hat das Schlaraffenland, online geht’s noch ’ne Weile weiter. Das Habenwollen ist schwer zu drosseln, es hat sich in Süchte geflüchtet, hat sich an Bedienung gewöhnt. Der fadenscheinige Zauberspiegel wirkt brüchig, der Wunschzettel liegt im Bedeutungslosen. Genau d a lassen wir das Anwesende zu, wir geben ihm alle Ehre.


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