versinken (?)

Natürlich könnte man im Angesicht der Weltlage in den Boden versinken, oder sich die Haare ausraufen, oder in tiefer menschlicher Kränkung über die Verdumpfung des Zeitgeistes sich in Phantasiewelten niederlassen, nein, man kann es nicht, und das ist gut so. Denn, so haben wir’s doch gelernt von den Uralten, dass es immer (mindestens) zwei Seiten gibt zu jedem Geschehen, die sich einigermaßen die Waage halten, sodass man durch Kenntnisnahme der universellen Gesetze ziemlich sicher sein kann, dass energetischer Ausgleich besteht. Lebt man nun selbst in Zeiten der Schieflage, braucht es Kraft, dieses Vertrauen aufrechtzuerhalten. Wenn Dumpfheit und Dunkelheit sich ins Endlose zu dehnen scheinen und keine gute Lösung in Sicht ist. Oder doch? Heute habe ich in auffallender Dichte auf youTube schöne Bilder von den Obamas gesehen, eine offensichtliche Huldigung auch an die farbige Bevölkerung Amerikas mit immerhin ihren Anfängen des Aufschreis gegen das offensichtlich Bestürzende, das sich aus niederstem Spielstil hervordrängt. Staunende Mullahs und korrupte Erzbischöfe hängen an denselben Geräten wie wir, nur sehen wir sehr unterschiedliche Dinge, das ist wichtig, denn es geht unter anderem um die Kraft der Trennung vom Unaushaltbaren. Dass, wenn man es dennoch aushält und so tut, als wäre das in Ordnung, man sehr krank werden kann von der ganz persönlichen Verdrehung, bis man sie für eine ganz tolle Leistung hält. Solange das Ich noch zappelt, kann es sich freischaufeln, aber das braucht eine Willensanstrengung. Deswegen muss das Individuum die Einstellungen überprüfen, mit denen es rumhantiert. Denn, um den schönen verbalen Schwertstreich noch einmal offerieren zu dürfen: Es gibt Wichtigeres als das Leben. Und wenn man es billig verscherbelt, hat man vielleicht gar keins mehr.


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