nu

Trotz dieser auf den Oberflächen stattfindenden kriegerischen Rasereien kann man auch diese eher inneren, zähen Durchsetzungsmanöver wahrnehmen, die auf allen Ebenen stattfinden. Man könnte auch sagen, dass Meinungen, die nur auf Unvorhersehbares zugreifen, in die Nutzlosigkeit fallen, aber ist das nicht immer so. Trotzdem ist es gut und gesund, miteinander zu sprechen, denn wir teilen nun eine kerntiefe Gemeinsamkeit, nämlich die totale Ungewissheit dessen, was sich gerade formiert, obwohl wir gleichzeitig alle daran basteln. Klar wird einem etwas meistens erst, wenn man es tatsächlich versteht, d.h. es enthüllt sich einem auf unwiderbringliche Weise, und meistens erweitern diese Momente der Erkenntnis den Blickwinkel. Allerdings produziert das noch lange keine prophetischen Seinsrätsellösungen, sondern es bleibt einem als Teilnehmer/in nur der Nu an sich, einst in uralten Zeiten und anderen Kulturen Ziel und Bedeutung eines geistigen Lebensstils. Vielleicht ist auch schon zu lange zuviel gehabt worden und zuwenig geseint, obwohl immer wieder Orte entstehen und vergehen, in denen die unsterbliche Kunst gelehrt wird. So etwas wie das verborgene Wissen, wie man als menschliches Wesen zum Beisammensein mit sich selbst geführt werden kann, und dann selbst es kann, mit freiwilliger Anpassung an die als universal anerkannten Gesetze, ohne die ein Scheitern vorprogrammiert ist. In diesem, unserem momentanen planetarischen Falle läuft die menschliche Entgleisung parallel mit dem todesmutigen Sprung zurück in die verlassene Fassung. Zu sich selbst also zurück, entlasteter von Meinung und doch gesprächsbereit, weil hilfreich im Kepos und unterhaltsam. Und dann gibt es diese Dinge, die nicht nach Begrenzung verlangen: Wachsamkeit, Dankbarkeit, Spielfreude, angemessene Freiheit des Ausdrucks undsoweiter…


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