Laotse

Gebt auf eure Gelehrsamkeit:
so werdet ihr frei von Sorgen!
Zwischen Ja und Jawohl:
was ist da für ein Unterschied?
Zwischen Gut und Böse:
was ist da für ein Unterschied?
Was aber alle verehren,
das darf man nicht ungestraft
beiseite setzen.
O Einöde, habe ich noch nicht
deine Mitte erreicht?
Die Menschen der Menge sind
strahlend,
wie bei der Feier großer Feste,
Wie wenn man im Frühling
auf die Türme steigt:
Ich allein bin unschlüssig, noch
ohne Zeichen für mein Handeln.
Wie ein Kindlein, das noch
nicht lachen kann!
Ein müder Wanderer, der keine
Heimat hat! Die Menschen der
Menge leben alle im Überfluß:
Ich allein bin wie verlassen!
Wahrlich, ich habe das Herz
eines Toren! Chaos, ach Chaos!
Die Menschen der Welt sind hell,
so hell: Ich allein bin wie trübe!
Die Menschen der Welt sind
so wißbegierig:
Ich allein bin traurig, so traurig!
Unruhig, ach, als das Meer!
Umhergetrieben, ach, als einer
der nirgends weilt!
Die Menschen der Menge haben
alle etwas zu tun:
Ich allein bin müßig
wie ein Taugenichts!
Ich allein bin anders,
als die Menschen:
Denn ich halte wert
die spendende Mutter.


Leave a Reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert