In dem indischen Ort, in dem ich viele Jahre meines Lebens verbrachte, gab es einen Mann, an den ich mich heute erinnert habe. Wir nanntn ihn ‚Merom Chacha‘, sowas wie ‚jedermanns Onkel‘. Er hatte in der Mitte des Bazaars einen winzigen Laden, der vollgestopft war mit allerlei Werkzeugen, und wir alle gingen dorthin, um irgendwas von ihm reparieren zu lassen. Er war aber nicht nur ein reparierender Onkel aus einer sehr tiefgelegenen Kaste, sondern es musste mal aufgefallen sein, dass er auch sehr weise war. Man ging also hin, setzte sich auf einen gereichten Schemel vor die gefüllte Lücke, trank ein gutes Glas Chai und es war egal, wie lange der Vorgang dauerte, denn man hatte immer gute Gespräche mit ihm. Er hatte die Bescheidenheit eines Menschen, der gar nicht auf die Idee kommt, etwas zu bedeuten, strahlte jedoch einen natürlichen Stolz auf seine Fähigkeit aus, beste Lösungen für Probleme zu finden. Damals hatte ich einen schönen Stab mit einem aufgesetzten Totenkopf aus Rhinozerushorn, und eines Tages war ein Riss in der Mitte des Stabes. Ich brachte ihn zu Merom Chacha, der sich sofort an die Arbeit machte, aber um einen oder zwei Tage Zeit bat. Als ich zum Abholen kam, traute ich meinen Auge kaum, denn der Stab war verziert mit dem wunderbarsten Messing Design und machte ihn tatsächlich zu einem ‚magic wand‘. Er und seine Familie wohnten am äußersten Rande des Dorfes, da, wo die Ärmsten wohnen. Einmal war ich dort, um zu schauen, wie er lebt. Es war wie der Eintritt in ein Märchenland, vieles tönte und schwang herum, das Meiste an Materie war selbstgemacht. Mir fiel auf, dass seine Frau einen sehr glücklichen Eindruck machte, sie liebte seine Besonderheit. Er war ein Künstler. Obwohl ihn alle so schätzten, wurde er, so hörte ich eines Tages, aus dem Bazaar vertrieben. Seit die halbe Welt antanzte ud Zeug kaufen wollte, hatte man einen Preis für seinen Platz geboten, und er verlor ihn. Wir verloren ihn auch, denn er starb kurz danach. Merom Chacha.