still

Unseren Gästen fällt manchmal auf, in welche Stille unser Wohnort eingebettet ist. Er liegt nicht nur an einem Waldrand, sondern auch an einer Nebenstraße, und ohne Autobahnrauschen geht das, zuweilen das aufdringliche Tosen der Flugkörper, alles ist dann s o weit auch nicht entfernt. Es ist still, das finde ich zeitgemäß. Wer sich im Orkan der Vielstimmigen behaupten und einbringen will, muss günstigerweise wissen, was er da tut im Gewimmel und im Getümmel, und muss den schwarzen Löchern ausweichen können, Reklame, Habgier, Verführung. Und das alles auf niederem Level, wo der Spielplan von Diktatoren und ihren Followers ausgeheckt wird. Die Stille ist d a hilfreich , wo sie uns ermöglicht, das Beisichsein zu checken. Was heißt das: bei sich sein, und wieweit kann der Mensch s o weit von sich entfernt sein, und s o angefüllt mit dem Leben anderer, dass gar nicht viel übrig bleibt von der Substanz, die ihr oder ihm einmal gegeben war. Zur Schicksalsgestaltung. Und diese Gestaltungen, wenn sie förderlich sind für alle Beteiligten, werden auch häufig in stillen Räumen geboren, denn der Geist resoniert am besten mit dem Potential der Leere, auch als Fülle bekannt. Wie das Schweigen, das die Poesie des Zukünftigen enthält, wenn es nicht angefüllt wird mit schlecht komponiertem Sound durch Schwächung des Hörvermögens. Stille: zeitloses Fallen des Blattes.


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