Von indischen Samstagen bin ich über viele Jahre hinweg gewohnt, etwas Beunruhigendes in der Luft zu spüren, beziehungsweise drückte es sich samstags vielleicht eher aus. Nicht nur flackerten im Saturn (Shani)-Tempel die unruhigen Lichter, und blutrote Hibiskusblüten lagerten im überfließenden Öl, sondern es wurde angenommen, dass samstags in den Häusern gestritten wird, immerhin konnte man es auf die Karte des rastlosen Gottes schieben. Den gibt es hier nicht, aber es gibt nach geschäftigen Tagen nicht nur den Ansturm auf die Versorgungsläden, sondern die Vorfreude auf den noch etwas entfernten Sonntag, an dem endlich, irgendwie auch auf Gottes Kappe hin, Ruh‘ ist da draußen, um nicht zu sagen: totenstill ist es oft, und aufgestaute Erschöpfung ruft nach Lösungen, die es selten gibt auf dieser Ebene der praktischen Wahrnehmung. Zurück zum heutigen Samstag, an dem in den Städten Amerikas die größten Anti-Trump Demonstrationen stattfinden sollen. Trump, der einem völlig anderen, perfiden Plan huldigt, will nun mit aller verfügbaren Gewalt beweisen, dass diese Demos ein Aufstand sind. Lustige Sachen lassen sich die Aufrüttler einfallen zum Beispiel in Chicago, wo Menschen sich in aufgeblasene Tierkostüme stecken und tanzen und singen, damit die Videos danach die Friedfertigkeit beweisen können, wenn weitere Richter mitspielen, solange sie noch können. Ob uns das alles etwas angeht, nämlich wie das ausgeht, das müssen wir selbst entscheiden. Ich persönlich bin jetzt nicht beängstigt von einer Entwicklung, die mir an den Hals gehen könnte, auch wenn sie es letztendlich tun würde. Aber es liegt mir schon etwas an der Bezeugung der Ereignisse dieser Zeit, solange ich durchwandere und staune, was einem so alles geboten wird vom Menschentun her. Wie weit man die Gesetze von Chaos und Ordnung begreifen kann etwa, bevor man sich wieder verabschieden muss, komme was wolle. Komme was wolle also, zumindest funktionieren die selbst gewählten Informationskanäle noch, und alles Weitere bleibt zum Glück dem eigenen System überlassen. No kings, no tyrants, no misuse, no war. Too late?