Draußen ein goldener Herbstmorgen, drinnen verhangen, verhalten. Diesem AfD-Superstar Ulrich Siegmund zuzusehen oder zuzuhören macht klar, wie gefährlich die Lage ist. Wie sich da etwas galant aus der braunen Soße herausschleust und strahlend vor sich hin siegmundet in schmuckem weißem Hemd. Denn von ihrer Seite her gesehen, also der rechtsradikalen Partei von Alice Weidel her, ist er der richtige Stern für das Parteiprogramm. Bei sehr hoher Wahlbeteiligung hat es sich nun bestätigt, dass es vor allem den Neuwählenden gelungen ist, das ganze unheimliche Gebilde in die 40% Ebene zu hieven. Vielleicht ein heimlicher Racheakt am verblendeten Westen, ein ‚Wir zeigen euch jetzt mal, wo’s langgeht‘ undsoweiter. Vielleicht ein kosmischer Wachrüttelaufruf zum Kampf gegen die entgleisten Suchtprogramme, gegen den zitternden Finger am Roten Knopf, durch dessen Aktivierung ein Großteil der Menschheit ausgelöscht werden kann. Über die, also uns, es vermutlich dann keine geschriebenen Werke mehr geben würde, die erklären könnten, wie es dazu kommen konnte. Dass sich die Menschheit, also wir, uns deart haben narren lassen von diesen Psychopathen. Aber noch ist es ja nicht so weit. Nun gilt’s, dem Gong zu lauschen, bis auch der verstummt. Doch an jeder schlechten Nachricht klebt auch eine gute Botschaft. Man muss sie entschlüsseln können. Eine nicht registrierte Lücke etwa im Netz kann als Eingang und Ausgang gesehen werden. Alles ist in Bewegung. Noch kein Ende des Dramas in Sicht. Vielleicht wird in den Irgendwo-Ställen gerade ein weißes Pferd gesattelt. Und d a s kurz bevor Peter Thiel erkennt, dass er selbst in die Rolle des Antichristen geschliddert ist.