Für mich gehört jegliche Art von geistiger bzw. kreativer Arbeit Seite an Seite mit der Politik, gerne Stirn an Stirn mit der Philosophie und der Psychologie und Hand in Hand mit den Wissenschaften. Aber die Politik ist schon auch eine große Arena, in der die Spieler:innen in ausgetüftelten Ordnungen ihre jeweiligen Ämter vertreten. Und wenn das jeweilige Machtgefüge sich in erträglichen Balancen bewegt, fließt das große Epos einfach voran, gelenkt von menschlichen Bedingungen. Niemand weiß, ob das ein Plan ist, oder einfach ein Schöpfungsereignis, das sich selbst erfährt und letztendlich genauso viel darüber weiß wie wir. Denn wir sind einerseits nur ein kleiner Ausschnitt davon, und andrerseits sind wir Teil des Bewusstseins, also d a s, was das Ganze hervorbringt. Nun scheint im lebendigen Drehbuch ja gerade der historische Mensch auf den künstlichen ‚Menschen‘ zu treffen, und bald werden wir sie nicht mehr voneinander unterscheiden können. Oder werden wir es trotzdem noch können, obwohl vieles dagegenspricht. Oder haben wir überhaupt eine Wahl, ich meine in d e m Sinne, dass wir schon gewählt haben. Die Politik ist wie eine Zeitenuhr. Oder ein riesiges Palmblattbuch, in dem die Völker blättern, um Kunde zu erhalten davon, wie man hier leben bzw. überleben kann. Ein Spiegel ist sie, die Politik, in dem man das eigene Verhältnis zur Weltgeschichte erforschen kann. Gleichermaßen förderlich ist der Abstand dazu für diejenigen, die sich mit Betrachten oder Erzählen beschäftigen. Ich meine mit Abstand die Erkenntnis, die mich entweder zum Fremdling macht oder zum Mitarbeiter. Und ja, ‚Polis‘, der unabhängige, antike Stadtstaat streckt den angestrengten Zeigefinger aus, um den Missbrauch des Menschseins aus dem Staub zu heben. Dem ist ja aller Glanz genommen, das muss nur noch tiefer verstanden werden. Die unterste Stufe der Mystik Und doch: vielleicht wollte das alles einfach nur ausgereizt werden, und nun kommt die Zeit für was anderes. Wir wissen nicht, wie es aussieht, aber es ist bereits unterwegs.