Auch der Algorithmus, ich will immer Rhythmus schreiben, der Algorythmus, hat wie alles andere auch seine helleren Seiten, denn man wird meistens von d e m überflutet, was man selbst gewählt hat. Da man sich keinen noch so hellsichtigen Vortrag aufdrängen lassen muss, ist die Annahme des Angebots Sache der Einstellung. Es bleibt mir also auch in diesem neuzeitlichen Labyrinth nichts anderes übrig, als meinen Faden nicht aus dem Auge zu verlieren und die Kunst der angemessenen Entscheidung zu lernen. Nur neulich war ich kurz irritiert. Als eine Bewunderin von Rumi’s Dichtkunst hörte ich seine Gedichte auf Englisch gesungen (K.I.!? dachte ich, und kein Namen des Sängers zu sehen) sehr tief und sehr schön gesungen, sodass, hätte man irgendwo im unendlichen Raum einen Gott sitzen gehabt, man gerne zu ihm geeilt wäre. Das Kindlein reift aber auch dahin und will eigenes Schicksal basteln. Rumi hat einen Derwisch geliebt, und der Neid auf diese Liebe hat Shams weggetrieben. Aber es hat gereicht, um die Liebe in Rumi zu entzünden, eben seine eigene Liebe, die nun noch weiter wollte. Denn es gibt ja hier keine Grenze! Aber die Frage ist und bleibt doch: wie weit kann man gehen, und wann genau ist über sich selbst hinaus. Deswegen sind Dichter:innen gekommen, um uns das Unfassbare zu fassen zu geben. Wie Rumi’s Gesang. Mögen unsere Gefäße mit Liebe überfließen! Den Faden mit der Frage, ob künstliche Sängerstimmen Gefühle in einem wecken können, lege ich vielleicht erstmal beiseite, oder webe ihn ein in den Teppich.