Aus einer (noch) sehr privilegierten Position heraus lässt man das Auge bewusst oder gezwungenermaßen durch die Medien auf die Meerenge von Hormuz starren. Es wird sichtbar, wie geeignet das Sträßlein ist für einen Würgegriff, das hat den Mullahs nicht erst gestern eingeleuchtet. Das goldene Öl soll nicht mehr hemmungslos durch die Kehlen fließen, oder was da noch alles verrottet in den Containern der verzweifelten Reedereien, während ein lächerlich kleiner Spielball hin-und herhüpft, der sich gleich auf zwei Seiten für den Treffer hält. Fünf Tage Aufschub gewährt das amerikanische Bleichgesicht dem nicht zu Unrecht als ‚böse Bande‘ beschriebenen Mullahclan, damit dieser tricksige Deal die Börsenzahlen nach oben schiebt, sozusagen als Verschnaufpause z.B. für Herzinfarktanwärter. Das alles schwankt ziemlich heftig im Nirgendwo herum und zerstört ganz nebenher das Preis-Leistungs-verhältnis. Überall brechen sich unerwartete Spannungen Bahn. Aber das ist ja zum Glück nur eine Seite der Existenzmedaille. Auf der anderen telephonieren wir mit Freunden und Freundinnen im Iran und in Dubai, und verstehen besser im direkten Kontakt mit der befreundeten Familie aus Afghanistan, was es bedeutet, keine Heimat mehr zu haben, zu der man zurückkehren kann. Je unbelasteter wir von uns selbst sind, desto mehr können wir da sein. Die Enge an der Gurgel lockern, und ja, warum nicht auf ‚Salam Aleikum‘ ‚Aleikum Salam‘ antworten, denn ja!, Friede sei mit dir, Mitmensch, wo auch immer du sein magst.