einsetzen

Aus: The Guardian.
Illustration: Ben Jennings

Wir können froh und dankbar sein, dass Menschen wie Sokrates, beziehungsweise e i n Mensch wie Sokrates auf dieser Erde herumgelaufen ist und Wissenswertes aus seiner Erfahrung hinterlassen hat. Interessanterweise hat gerade er gar nichts geschrieben und publiziert, sondern wurde von anderen beschrieben, wie er so war. Und das, was davon im Äther hängen blieb, beschäftigt noch heute die Geister. Dafür muss man nicht griechisch gewesen sein, sondern kann verstehen, dass gute Beispiele der Einzelnen von allen Menschen verstanden werden können. Gerade ist es Papst Leo, der einen ziemlich guten Ruf hat, ebenfalls passiert (wie damals Sokrates), dass er sich dem kümmerlichsten Level des Menschsein gegenüber sah, das aus wenig anderem besteht als aus Profitgier, zur Zeit verkörpert vom amerikanischen Präsidenten. Man muss auch nicht christlich sein, um die Lage einzuschätzen. Denn grundsätzlich kann jede/r glauben, was er oder sie will, solange man nicht mit der Machete auf sie zugeht im Glauben, auf höherer Ebene angesiedelt zu sein. Und wer ist David, und wer Goliath, nicht wirkliche eine Frage aus der Zeugenschaft. Papst Leo hat klargemacht, was er als sein Amt sieht, und das ist nun mal das Friedensamt, egal, was andere Männergehirne sich ausdenken und dann so tun, als müsste man die Tötung von hunderten, in diesem Fall libanesischen Kindern, als ein Nebenprodukt des Unvermeidlichen sehen. In bestimmten Notzeiten fließt das geistige Interesse wie automatisch mit dem politischen Geschehen zusammen. Nicht, um von dem weltlichen Gerangel zermalmt zu werden, führt es doch oft genug ins Bodenlose (S)selbst, sondern um Gegenkräfte zu aktivieren, die in den Adern der Menschheitsgeschichte lagern und nun ihren Wachruf erfahren. Einfach: wozu all diese Mühen um das Wissenswerte herum, wenn es als einsatzbereite Kraft gar nicht taugt? Wem Glauben hilft, prima. Wem Wissen hilft, gut. Einsatzbereit!


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