Frei-Tag

Ein Paradoxon des Menschseins ist sicherlich die Tatsache, dass wir uns nicht einfach darauf verlassen können, wer wir sind, sondern das Ackern um die Selbsterkenntnis fängt schon ziemlich früh an. Ständig wird man zu Entscheidungen gezwungen und muss im jeweiligen Rahmen dafür Rede und Antwort stehen. Auch Tiere entscheiden, aber sie stellen sich selbst nicht infrage. Wir jedoch kommen um das Uns-Infragestellen gar nicht herum, denn d a s, was wir da draußen sehen, entspricht entweder dem Maß unserer Vorstellungskraft, oder aber ganz und gar nicht. Und so sprießen auf allen Ebenen die Experimente mit dem, was wir zu sein glauben oder scheinen, wie wildes Gewächs vor sich hin. Das gewaltige Konstrukt dieser Kollektivschöpfung beschreibt demnach wie von selbst die leeren Blätter der Existenz. Natürlich kann ich nicht Tag und Nacht an der Steuerung meines Raumschiffs sitzen und einigermaßen gelassen durch die Galaxien reisen, so wenig Gepäck wie nur möglich an Bord. Denn auch ohne Gefangenschaft bewege ich mich gleichzeitig durch die Matrix, was weitere Kenntnis erfordert. Wir können ja auch dem Leiden nicht wirklich ausweichen, und wollen ihm nicht ausweichen. Aber es spielt doch eine große Rolle, wie wir es handhaben, und wie wir damit umgehen, ohne dass es uns überwältigt. Egal, wie man die menschliche Performancekunst betrachtet, so führt sie uns mit steinalter Geduld nach Delphi, wo es geschrieben steht, was auf dem Erdentrip am besten zu tun ist, um das Abenteuer nicht nur zu erleiden, sondern vor allem seine überwältigende Schönheit und Vielfältigkeit zu sehen und zu genießen. Alles in Maßen!


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