glaubwürdig (?)

Fakt ist, dass viele Menschen in dieser Krise aus ihrem, heißt: unserem Wissen gerissen wurden, heißt, die Schwerpunkte wurden eindeutig verlagert, bis die globale Unruhe wieder zum Individuum zurückmutierte und sich Meinungen in Reflektionen verwandeln konnten, aber nicht mussten. Es ist ja nie leicht, sich längere Zeit in einem wachen und klaren Zustand aufzuhalten, was auch nicht meint, man müsse einen fröhlichen Menschen darstellen oder was auch immer, sondern man kann dann besser erkennen, was ist. Den Grashalm, den Menschen, das Tier. Und überall kann man sich irren beim Nachdenken über die lebendige Welt. Aber es kommt trotzdem auf jeden an, es kommt auf mich an, nicht in einem egoischen Sinn, sondern dann gibt es nur einen oder eine mehr, von dem man sicher sein kann, dass er oder sie nicht unterwegs ist, um Schaden anzurichten. Oder der Schaden, der angerichtet wurde, wurde einem bewusst und man weiß nun eher, wann das geschieht und kann sich einschalten in das Geschehen. Eines der mitlaufenden Themen in den vergangenen, reichlich surrealen Wochen war ja der neue Schwung in die Verschwörungstheorien, belächelt, ja, aber wohl auch gefürchtet wegen dem mächtigen Unfug, den sie in den Köpfen entfachen können. Auch im indischen Schöpfungsepos gibt es einen Narren, der unter den Göttern beliebt ist für seine Unterhaltung und sein Spiel (auf der Vina), der aber auch lustvolle Intrigen spinnt, die gewaltige Auswirkung haben. Aus keinem ersichtlichen Grund verzögert  er z.B. das Erscheinen von Brahmas Frau bei der wichtigsten aller brahmanischen Zeremonien, wodurch sie zu spät kommt, und er, gebunden an die Präzision des Ablaufs, eine andere Frau an ihren Platz setzt. Man muss ja nicht alles, was auf einen zukommt, verstehen, obwohl man es manchmal in anderem Kontext noch tiefer verstehen kann, als es selbst gemeint war zur Zeit des Enstehens. Denn Geschichten entstehen in unermüdlicher Abfolge, und man kann sehr wohl mal den aufreibenden Moment erleben, wenn man versucht, irgend etwas zu entdecken, was nicht in eine Geschichte eingebettet ist. Ein Ort, wo das System sich erledigt, was nur möglich sein kann, wenn das Wissen, das sich im Bewusstsein verankert hat, sich auf einmal selbst enthebelt und man sich trennt von den Märchenbüchern, bevor man eines Tages wieder in ihnen blättert und sich an so manchem Geist erfreut. Überall da, wo die Qualität des Auftrags mit Einsicht und Konzentration durchgeführt werden konnte, damit man das Feld durchkämmt und es erkennt als die potentielle Leere, in der sich das Schauspiel entfaltet, wie es will und wie es kann. Wenn nur noch der Nu bleibt mit seinem es ist, was es ist. Es kommt einem dann zuweilen recht einfach vor. Wenn man das, was einem guttut, auch kennt und es zulässt und umsetzen kann. Und nein, ich glaube nicht, dass Bill Gates, wie es mir am Telefon verkündet wurde, illegal in Indien und Afrika Frauen sterilisieren lässt undsoweiter, obwohl ich mir vorstellen kann, wie verdammt schwierig es sein muss, eine derartig angehäufte Geldmasse zur Zufriedenheit aller unters Volk zu bringen. Es ist gesund, wenn man weiß, was man für ein Gerücht und was man für eine glaubwürdige Nachricht hält.

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