
In Indien konnte man, natürlich vor der Smartphone-Zeit, in jeder Art von Menschenansammlung verständiges Nicken bei dem Wort ‚Kaliyuga‘ (dunkles Zeitalter, Zeitalter des Todes) hervorrufen, denn es war bereits klar geworden, dass die äußeren Neuheiten bereits in den epischen Schriften beschrieben wurden. Waren es Hellseher:innen? Nein, es waren Herumsitzende, oft in extremen Temperaturen, die hineinstarrten in das Daseiende und daraus ihre Schlüsse zogen. Oder es waren durch Beobac
htung gewonnene Schlussfolgerungen, die bei einem selbst und auch den Anderen zutrafen, und so entstand einst die Wissenschaft der Innenschau, und es gab keinen Religionsführer, nur die Zeugenschaft. Und in dieser jedem Menschen verfügbaren Zeugenschaft entstehen ja dann auch die Ämter und die Berufungen und die Berufe, alles durchwoben von dieser geheimnisvollen Schicksalsmacht, an der sich die Geister zermürben oder entzücken oder einfach annehmen, was ihnen gegeben wurde. Nur weiß keine/r wirklich, ob da was Gebendes ist oder einer oder eine, und so wird geistig sehr viel gebastelt. Aber ich denke, es ist sichtbar und spürbar, dass es gerade um die Menschheit herum dunkelt, und die Nachfrage nach Stille wächst. Wieder herumsitzen im Nichts und beobachten, wie das alle so ist. So zutiefst erschreckend, und so wunderbar. Lüge und Wahrheit so nahe zusammen, dass man sie trennen muss. Gut, wenn man einen mentalen Antrieb hat und kann das Ding smoothly durch die Wogen steuern. Bei den Herumsitzenden Halt machen!
