arbeiten

So fügt sich eins zum anderen, Nu für Nu, und nie weiß man, ob’s eine Perlenkette wird oder ein plötzlicher Riss im Netzwerk, wo irgendwas in einem aus irgendwelchem Grund zu straucheln anfängt und man nachts im Viertelschlaf düster vor sich hingrübelt. Anlass gibt es genug, im persönlichen Bereich genügt es, wenn die Bullen einem 35 Euro abknöpfen für falsches Parken. Ach hätt’ich nur, ach hätt‘ ich nur. Diese Schnittschnellen des Daseins sind allerdings zu bewältigen, selbst wenn ein unerwarteter Tod seinen Auftritt hat. Man ist dabei, man kann handeln, man kann angemessen trauern, shit happens, man kann nicht erwarten, dass alle Tage festlich dahingleiten, wer will das schon. Die persönlichen Katatstrophen ermöglichen Wachstum und Reifung, ohne Dunkel kein Hell. In einem sebst lebt ja auch dieser Widerspruch, und für den nächsten Baustein braucht man frische Kräfte. Aber ich bin gleichzeitig im Draußen drin, und je besser ich mein inneres Toben bewältigen kann, desto klarer kann ich bezeugen, was im anderen Teil des Weltgeschehens los ist. Denn egal, wo jemand als wer auch immer steht, so sehen wir alle das ‚Es‘ aus eigenem Blickwinkel, das soll ja auch zum Ich werden, sodass es sich entlang dem Wahrgenommenen entwickeln kann. Und da versteht man doch dann, dass angesichts des unermesslichen Leidens in der Welt das Mitgefühl so grenzenlos werden muss, dass es die finsteren Schatten über dem Menschsein zumindest flüchtig vertreiben kann, wenn auch nicht wirklich. Oder doch? Man darf das nicht nur glauben, und wir sehen ja, dass auch das Wissen scheitert. Und da webt er so vor sich hin, der todlose Teppich der subatomaren Ebene, auf der d a s, was wir sind, sich manifestiert. Immerhin kann man da arbeiten.


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