Wenn uns jetzt durch die Medien die ungeheure Skala der Arten und Abarten des Menschseins bekannter sind, bleibt dennoch vom Rätsel einiges übrig. Gerne benutze ich zuweilen meinen eigenen Arm, um mich in Richtung Delphi zu orientieren, wo (fast) alles, was man an Wesentlichem für die Erdwanderschaft wissen muss, schon geschrieben steht. Wenn irgendwo Wahrheit auftaucht als ein unübersehbares Licht, wird gerne hingedrängelt, so, als gäbe es diese Option des sich Erkennens gratis für alle und nicht nur für die Eingeweihten. Aber jede/r muss ja nur sich selbst erkennen, bevor er oder sie die Anderen erkennen kann. Beziehungsweise und erfahrungsgemäß ist es doch so, dass ich den Anderen nur soweit erkennen kann, wie ich mich selbst erkenne. Und wenn ich das gar nicht aktiviere, das Selbsterkennen, dann lasse ich mir wahrscheinlich am liebsten die Welt von Anderen beibringen, sozusagen als gutes Recht zu medialer Unterhaltung auf anerkanntem Normalniveau. Vielleicht stört die Techmilliardäre gerade dieses Normalniveau, auf das sich Gesellschaften gerne einigen, um voreinander geschützt zu sein. Aber der Mangel an Selbstbetrachtung kann auch gefährlich werden, auch für Donald Trump, dem man eine vernünftige Reflektion gar nicht mehr zutraut. Das alles kann erstaunen, oder auch nicht. Günstig ist, das eigene Denken zu kennen und gleichzeitig seine Begrenzung wahrnehmen zu können. Nämlich da, wo es nicht mehr anwendbar ist.