[Intro:]
In der Kellerwohnung, bei den Garagen
wo die Leute ihre Matratzen entsorgen,
sitzt Esther in ihrer Küche und macht belegte Brote.
Die Lamellen ihrer Jalousien sind ganz wackelig und schief
Man kann sie von der Straße aus sehen, bevor sie sich aus dem Blickfeld bewegt
um ihre Stiefel von den müden Füßen zu streifen.
Sie wischt sich die Stirn mit dem Handgelenk.
Sie ist gerade von einer Doppelschicht nach Hause gekommen.
Esther ist eine Pflegekraft, macht Nachtschichten.
Hinter ihr, an der Küchenwand,
ist ein Schwarzweißbild von Schwalben im Flug.
Ihre Augen tun weh, ihre Muskeln schmerzen.
Sie macht eine Bierdose auf und nimmt einen Schluck.
Sie hält sie an ihre durstigen Lippen
und kippt sie runter bis sie leer ist.
Es ist schon wieder 4.18 Uhr in der Früh.
Ihr Hirn ist voll von all dem, was sie an diesem Tag getan hat.
Sie weiß, dass sie nicht einen Moment schlafen wird,
bevor die Sonne sich auf den Weg gemacht hat.
Esther macht sich heute Nacht Sorgen um die Welt.
Sie macht sich ständig Sorgen.
Sie weiß nicht, wie sie diese Gedanken aus ihrem Kopf
heraushalten soll.