Irgendwann kommt dann wie gerufen eine Art Müdigkeit über einen. Zum Beispiel dem komplizierten Spiel gegenüber, dem eigenen und dem der anderen. Man könnte es auch eine Gleich-Gültigkeit nennen, also dem Wunsch gegenüber, ob man verstanden oder gehört oder gesehen wird. Denn ich ganz persönlich habe noch nie jemanden getroffen, der sich gehört, verstanden und gesehen fühlte, die Therapeut:innen kommen kaum hinterher. Auch romantische Liebe kann das nur einen sehr illusionären Moment leisten, dass man das glauben möchte, was schon deshalb unmöglich ist, weil man in letzter Konsequenz nur sich selbst verstehen kann, soweit das möglich ist. Wie weit ist es denn möglich. Hier sollten wir (spätestens) auch die als heilig geltenden Alleswisser hinter uns lassen, denn auf jedem Altar wird anders geräuchert, und auch wenn man bleibt bis zur angeblich letzten Erkenntnis, muss man auch die noch zurücklassen. Und hat denn zufällig jemand die letzte Erkenntnis? Oder ist es doch nur immer die vorletzte? Und wer sagt einem, wann Schluss ist mit der Hoch-und der Tiefgrübelei. Wenn die Leere beginnt zu locken mit ihrem abgründigen Angebot. Oder wenn diese Leere einen anblickt als Auge, das Eine betrachtend, das alles bewirkt. Kann man’s wissen, oder nur erfahren? Dem Wissen also den Schutzmantel rauben und sich dem radikalen Sein überlassen? Dann diese Zärtlichkeit, dieser Goldstrom, dieses kosmische Auffanggerät gleich einer Hängematte, aufgehoben in namenlosem Zuhause, frei von dem, was man dachte, weil man dachte, man wüsste das alles im Voraus. Aber Hinterherhinken ist auch nicht gefragt, man entscheidet ja selbst, wo man sich körperlich und geistig aufhalten möchte und kann. Oder nicht?