Ich habe dann gestern meinen guten Freund Anil, der zur Zeit mit seiner Familie in Dubai lebt und arbeitet, gefragt, ob die Nachricht von Sachsen-Anhalt dort auch angekommen ist und diskutiert wird. Auf jeden Fal wurde es registriert, dass Deutschland nun auch öffentlich an einem Kipp-Punkt entlangwandert. Die Wendung des Blattes lässt auf einmal die Herren der westlichen Politriege alt aussehen, so etwa, wie eine ostdeutsche Journalistin Sven Schulze als ’so dynamisch wie eine Büroklammer‘ bezeichnete. Da gibt’s auf einmal den guten Siegmund, der seinem Namen alle Ehre macht, und wirkt noch nicht mal total unsympatisch, sodass man auf einmal merkt, wie diese Abstoßtendenzen der westlichen Meinungsmasse etwas unhöflich, wenn nicht gar verzweifelt wirken. Eine verdammt schwierige Situation für Friedrich Merz, der praktisch schon am Stolpern war, bevor Siegmund von allen Plakaten herablächelte. Und dann noch diese unheimlichen Milliarden, die in Wirklichkeit gar nicht da sind, für die Rüstungsindustrie, wo doch alles schon am Verstauben war, weil sich keine/r mehr einen Krieg vorstellen konnte. Die offizielle Frage ist demanch: was nun? Denn klar ist, und noch klarer muss es werden, dass wir trotz AfD-Jubelei ihr Programm rigoros ablehnen. Noch muss man die Kirche im Dorf lassen oder ein wenig Wu-Wei üben, also statt dem Chaos ängstlich entgegenfuchteln, das Chaos erst einmal akzeptieren, denn es ist da. Was noch nicht da ist sind Lösungen, wie man am klügsten damit umgeht, damit die Lösungen des Feindes einen nicht beherrschen. Denn wenn man selbst zerknirscht ist, kann es dem Gegenüber zum Lebendigsein verhelfen. Wenn die Schleusen sich dem Druck beugen müssen und sich öffnen, ist mit allerlei Zeug zu rechnen, was da durchkommt. Aber es heißt nicht, dass man selbst von der eigenen Bahn geworfen werden muss, nur, weil auf einmal alles in Bewegung ist, also wie aus der Stockstarre herausbefördert in den Raum. Dort bereitet sich das Drama nun auf eine Art letzten Akt vor. Ob d e r, nach der Premiere, gleich wieder ein neues Stück beginnt, dass wissen wir nicht. Wenn scheinbar unsterbliches Epos und nackte Wahrheit sich die Hand geben, bevor das entscheidende Duell beginnt. Wie verlassene Geister tauchen aus ihren Gruften die uralten und bewährten Weisheiten auf und leuchten arglos, so, wie es ihre Art ist. Sie sind es doch, unsere Erbschaft, die uns zur Zeugenschaft verpflichtet.