fern sehen

Wir haben jetzt Zugang zum breitesten Spektrum jemals des menschlichen Erlebens, nicht zuletzt durch das ferne Sehen, überall reinschauen, überall dabei sein können. Und doch ist diese angebotene Freiheit belastet mit Wunschvorstellungen und in Gang gehalten durch Einsatz der Triebe. Wen treiben sie voran, und wen wohin. Wie alles andere, so wollen auch Triebe sich durchsetzen und werden dann günstigerweise auf dem Weg kanalisiert in gängige Formen der Lebensbildung (wie Heirat) hinein. Dort ist ein großer Teil der Menschheit gut aufgehoben, oder war auch das nur ein Wunsch, dem es zu entsagen gilt? Und wieweit passen diese vielen Angebote auf den Kanälen zu mir und meiner Wahrnehmung des Weltgeschehens. Natürlich merke ich auch, dass der (z.B.) YouTube Kanal weder Luzifer der Lichträuber ist, noch Antworten auf die Frage ‚Wer bin ich‘ (eigentlich)? birgt, sondern ist nur ein Auspuckerkanal mit vielen interessanten Lernmöglichkeiten. Aber da, wo alles da scheint, gibt es einen Ruck im Gewebe der Wahrnehmung. Irgendwo erscheint wie von selbst eine Lücke, eine Öffnung im Irgendwo des Innenraums. Also doch ein Ausweg aus dem vertrackten Labyrinth der Hecken-Architekten? Also doch ein roter Faden, der bis zum Ausgang begleitet? Dann los! Klar, wer weiß, ob man irgendwo ankommt, wo man noch nie war. Oder das Ganze kommt einem auf einmal vertraut vor, und gleichzeitig so, als sähe man es zum ersten Mal. Und tatsächlich sieht man es dann zum ersten Mal, denn alles verändert sich ständig, auch wenn es nicht imer so scheint. Es ist keine Frage der Wahl, ist aber anscheinend unermüdlich beschäftigt mit Weben von vielen, vielen Geschichten, alle dieses Erdlingsvolk betreffend, mit freier Wahl begabt für das Spinnen der Schicksalsfäden. Und kann man als Mensch sich wirklich noch an diesem Spiel erfreuen? Da plötzlich ein Gong. Dann ein Stopschild. Dann eine Lücke, aus der das Licht fällt auf die Hineinlauschenden.


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