ja oder nein

Ich musste, wie sagt man doch, ‚herzhaft‘ lachen, als ich dieses Titelbild der neuen Donnerstagsausgabe der ‚Zeit‘ gesehen habe. Und diese Frage dazu, die man sich ja auch ab und zu mal stellt, also ist das nicht alles doch eher ein Irrenhaus, in dem alle mehr oder weniger suchtgetrieben auf der Suche nach etwas zu sein scheinen, das es nie gab. Aber jede/r denkt es auf seine oder ihre Weise. In langen Telefongesprächen habe ich mit Anil, einem guten Freund, der mit seiner Familie von Delhi nch Dubai gezogen ist und dort als Programmierer arbeitet, über seine Überzeugung diskutiert, dass er denkt, wenn alle Hindus die Grundbedürfnisse zur Verfügung hätten und dadurch mehr Zeit für die wesentlichen Dinge des Daseins, wären die schlimmsten Probleme gelöst, und auch hier ist natürlich ein Tröpfchen Wahrheit in der Tinte zu finden. Ich erzähle ihm dann zum Beispiel, dass ich so um mich schaue, und sehe, dass die meisten Menschen, auch aus dem engeren Freundeskreis, entweder in Therapie sind oder eben waren, wenn der berühmte Traumaknoten tatsächlich zum Platzen kam. Fakt ist und bleibt, dass man da draußen, wenn man mal genauer hinschaut, eher sehr viel Trübsal wahrnimmt, die als Normalität gehandhabt wird. Und ja, es gibt sie nicht, die Wunderdroge, die einem die Begeisterung für diesen abenteuerlichen Durchgang genannt Leben durch die Venen fließen lassen kann, aber immerhin kann man’s versuchen, das ‚Ganze‘, immer ein zu großes Wort, auch mal anders anzuschauen. Vielleicht bringt die Wohnerei im Schlaraffenland ganz ähnliche Aspekte hervor wie der Schrecken der Armut, denn wenn es irgendwann einmal nichts mehr zu haben gibt, was man nicht schon hat, dann schleicht sich vielleicht die Armut in die Synapsen und man beginnt zu glauben, das wäre so für alle. Sodass ein Trauma wie gerufen kommt, um wenigstens etwas Bedeutung zu erlangen, vor sich selbst, wohlgemerkt.


Leave a Reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert