gurgeln

An der Straße von Hormuz gurgelt‘ also weiter. Zwei Ego-Tyrannen liefern sich ein ziemlich lächerliches Spielchen, das muss nun unter allen Umständen dem Volk als Heldentat vermittelt werden, denn auf beiden Seiten ist ja Anspruch auf gottähnliche Kräfte ausposaunt worden. Und nun umkreisen große Kriegsschiffe ein groteskes Zwergendebakel. Gleichzeitig diskutieren Philosophen auf renommierten Podien über das Zeitgemäße an der Aufklärung, und ob Kant es wohl so gemeint hat, wie wir sein sapere aude verstehen wollen oder können. Und was hat sich tatsächlich aufgeklärt, und wo oder wie leben die Aufgeklärten. Und wird es eines Tages mal für sehr viele Menschen klar sein, dass der (zugegebenerweise anstrengende) Weg der Selbsterkenntnis eine gewisse erfreuliche Erleichterung mit sich bringen kann. Denn wenn ich von irgendeiner Person etwas Vertrauenserweckendes über die Komplexität des Menschseins erfahren kann, dann von mir selbst, bei aller willkommenen Anregung von außen. Begeisterung entfalten für das Abenteuer des Daseins. Ja, da gibt’s viel zu staunen, und gelitten wird auch verdammt viel, oft will man gar nicht mehr hinschauen, auf das Gemetzel, auf den Grad der Zerstörungswut, auf die peinliche Lügerei. Das So-Sein der menschlichen Verfassung im Jahre 2026. Und doch! Und doch. Sehr stark ist der menschliche Wille, auch wenn die friedliebende Variante sich oft zurückhält, bis innen irgendwas sich meldet und wortlos zeigt, dass es Zeit ist – und dass es immer Raum hat für das ‚Erkenne dich selbst!‘. (Und das dementsprechende Handeln).


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